Fast Food für Kinder: Tipps und Rezepte

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Fast Food für Kinder: Tipps und Rezepte

Pommes, Pizza und Burger aus dem Schnellrestaurant sollten die Ausnahme bleiben - denn das beliebte Fast-Food gelingt zu Hause gesünder und leckerer

Pommes sind beliebtes Fast-Food

Keine Frage: Es gibt gesündere Möglichkeiten zur leckeren Zubereitung von Kartoffeln. Als Pellis oder Püree zum Beispiel. Aber verteufeln muss man Pommes und weitere klassische Vertreter der Gattung „Fast Food“ deshalb nicht.

Zunächst bedeutet der Begriff ja nichts anderes als „schnelles Essen“. Und das sagt erst mal nichts über die Zusammensetzung aus. Die kann entweder gut oder schlecht sein, je nachdem, welche Lebensmittel drinstecken. Auch eine Banane oder ein Apfel auf die Hand ist schließlich eine schnelle Zwischenmahlzeit.
Wenn es beim Thema Essen aber nur noch um Geschwindigkeit geht, wird´s problematisch. Denn Essen hält Leib und Seele zusammen - und ist eben nicht nur die Versorgung des Körpers mit Energie und Nährstoffen. Im Idealfall ist der Familien-Esstisch ein Ort intensiver Gespräche, geduldigen Zuhörens und liebevoller Zuwendung. Solche Inseln der Ruhe brauchen vor allem eines: Zeit.

Essen - in dreieinhalb Minuten

Dazu passt Fast Food so gar nicht. Jedenfalls nicht als Dauerzustand. In einer Minute serviert, in dreieinhalb Minuten verzehrt: So schnell funktioniert Essen in einem klassisch-amerikanischen Fast-Food-Restaurant - hat der Infodienst Verbraucherschutz-Ernährung-Landwirtschaft (aid) in seiner Broschüre „Fastfood. Essen auf die Schnelle“ ausgerechnet.
In einer deutschen Imbissbude dauert es mit im Schnitt sieben Minuten von der Bestellung bis zum Vertilgen des letzten Stückchens Bratwurst nur unwesentlich länger. „So schnell kann der Magen aber gar nicht mit Sättigungssignalen reagieren“, kritisiert die Ökotrophologin Dorle Grünewald-Funk. Da ist die Gefahr groß, dass sich der Fast-Food-Esser ganz einfach überisst. Vor allem, wenn solche Mahlzeiten buchstäblich vor Fett triefen. Gerade für Kinder kann das auf Dauer zu einem gewichtigen Problem werden. Deshalb lohnt es sich, klassische Fast-Food-Portionen genauer zu beleuchten

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Fast-Food für Kinder bewusst auswählen

Klar sollte sein: Auch wenn Maxi-Portionen im Schnellrestaurant hochgerechnet günstiger sind, so bedeuten sie doch um einiges mehr Kalorien. Lesen Sie hier, welche Burger und Beilagen die gesündere Alternativen zu Cheeseburger und Pommes sind.

Fast-Food mit weniger Fett gesünder

Faustregel: Je weniger Fett eine Fast-Food-Mahlzeit enthält, desto besser, denn damit sinkt auch ihr Kaloriengehalt. So ist eine Pizza mit magerem Schinken belegt gesünder als mit fetter Salami, ein einfacher Hamburger empfehlenswerter als ein Cheeseburger mit Extra-Käsescheibe oder gar ein doppelstöckiger Burger. Und die dicken Pommes aus dem Backofen sind eindeutig schlanker als schmale, aber vor Fett triefende aus der Fritteuse - die dünnen saugen nämlich mehr Fett auf. Und obendrauf macht sich ein Klecks Ketchup besser als ein Haufen Mayonnaise, die bis zu 80 Prozent Fett enthalten kann. Dabei überrascht: Das speziell auf die kleinsten Fast-Food-Fans zugeschnittene Tüten-Angebot der bekannten Restaurantketten schneidet beim Kaloriengehalt gar nicht mal so schlecht ab. Eine kleine Portion Pommes mit einem Hamburger liefert unter 500 Kilokalorien und ist damit durchaus akzeptabel. Allerdings nicht als Snack zwischendurch, sondern als Ersatz fürs Mittagessen.

Achtung, Maxi-Bomben!

Mit einem Cheeseburger anstelle des Hamburgers und einem Becher Cola klettert die Kalorienmenge auf rund 650. Schon entspricht der Energiegehalt einer Kindertüte eher der Hauptmahlzeit eines Jugendlichen oder Erwachsenen. Noch mehr Vorsicht ist geboten, wenn ältere Kinder, die von der Kinderportion nicht mehr satt werden, zu den oft besonders preisgünstigen Maxi-Menüs greifen - schnell sind dann 1200 Kalorien und mehr verputzt. Das sollten Eltern nur in Ausnahmefällen zulassen.

Gesündere Fast-Food-Alternativen für Kinder

Frikadellen mit Salat, Gemüsepizza, Tortillas mit Putenbruststreifen oder ein Döner mit magerem Fleisch und Salat im Fladenbrot: Mit etwas Fantasie lassen sich für alle Fast-Food-Hits der Kids gesündere Alternativen finden. Auch durch eine gute Kombination innerhalb der Mahlzeit verlieren viele Fast-Food-Klassiker ihren Schrecken. (Buchtipp: „Die KinderKüche“ von Susanne Klug, Mosaik bei Goldmann). Denn jeder Burger und jede fette Wurst werden im Handumdrehen mit einem Salat, einem Glas Orangensaft, einem fettarmen Milchprodukt und Obst als Nachtisch für Kinder etwas entwaffnet.
Als Getränk sollten Sie zuckrige Softdrinks einfach links liegen lassen und durch Mineralwasser oder Apfelschorle ersetzen. Fehlende Ballaststoffe und mickrige Vitaminmengen lassen sich bei der nächsten Mahlzeit ausgleichen. Dort kommen dann eben mehr Obst, Gemüse und Vollkornprodukte auf den Tisch. Klassisches Fast Food gesünder und gesundes Fast Food selber machen, so lautet die Zauberformel. Lassen Sie also ruhig mal Pommes im Backofen brutzeln. Wie wäre es dazu mit frischen Champignons aus der Pfanne und einem feinen Kräuterquark? Es gibt viele Möglichkeiten, aus dem „schnellen Essen“ ein durchaus gesundes Mittagessen zu machen. So wird Ihr eigenes Fast Food bestimmt auch bei Ihren Kindern für Begeisterung sorgen.

Gesunde Fast-Food-Rezepte für Kinder

4 Rezepte für gesundes Fast-Food für Kinder

Gesundes Fast-Food für Kinder selbstgemacht

Mit guten Zutaten und etwas Zeit werden aus klassischen Fast-Food-Gerichten leckere Mittagsmahlzeiten.
Pommes Frites als Beilage
Pro Person 200g Kartoffeln schälen und in Spalten schneiden. In eine Schüssel mit Deckel füllen, einen halben Teelöffel Olivenöl und Paprikapulver zugeben. Deckel schließen, kräftig durchschütteln. Backofen auf 220 Grad vorheizen (Umluft 200 Grad), die Pommes auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech füllen, mit grobem Salz bestreuen und 30 Minuten backen.
Fischburger
Pro Portion etwa 100g Fischfilet mit Salz und Pfeffer würzen, in gequirltem Ei und zerbröselten Cornflakes wenden. Bei mittlerer Hitze in der Pfanne von jeder Seite etwa drei Minuten braten. Ein Vollkornbrötchen halbieren, nach Geschmack mit Salat, geraspelter Möhre, Gurke, Tomate, Sprossen und dem Fischfilet belegen. Als Soße eignen sich Ketchup, Remoulade oder Kräutercreme.
Pizza
Für ein Blech 500g Mehl (1050er) mit 1 Päckchen Trockenhefe und etwas Salz vermischen und mit rund 350ml lauwarmem Wasser und 1 Esslöffel Olivenöl zu einem glatten Hefeteig verkneten. Mit Öl bepinselt etwa 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Anschließend ausrollen, mit Tomatenmark und Tomatenstückchen aus der Dose bestreichen, mit Oregano, Salz und Pfeffer würzen. Mit Wunschgemüse, gekochtem Schinken, Mozzarella oder geriebenen Gouda belegen und 20 Minuten bei 220-240 Grad im Ofen knusprig backen.
Döner mit Gyrosfleisch

Pro Portion 100g mageres Schweinefleisch schnetzeln, mit Gyrosgewürz bestreuen, in der Pfanne braten. Aus Zwiebel, Salatgurke, Joghurt, Knoblauch, Salz, Pfeffer und Zitronensaft eine Zaziki-Creme rühren. Eine Ecke Fladenbrot aufbacken, aufschneiden, mit Zaziki bestreichen und mit Salat, Paprika, Gurke, Tomate, Mais und Fleisch füllen.

Der richtige Umgang mit Fast-Food bei Kindern

Die Frage aller Fragen: Wie oft darf Fast-Food auf dem Speiseplan der Kinder stehen?

Wie oft darf Fast-Food sein?

Doch wie oft darf Fast Food wie Pommes, Pizza, Hamburger nun überhaupt auf den Speiseplan von Kindern? Eins ist klar: Ein Komplett-Verbot macht die Fertigprodukte nur unnötig interessant.
Das Forschungsinstitut Kinderernährung in Dortmund gibt daher folgenden Richtwert: Wenn die Ernährung grundsätzlich stimmt und gesund ist, ist Fast Food ein- bis zweimal die Woche in Ordnung, ohne dass die Nährstoffzufuhr leidet. Allerdings sollten das dann keine besonders kalorienreichen Menüs mit Softdrinks sein. Das „volle Programm“ sollten Eltern nicht öfter als ein- bis zweimal im Monat erlauben.

Fast-Food lieber selber machen

Die wohl wichtigste Erkenntnis im Umgang mit Fast Food: Das können Sie besser als die Hamburger-Ketten! Denn grundsätzlich lässt sich der kindliche Appetit auf diese Gerichte auch zu Hause stillen - und zwar viel gesünder. Vor allem, wenn Sie dafür nicht einfach in die Tiefkühltruhe greifen, sondern die Gerichte selbst kochen. Das dauert zwar etwas länger, dafür haben Sie es aber in der Hand, in welchem Fett zum Beispiel die Pommes zubereitet werden.
Tipp: Oliven-, Maiskeim- und Rapsöl liefern besonders viele wichtige Fettsäuren. Auch selbst gemachte Burger punkten in Sachen Nährwert. Ganz ohne Zusatzstoffe lassen sie sich frisch mit Fischfilet oder magerem Hackfleisch zubereiten und mit viel Gemüse und Vollkornbrötchen kombinieren. Lockern Sie dafür ruhig auch mal die Tischsitten: Verzichten Sie aufs Besteck und lassen Sie die Kinder die Burger selbst belegen. Das macht Spaß und ebnet vielleicht der einen oder anderen Tomaten- oder Gurkenscheibe den Weg zwischen die Brötchenhälften.
Ausgewählte Rezepte für gesunde Fast-Food-Varianten finden Sie auf der nächsten Seite!

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