Alles über den Zahnwechsel bei Kindern

Gesundheit

Alles über den Zahnwechsel bei Kindern

Wie der Zahnwechsel der Kinder möglichst problemlos gelingt, was die Zweiten stark macht und worauf es zu achten gilt, damit sie es auch bleiben

Meine Tochter Clara war gerade vier Jahre alt geworden und konnte es nicht erwarten, endlich zur Schule zu gehen, wo ihr heißgeliebter Vetter Flo seine Vormittage verbrachte. Ich vertröstete sie: „Wenn dir der erste Zahn ausfällt, kommst du auch in die Schule.“ Das Versprechen schien Clara anzuspornen. Denn tatsächlich klaffte bereits zwei Tage nach ihrem fünften Geburtstag in ihrer Zahnleiste die erste Lücke - und meine Kleine war stolz wie Oskar. Bis zum ersten Schultag verlor sie sogar noch zwei weitere Milchzähne - tja, da musste ich meine Fantasie ganz schön spielen lassen, um immer wieder neue Gründe zu finden, warum die eigentlich anstehende Einschulung doch noch warten musste… Clara hatte es schon immer eilig, für die meisten Kinder aber gilt: Der erste Milchzahn fällt um den sechsten Geburtstag aus. Der bleibende Zahn rückt an gleicher Stelle nach. In der Regel geschieht das bei jedem Zahn nach diesem Schema. Es sei denn, ein Milchzähnchen will dem „Nachwuchs“ nicht weichen.

Die Ausnahme: Kaugummis als Putzersatz

Die Ausnahme: Kaugummis als Putzersatz

Täglich dreimal drei Minuten putzen - diese Ihnen sicher bekannte Formel gilt noch immer. Für viele Kinder aber ist das ebenso langweilig wie das Einmaleins zu üben. Mit diesem Trick halten Sie zumindest junge Kinder ganz einfach bei Putzlaune: Spielen Sie eine CD oder Kassette mit dem Lieblings-Hörspielkapitel oder Lieblingslied ab, dann vergeht die Zeit im Nu. Und wenn mal keine Zahnbürste zur Hand ist? „Die Hauptputzzeiten nach dem Frühstück und Abendessen muss man in jedem Fall einhalten“, sagt Dr. Bock. „Nach dem Mittagessen kann man ausnahmsweise zu speziellen Zahnpflegekaugummis greifen. Die entfernen zwar nicht die Beläge, beschleunigen aber den Säureausgleich im Speichel und verringern auf diese Weise das Kariesrisiko.“

Was die Zähne nach dem Zahnwechsel stark macht

Was die Zähne nach dem Zahnwechsel stark macht

Damit der schützende Zahnschmelz richtig hart wird, braucht er das Spurenelement Fluorid Zarter Schmelz? Von wegen - Zahnschmelz ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers und ein Schutzmantel für die Zähne. Was ihn so hart macht? Fluorid. Je mehr dieses Spurenelements im Zahn gespeichert ist, desto härter ist er. Fluorid ist besonders wichtig für Zähne im Wachstum, denn erst etwa ein Jahr nach dem Durchbruch sind sie durchgehärtet und damit gegen die Angriffe von „Karius und Baktus“ gewappnet. Die besten Fluorid-Lieferanten für Kinder ab sechs Jahren sind Zahncremes - vor allem, wenn sie Aminfluoride enthalten. Ab diesem Alter können die Kleinen die Zahncremes der Großen mitverwenden. Kinder mit hohem Kariesrisiko brauchen nach Rücksprache mit dem Zahnarzt eventuell noch ein Plus an Fluoriden, entweder über spezielle Fluorid-Gele (Apotheke) oder -Lacke. Zahnfreundliche Snacks Heißhunger auf zahnschädigendes Süßes tritt gar nicht erst auf, wenn Sie Ihrem Kind zwischendurch frisches Obst oder Knabbergemüse anbieten. Gut ist auch ein Käsebrot, denn das enthaltene Fett überzieht die Zähne mit einer Art Schutzschild. Wenn´s doch was Süßes sein muss, greifen Sie am besten zu Naschwerk mit dem Zahnmännchensymbol.

Ein Muss: Besuch beim Zahnarzt

Ein Muss: Besuch beim Zahnarzt

Ein guter Zahnschutz und bis zum 18. Lebensjahr sogar kostenlos: die halbjährliche Prophylaxe beim Zahnarzt - Professionelle Zahnreinigung Selbst nach gewissenhaftem Putzen bleiben an Kronenrändern und in Zwischenräumen Beläge stehen. Die entfernt der Zahnarzt mit speziellen Instrumenten. Zusätzlich gibt´s Tipps, welche Zähne besondere Pflege brauchen.

Zahnwechsel bei Kindern: Problem Weisheitszähne

Zahnwechsel bei Kindern: Problem Weisheitszähne

Die Wuchsrichtung der Dauerzähne kann außerdem durch die Weisheitszähne verändert werden, die bei normal entwickeltem Kiefer zwischen dem 17. und dem 25. Lebensjahr durchbrechen. Häufig bereiten sie aber schon vorher Probleme, beispielsweise als „kissing molar“. Was im Englischen so nett „küssender Backenzahn“ heißt, kann sich beim Nachwuchs schmerzhaft bemerkbar machen. Denn dann drückt der Weisheitszahn im rechten Winkel auf den zweiten Backenzahn. Selbst Experten streiten darüber, ob der Molar dann gezogen werden muss. Dr. Melanie Bock meint dazu: „Ist der Kiefer lang genug und brechen die Weisheitszähne gerade durch, sollte man sie drin lassen. Verursachen sie aber Probleme oder sind sie schwer zu pflegen, sollten sie raus.“ Ein ebenmäßiges Gebiss ist nicht nur ein schönerer Anblick, gerade Zähne und ein gesunder Kiefer sorgen auch dafür, dass Ihr Kind keine Probleme beim Beißen, Kauen und Sprechen bekommt.

Schutz und Pflege der Zähne wichtig

Schutz und Pflege der Zähne wichtig

Ebenso wichtig wie der gleichmäßige Stand der Zähne: guter Schutz. Der größte Feind der Zähne ist Zucker - und zwar nicht bloß die weiße Raffinade, sondern auch der natürliche Fruchtzucker. Den brauchen die schädlichen Mundbakterien, um klebrige Strukturen zu bilden. Mit diesen heften sie sich dann am Zahn an und wandeln den Zucker in Milchsäure um. Die Milchsäure setzt sich auf dem Zahnschmelz fest und löst dort wertvolle Schutzkristalle heraus. Das Resultat wird dann eines Tages als hässliches und meist schmerzhaftes Loch spür- und sichtbar - Karies. Damit Zucker- und Speisereste keine Schäden anrichten, müssen sie gründlich entfernt werden, bevor sie sich als Belag (Plaque) am Zahn festsetzen. Doch gerade beim Putzen des Wechselgebisses haben Kinder damit Probleme, weil die noch unregelmäßigen Zwischenräume sowie die Furchen auf den Mahlflächen der Backen-
zähne (Fissuren) schwer zu erreichen sind. Deshalb ist gerade jetzt die richtige Technik wichtig. Aber wie sieht die aus? Für den Nachwuchs ist sie nicht so leicht zu erlernen, weil die Putzrichtung sich mit jedem nachwachsenden Zahn ändern kann. Lassen Sie und Ihr Kind sich am besten vom Zahnarzt zeigen, wie es auch die sich im Kiefer noch „duckenden“ Zähnchen erreicht. Der Zahnarzt wird Ihren Sprössling auch mit Zahnseide vertraut machen - neben der Bürste das wichtigste Pflegemittel. Was vielen Menschen nämlich nicht bewusst ist: Beim Putzen werden nur 60 Prozent der Beläge entfernt - die restlichen 40 Prozent befinden sich in den Zwischenräumen, lassen sich aber mit eben jener Zahnseide hervorragend entfernen.

Zahnwechsel bei Kindern: Tut nicht weh

Zahnwechsel bei Kindern: Tut nicht weh

Anders als beim Milchgebiss merken Kinder nichts davon, wenn die „Zweiten“ kommen. Denn die schieben sich einfach in die Lücke, die der Milchzahn für sie „frei gehalten“ hat. Weh tut der Wechsel auch deshalb nicht, weil die Wurzel des Platzhalters durch den nachrückenden bleibenden Zahn einfach aufgelöst wird.
Der Durchbruch der bleibenden Zähne erfolgt in zwei Phasen. Zunächst wächst hinter den letzten Backenzähnen der „Sechsjahresmolar“, ein Backenzahn, der im Milchgebiss noch fehlte. Dann fallen die Schneidezähne in Ober- und Unterkiefer aus, die neuen sind bis zum Alter von siebeneinhalb Jahren nachgewachsen. Nach einer kleinen Ruhephase findet dann zwischen etwa neun und zwölfeinhalb Jahren der Austausch der Eck- und Backenzähne statt. Beim Zahnwechsel kann aber schon mal etwas „schiefgehen“. Dann schiebt sich ein Zahn vor den anderen. Das passiert, wenn der Milchzahn sehr fest sitzt und die Wurzel nicht rechtzeitig aufgelöst wurde. Was macht man dann? Den hartnäckigen Beißer etwa einfach mechanisch entfernen? „Gezogen werden muss der Milchzahn nur in seltenen Fällen“, beruhigt die Hamburger Kinderzahnärztin Dr. Melanie Bock, „nämlich nur dann, wenn er auch nach dem vollständigen Durchbruch des zweiten Zahns nicht ausgefallen ist oder wenn Passprobleme zu erwarten sind.“

Zahnwechsel bei Kindern: Zahnspange

Zahnwechsel bei Kindern: Zahnspange

Solche „Passprobleme“ können vorkommen, weil die Zweiten etwas breiter sind als die Milchzähne. Und ist der Kiefer zu eng, kann es zu Zahnfehlstellungen wie beispielsweise einem Schiefstand kommen. Doch das ist halb so wild, denn der Kinderzahnarzt erkennt diese Probleme fast immer schon am Milchgebiss und kann korrigierend eingreifen. Schief gewachsene Zähne kann man durch eine Zahnspange wieder gerade rücken. Der Druck der Spange auf die Zähne wird dabei auf den Kiefer übertragen. Die Spange wird in der Regel nach dem kompletten Durchbruch der bleibenden Zähne,
also um den zwölften Geburtstag herum, durch einen Kieferorthopäden angepasst. Der Zeitpunkt ist deshalb günstig, weil es in diesem Alter zu einem Wachstumsschub kommt und die Knochenformung entsprechend besonders effektiv verläuft.

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