Fieber beim Baby: Wenn das Baby Fieber hat

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Fieber beim Baby: Wenn das Baby Fieber hat

Fühlt sich das Baby nicht wohl, werden die Eltern nervös. Wir informieren dich zum Thema Fieber beim Baby: ab wann man beim Baby von Fieber spricht, in welchen Phasen es verläuft und wann du zum Arzt solltest.

Ab wann spricht man von Fieber beim Baby?

Normalerweise liegt die Körpertemperatur bei Babys und Kindern bei 36,5 bis 37 Grad. Bei einer Temperatur bis 38 Grad spricht man von „erhöhter Temperatur“, ab 38 Grad von Fieber. Am besten merkt man sich einfach diesen Satz:

Ab einer Temperatur von 38,5 Grad (rektal gemessen) solltest du mit deinem Baby also dringend zum Arzt.

Fieber ist ein Zeichen dafür, dass sich das Immunsystem des Babys gegen Krankheitserreger wehrt. Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren und die erhöhte Temperatur hilft beim Abtöten von Bakterien und Viren. Sofern sich keine weiteren Krankheitsanzeichen zeigen, ist Fieber beim Baby also eher ein positives Signal. Allerdings reagiert das Baby auf Fieber meist mit Unruhe, wird quengelig und schläfrig. Trotzdem: Vor allem wenn du weißt , woher das Fieber kommt (z.B. im Zuge einer Erkältung beim Baby), brauchst du dir zunächst keine Sorgen machen und können das Fieber behandeln. Wirkt dein Baby aber sehr unruhig oder apathisch, solltest du es vorsichtshalber bei einem Arzt vorstellen.

Eine Temperatur bis 38 Grad allein ist meist noch kein Alarmzeichen. Ein weiterer Anstieg aber kann ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein - von harmlosen Atemwegsinfekten bis zu „klassischen" Babykrankheiten und Kinderkrankheiten wie den Masern - und dabei schon mal lebensbedrohliche Temperaturen von über 41 Grad erreichen. Ab einer Temperatur von 38,5 Grad (rektal gemessen) solltest du mit deinem Baby also dringend zum Arzt.
Zum Arzt solltest du außerdem gehen, wenn die Körpertemperatur trotz fiebersenkender Maßnahmen und Medikamente nicht mindestens vier Stunden gesenkt bleibt, oder wenn das Fieber fünf Tage und länger andauert. Mit Babys unter drei Monaten solltest du bei Auftreten von Fieber auch gleich zum Arzt gehen.

Fieberphasen: Symptome von Fieber beim Baby

Fieber bei Babys verschwindet in der Regel nach wenigen Tagen. Der Körper regelt seine Temperatur wieder von selbst herunter, und das Baby erholt sich vom Fieber. Während dieser Zeit lassen sich drei Phasen des Fieber-Verlaufs erkennen:
Beim Fieberanstieg fühlen sich Stirn und Kopf erhitzt an, während der Rest des Körpers eher kühl wirkt. Oft frieren fiebriger Kinder in diesem Stadium auch, weil der Organismus die Unterschiede zwischen Körperinnentemperatur und -außentemperatur mit Zittern und Gänsehaut auszugleichen versucht. Halte dein Baby in dieser Fieber-Phase warm!
Der Fieberstau markiert den Höhepunkt des Fiebers. Die Wangen glühen dabei und auch der Rest des Körpers fühlt sich heiß an. Dein Kind fühlt sich nun so richtig krank. Nun solltest du alles tun, um die Temperatur beim Baby zu senken. Maßnahmen zu Fieber-Senkung stellen wir dir auf einer der nächsten Seiten vor.
Klingt das Fieber ab, spricht man von Fieberabfall. In dieser Phase schwitzt dein Kind viel und ist schlapp und müde. Wie lange der Körper nun zur Regeneration braucht, ist unterschiedlich. Der Fieberabfall kann sehr schnell erfolgen, aber auch einige Tage andauern.

Fieberkrampf beim Baby: Symptome, Hausmittel & Tipps

Hier stellen wir dir das Dreitagefieber als eine Sonderform des Fiebers beim Baby vor. Außerdem erklären wir dir, was es mit dem Fieberkrampf auf sich hat und wie du dich im Falle eines Fieberkrampfes bei deinem Kind verhalten sollst.

Dreitagefieber

Eine Sonderform des Fiebers ist das Dreitagefieber, von dem vor allem Säuglinge, Babys und Kleinkinder zwischen sechs und 24 Monaten betroffen sind. Typischerweise steigt bei dieser ansteckenden aber harmlosen Viruserkrankung das Fieber sehr plötzlich sehr hoch an und dauert etwa drei bis vier Tage.
Zu Beginn der Erkrankung ist das Dreitagefieber nur schwer zu diagnostizieren, eindeutig identifiziert werden kann es erst nach dem anschließenden Auftreten von rötlichem Hautausschlag am Rumpf. So beängstigend derart hohe Fieberanfälle erscheinen, ein Trost bleibt: Wer einmal am Dreitagefieber erkrankt war, ist lebenslang immun.

Fieberkrampf

Noch bedrohlicher erscheint es, wenn das Baby infolge hohen Fiebers während einer Erkrankung oder nach einer Impfung unversehens in einen Fieberkrampf verfällt: Es verdreht plötzlich die Augen oder blickt starr vor sich hin. Mitunter setzt sogar kurz der Atem aus, die Lippen werden blau, es kann teilnahmslos wirken oder in eine kurze Bewusstlosigkeit sinken. Manchmal beginnen auch das Gesicht und die Gliedmaßen zu zucken. Doch nach nur wenigen Minuten ist der Spuk vorbei.
Versuche bei einem Fieberkrampf nicht, die Zuckungen zu unterdrücken oder das Baby zu schütteln. Ziehe es aus und lege  es unter ein dünnes Tuch ins Bettchen, am besten in stabiler Seitenlage. So kann es sich nicht stoßen. Im Übrigen wird so auch verhindert, dass es sich an eventuell Erbrochenem verschluckt.
Ist der Krampfanfall vorüber, rufe den Notarzt oder stelle das Baby in einer Notfallklinik vor. Dort wird abgeklärt, ob nicht doch eine Krankheit wie etwa eine Meningitis Auslöser für den Fieberkrampf war. In der Regel ist die Ursache bei entsprechend veranlagten Kindern aber einfach eine erhöhte Reizbarkeit der Gehirnzellen, die nur ein Reaktionsmuster kennen: den für die Eltern erschreckenden, doch fürs Baby meist nicht gefährlichen Krampf.
Beim Fieberkrampf ist es angebracht, die Temperatur zu senken: wenn das Baby auch nach einer Schlafphase längere Zeit nicht trinkt, oder das Fieber von Erbrechen und Durchfall begleitet wird, denn hier besteht die Gefahr der Austrocknung.
Dann kannst du mit Hausmitteln wie kalten Waschungen oder nassen Wadenwickeln (diese nicht bei kalten Händen oder Füßen) die Temperatur herunter bringen. Hatte dein Baby schon einmal einen Fieberkrampf, gibst du bei steigender Temperatur vorbeugend ein vom Kinderarzt verschriebenes fiebersenkendes Mittel.
Im Video: Erste Hilfe bei einem Krampfanfall

Fieber lindern bei Babys: So kannst du das Fieber senken

Wir geben dir Tipps, wie du das Fieber bei deinem Baby senken kannst. Aber denke daran: ist das Baby jünger als drei Monate, liegt die Temperatur bei über 38, 5 Grad oder macht dein Baby einen sehr unruhigen oder apathischen Eindruck, solltest du schnellstmöglich zum Arzt!

So senkst du das Fieber beim Baby

Mit einem feuchten Waschlappen: Befeuchte einen Waschlappen mit körperwarmem Wasser und reibe damit die Unterarme des Babys ab. Achte dabei darauf, dass seine Haut nur feucht, nicht nass wird. Lass die Ärmchen dann trocknen. Die Verdunstung der Feuchtigkeit auf der Haut hat einen kühlenden Effekt. Bei Bedarf kannst du das Ganze 30 Minuten später noch einmal machen.

Pulswickel: Befeuchte zwei längliche, dünne Baumwollstreifen zur Hälfte mit Wasser (2 bis 5 Grad kälter als die gemessene Körpertemperatur). Beginne nun mit der feuchten Seite die Unterarme Ihres Babys zu umwickeln. Achte dabei darauf, dass du straff aber nicht einschnürend wickelst. Nachdem du die Streifen aufgewickelt habst (außen müssten nun die trockenen Seiten der Stoffstreifen liegen), fixierst du sie zum Beispiel mit Babysöckchen, bei denen du den Fußteil abgeschnitten haben. Nach zehn Minuten entfernst du die Stoffwickel und widerholst den Vorgang noch ein- bis zweimal. Im Anschluss misst du nach ca. 30 Minuten die Temperatur, die nun gesunken sein dürfte. Bei Bedarf kannst du die Prozedur nach drei Stunden wiederholen.

Fiebersenkende Medikamente: Verabreiche deinem Baby, wenn bisher nichts anderes geholfen hat, fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen in der kindgerechten Dosis. Lasse dich dazu in der Apotheke beraten.

Tipps: Fieber lindern leicht gemacht

Sofern lediglich eine höhere Körpertemperatur gemessen wird und keine anderen Krankheitssymptome wie Hautausschlag, Husten oder Erbrechen und Durchfall das Fieber begleiten, muss die Körpertemperatur nicht zwangsläufig gesenkt werden.
Fieber aber zehrt durch das vermehrte Schwitzen am Wasserhaushalt und den Energiereserven. Und die wollen gefüllt sein. Biete dem Baby immer wieder etwas zu trinken an, entweder aus der Brust oder zusätzlich über das Fläschchen. Am besten geeignet sind ungesüßte Tees oder stilles Wasser mit Zimmertemperatur. Während das Fieber steigt, ist dem Baby eher kühl, sobald aber die Endtemperatur erreicht ist, wird ihm sehr warm sein. Am besten bereitest du dich auf die Temperaturunterschiede vor, indem du es im Zwiebel-Look aus leichter Baumwollkleidung kleidest. Dann kannst du dein Kind nach Bedarf an- und ausziehen.
Achte bei der Kleidung und beim Zudecken im Bettchen darauf, dass keine Stauungswärme entsteht, die die Körpertemperatur zusätzlich nach oben treibt.
Solange dein Baby krank ist, solltest du es übrigens unter ständiger Beobachtung halten. Vor allem im Schlaf steigen bei fiebrigen Babys oftmals die Atem- und Pulsfrequenz. Um problematische Veränderungen schnell zu bemerken, solltest du dein Baby auch nachts in deiner Nähe haben.

Fieber messen beim Baby: So geht das Fiebermessen!

Mit unseren Tipps fürs Fiebermessen bei Baby und Kleinkind bekommst du ganz ohne Stress genaue Messdaten.

Tipps fürs Fiebermessen bei Baby und Kleinkind

Tipp 1: Sicheres Messergebnis
Mediziner und wissenschaftliche Angaben orientieren sich an der Körperkerntemperatur - und die wird bei Babys und Kleinkindern am sichersten und genauesten im Po (rektal) gemessen. Bei älteren Kindern kann man alternativ im Mund messen, aufgrund der unterschiedlichen Wärmezonen ist das Ergebnis aber ungenau.

Tipp 2: Leichteres Einführen
Bei der Po-Messung kann man das Thermometer mit Babycreme oder Vaseline einfetten. Bei Babys lässt sich der Grad-Messer am einfachsten in Rückenlage einführen. Kleinkinder, die ihre Darmmuskulatur anspannen, bäuchlings auf den Schoß legen.

Tipp 3: Mehrfach messen
Fieber kann über mehrere Stunden ansteigen und mitunter sogar sehr schwanken. In der Regel liegt es abends um etwa 0,5 Grad höher als am Morgen. Nähert sich die Körpertemperatur Ihres Kindes der Fiebergrenze, solltest du es dem Arzt vorstellen.

Tipp 4: Thermometer überprüfen
Die Leistung batteriebetriebener Modelle lässt naturgenäß mit der Zeit nach. Teste die Funktionsfähigkeit gelegentlich an dir selbst. So stellst du sicher, dass es jederzeit zuverlässige Ergebnisse liefert.

Bildquelle: Thinkstock

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