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Wegen Corona: Mehr schwere Erkältungen bei kleinen Kindern

Wegen Corona: Mehr schwere Erkältungen bei kleinen Kindern

RS-Virus

Viele von uns haben den vergangenen Winter ohne Krankheit überstanden. Ein Großteil hatte nicht einmal eine Erkältung. Corona-Maßnahmen sei Dank! Doch genau das rächt sich nun: Wie immer mehr Ärzte berichten, erkranken nun vor allem Kinder viel stärker und häufiger an Erkrankungen der Atemwege als sonst zu dieser Jahreszeit. Besonders das RS-Virus sei gerade auf dem Vormarsch.

Steigende Infektionszahlen seit dem Sommer

Während sich die Menschen immer noch Gedanken um Infektionen mit dem Corona- oder langsam auch wieder dem Grippevirus machen, bemerken Mediziner und Wissenschaftler einen deutlichen Anstieg im Bereich der Atemwegserkrankungen, die durch das Respiratorische Synzytial-Virus RSV ausgelöst werden, vor allem bei Kindern unter 6 Jahren. Derzeit gebe es laut Robert Koch-Institut doppelt so viele Krankheitsfälle wie in den Vorjahren zu dieser Jahreszeit, Tendenz steigend. Ein- bis Vierjährige seien besonders betroffen.

Wie FAZ berichtet, wurden in Deutschland bereits im Juli dutzende Kinder und Babys aufgrund von RSV-Infektionen der unteren Atemwege stationär aufgenommen, was im Sommer sehr ungewöhnlich ist. Normalerweise zeigt sich die Krankheitswelle ab November mit Höhepunkt im Januar und Februar, nun jedoch viel früher. Wirklich konkrete Zahlen gibt es nicht, da eine Erkrankung mit RSV nicht meldepflichtig ist. Laut FAZ bemerkten jedoch auch andere Länder weltweit eine Verschiebung der RSV-Krankheitswelle.

Schlechteres Immunsystem durch Kontaktbeschränkungen

Schuld an den erhöhten Infektionszahlen sollen die Corona-Maßnahmen sein. Im Winter 2020/2021 herrschten strenge Kontaktbeschränkungen, Kitas und Schulen wurden geschlossen und viele Menschen arbeiteten im Home Office. In die Öffentlichkeit trat man fast nur mit Gesichtsmaske und desinfizierten Händen. Das Resultat: weniger Infekte, aber eben dadurch auch ein weniger gefordertes Immunsystem. Doch gerade Baby und Kleinkinder brauchen einen regelmäßigen Kontakt mit Erregern, damit ihr Immunsystem gefordert wird. Viele von ihnen kommen derzeit überhaupt zum ersten Mal mit Viren in Kontakt und können aufgrund ihrer reduzierten Grundimmunität stärker erkranken.

Was genau ist RSV?

Das Respiratorische Synzytial-Virus ist weltweit verbreitet und verursacht akute Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege. Es ist der häufigste Erreger im frühen Kindesalter und tritt vor allem in den Herbst- und Wintermonaten auf. Man kann sich immer wieder erneut mit RSV infizieren, allerdings ist die erste Infektion meist am schwersten.

Oft verursacht er nur eine Erkältung, in manchen Fällen befällt er jedoch auch die unteren Atemwege und muss gegebenenfalls im Krankenhaus behandelt werden. Schwere Verläufe beobachtet man vor allem bei Risikopatienten mit Herzfehlern, chronischen Lungenerkrankungen oder bei Frühgeborenen. Hier empfehlen Ärzte im Vorfeld eine Immun-Prophylaxe mit einem passiven Impfstoff, der den Antikörper Palivizumab enthält. Die Impfung muss alle vier Wochen erfolgen, um den Schutz aufrechtzuerhalten. Ein aktiver Impfstoff für alle Kinder ist bisher noch nicht zugelassen, man forscht seit Jahrzehnten daran. Um einer Infektion vorzubeugen, sollte ausreichend auf Hygienemaßnahmen geachtet werden.

Das sind die Symptome bei einer RSV-Infektion

Der Erreger kann nur im Labor nachgewiesen werden, z. B. durch einen Abstrich der Nasenschleimhaut. Eine Infektion mit RSV lässt sich also nicht so einfach erkennen. Der oder die Erkrankte kann lediglich die Symptome einer simplen Erkältung zeigen oder im schlimmsten Fall eine Lungenentzündung oder Bronchitis entwickeln. Dennoch sind diese Anzeichen bei einer RSV-Infektion recht häufig:

Behandeln sollte man diese Symptome mit einfachen Mitteln wie viel trinken oder kindgerechten Nasentropfen.

Bei fortschreitendem Verlauf:

  • hohes Fieber in Kombination mit einem oder mehreren der folgenden Punkte
  • Husten mit Auswurf
  • Atemprobleme oder erhöhte Atemfrequenz
  • Lungengeräusche
  • schlechter Allgemeinzustand

Bei diesen Symptomen sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden!

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Bildquelle: Getty Images/SeventyFour

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