Hilfe, mein Kind ...schläft nicht, beißt, isst nicht

Kleinkind

Hilfe, mein Kind ...schläft nicht, beißt, isst nicht

Ihr Kind schläft nicht, beißt oder macht wieder in die Hose? Wir haben Erste-Hilfe-Tipps für die häufigsten Erziehungsnotfälle.

Mein Kind schläft nicht.

Klar, ausreichend Schlaf ist für die Entwicklung eines Kindes sehr wichtig. Körper, Geist und Seele kommen zur Ruhe und das über den Tag Erlebte kann im Schlaf verarbeitet werden. Kinder wachsen sogar beim Schlafen, denn in der Tiefschlafphase wird das Wachstumshormon gebildet. Aber: Jedes Kind hat seinen individuellen Schlafrhythmus. Im Schnitt sollten Kinder zwischen sechs und zehn Jahren ungefähr zehn Stunden schlafen, wobei diese Dauer um zirka zwei Stunden mehr oder weniger schwankt. Doch: Bis drei Uhr morgens befindet sich der menschliche Organismus in der erholsamsten Schlafphase. Entscheidend ist also, über wie viele Stunden sich das Kind bis drei Uhr morgens erholen kann. Das Sandmännchen sollte seine Arbeit daher am besten bis 21 Uhr verrichtet haben.

Schlaflos im Kinderzimmer? Jedes Kind hat seinen eignen Schlafrhythmus. Entscheidend ist, dass die Eltern keinen Druck ausüben.

Möglichst keinen "Einschlaf-Druck" erzeugen - das ist die Devise für Eltern. Bei Schlafstörungen sollten sie viel eher auf Ursachenforschung gehen. Sind die Schlafprobleme nur vorübergehend oder halten sie schon länger an? Gibt es familiäre oder schulische Probleme, die dem Kind den Schlaf rauben könnten? Kann das Kind bestimmte Reize (TV, Computerspiele, zu später Stunde erledigte Hausaufgaben) schlecht verarbeiten?
Hilfreich: Einschlafrituale wie Gute-Nacht-Geschichten, Entspannungsübungen oder auch Nachtlampen.

Mein Kind macht wieder in die Hose

Wenn Kinder wieder einnässen, obwohl sie schon trocken waren, machen sich viele Eltern ernsthafte Sorgen. Was Sie tun können und warum in den meisten Fällen Panik unnötig ist.

Eigentlich war das Kind schon trocken, doch plötzlich macht es wieder in die Hose. Eine Geduldsprobe für die Eltern wie für das Kind. Entwickelt sich das Kind jetzt zurück? Ist es entwicklungsgestört oder krank? Keine Sorge! In den meisten Fällen hat das Einnässen keinen tieferen Grund und gibt sich ganz von selbst wieder.
Kinder lernen erst im Alter von zwei bis drei Jahren, wie sie ihren Stuhlgang regulieren können. In vielen Fällen können sie den Harndrang zunächst nur tagsüber kontrollieren, nässen aber nachts ein. Erst wenn das Kind mindestens fünf Jahre alt ist und sich mindestens zwei Mal im Monat einnässt, sollten Sie den Kinderarzt aufsuchen. Dieser wird untersuchen, ob das Kind an Enuresis (Bettnässen) erkrankt ist. Außerdem sollten in diesem Fall auch andere Erkrankungen wie Diabetes oder Harnwegsentzündungen ausgeschlossen werden.

Die Windel ist schon passé, aber plötzlich steht die Hose wieder unter Wasser

Mein Kind kommt mit seinem Taschengeld nicht aus

Sparen oder verprassen - jedes Kind geht anders mit seinem Taschengeld um. Aber wenn es gar nicht damit zurecht kommt, was dann?

Auch mit Taschengeld verhält sich jedes Kind gemäß seinem Naturell. Die einen stecken jeden Cent ins Sparschwein, die anderen geben ihr gesamtes Geld bereits am „Zahltag“ aus. Wichtig für Eltern: Halten Sie sich beim Thema Taschengeld an Regelmäßigkeiten. Soll heißen: Geben Sie Ihrem Kind den Zuschuss immer am gleichen Tag, ohne vorherige Aufforderung. Vorschüsse sollten absolut tabu sein. Das Kind muss selbst Sparen lernen. Wie bei allen Themen gilt auch hier: Reden Sie mit Ihrem Kind über die Einteilung seines Geldes und geben Sie ihm Tipps, wie es besser haushalten kann.

Ist Ihr Kind regelmäßig in finanziellen Nöten? Vorsicht! Vorschusszahlungen sind kontraproduktiv.

Mein Kind isst Nasenpopel.

Pfui, eben noch in der Nase - jetzt schon landet der Popel im Mund. Was Sie tun können, um Ihrem Kind zu zeigen, dass dieses Verhalten nicht gerade "sozial anerkannt" ist.

Von den Höhen des Riechkolbens direkt in den Mund? Das Verspeisen von Nasensekret entspricht nicht der Etikette.

"Igitt!" Das ist wahrscheinlich die erste Reaktion, wenn Sie Ihr Kind dabei beobachten, wie es sich genießerisch den Inhalt seines Riechkolbens in den Mund steckt. Gesundheitlich ist der Verzehr von Nasensekret glücklicherweise unbedenklich. Aber natürlich gehört es, genauso wenig wie das in der Nase bohren an sich, nicht zur feinen englischen Art.
Wahrscheinlich hat Ihr Kind diese Unart von anderen abgeguckt und imitiert sie einfach. Deshalb: Sprechen Sie offen mit ihm darüber und klären Sie es darüber auf, dass andere Leute dieses Verhalten ekelig finden. Zeigen Sie ihm, dass man Nasenpopel am besten mit einem Taschentuch „entsorgt“.

Mein Kind isst nicht - was tun?

Warum ist mein Kind nicht? Keine Panik, im Normalfall spürt ein gesundes Kind, wie viel Hunger es wirklich hat.

Ihr Kind ist ein schlechter Esser? Zunächst sei mal eines klar gestellt: Kein Kind will freiwillig verhungern oder macht sich Sorgen um seine schlanke Linie. Vorsicht vor Vergleichen! Jedes Kind hat einen individuellen Bedarf an Kalorien. Ein aktiveres Kind hat zum Beispiel mehr Umsatz als ein eher ruhiges Kind.

Meine Suppe ess' ich nicht ... Kleine Mahlzeit-Verweigerer lösen bei Eltern oft Besorgnis aus.

Die Eltern sollten das Kind auf keinen Fall zum Essen zwingen. Ein gesundes Kind spürt selbst ganz genau, wann es wie viel Hunger hat. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind nicht genug isst, sollten Sie eine Woche lang aufschreiben, was das Kind so zu sich nimmt. Was man oft vergisst: Auch Getränke und kleine Snacks tragen zur Kalorienversorgung bei.
Ab zum Kinderarzt, heißt es, wenn Sie folgende Alarmsignale bemerken:

➤ Das Kind nimmt über einen längeren Zeitraum ab.
➤ Das Kind ist häufig krank
➤ Das Körperwachstum stoppt.
➤ Das Kind Schmerzen hat Schmerzen beim Essen oder der Verdauung.

Mein Kind schwänzt die Schule oder macht seine Hausaufgaben nicht

Egal, welches Schulproblem Ihnen als Eltern auf den Magen schlägt - versuchen Sie den Kontakt und das Gespräch mit Ihrem Kind. Denn wenn Sie die Gründe kennen, ist meist auch die Problemlösung nicht weit.

Die Information ist für Eltern erst mal schockierend: Mein Kind schwänzt die Schule. Wichtiger als das Delikt zu ahnden, ist die Suche nach der Ursache dafür. Aus welchem Grund möchte das Kind die Schule unbedingt meiden? Wird es von Mitschülern gemobbt? Hat es Angst vor einem Lehrer oder einer Prüfungssituation?
In der Pubertät steckt hinter dem Schuleschwänzen oftmals reines Protestverhalten à la: Wie weit kann ich gehen? Eltern sollten hellhörig werden, wenn das Kind sie häufig um eine Befreiung vom Unterricht bittet. Suchen Sie das Gespräch mit dem Kind und gegebenenfalls auch den Lehrern.

Mein Kind macht seine Hausaufgaben nicht

Keine Lust auf Hausaufgaben - wer kennt diese Einstellung nicht aus seiner eigenen Schulzeit. Wenn mal Hausaufgaben vergessen oder verschoben werden, besteht bei gleich bleibender schulischer Leistung noch kein Grund zur Sorge. Wird es aber zur Regelmäßigkeit, dass das Kind seine Hausaufgaben einfach ignoriert, sollten Eltern in jedem Fall mit ihm darüber reden. Rüge und Strafe? Auch hier kontraproduktiv. Das Kind muss merken, dass es einen Fehler begeht, wenn es die in der Schule bestehenden Regeln bricht.
Eltern sollten aber auch in diesem Fall hinterfragen, warum das Kind die Hausaufgaben verweigert:
➤ Hat es Angst davor, an den Aufgaben zu scheitern?
➤ Sind die Aufgabenstellungen vielleicht sogar zu komplex oder umfangreich?
➤ Testet Ihr Sprössling einfach nur seine Grenzen?
Begleiten Sie Ihr Kind bei der Erledigung der Aufgaben, bieten Sie Ihre Hilfe an, aber drängen Sie ihm diese nicht auf. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit einer Hausaufgabenbetreuung – entweder in der Schule, bei einer Nachhilfegruppe oder vielleicht sogar im Freundeskreis.

Mein Kind lügt - was tun?

Gezielte Lüge oder einfach zuviel Fantasie - das zu unterscheiden, fällt oft nicht leicht. So reagieren Sie richtig.

Haben Sie einen kleinen Baron Münchhausen zu Hause? Hier gilt es für Eltern zu unterscheiden: Lässt das Kind einfach mal seine Fantasie spielen oder lügt es gezielt. Besonders kleinere Kinder erfinden Geschichten, Halbwahrheiten oder imaginäre Freunde. Oft lügt ein Kind auch einfach, um auf sich aufmerksam zu machen oder die Realität ein wenig interessanter darzustellen. Wer könnte ihm das verdenken, wir Erwachsene flunkern doch selbst ganz gerne mal.

Lügen haben kurze Beine! Wächst Ihrem Kind langsam eine Nase wie Pinocchio?

Außerdem fällt es Kindern oft noch gar nicht so leicht, Wahres und Unwahres voneinander zu unterscheiden. Wenn das Lügen aber zur Gewohnheit oder gezielt eingesetzt wird, um Fehlverhalten zu vertuschen, sollten Eltern ein vertrauensvolles Gespräch suchen. Wichtig: Suchen Sie dabei nicht nach einem Schuldigen, sondern fragen Sie das Kind, warum es die Wahrheit so fürchtet.
Folgende Fragen sollten Sie sich ebenfalls stellen:
➤ Braucht das Kind vielleicht mehr Aufmerksamkeit oder Selbstbewusstsein?
➤ Ist man selbst in manchen Dingen vielleicht nicht konsequent oder streng genug?
➤ Und nicht zuletzt: Wie ehrlich bin ich selbst zu meinem Kind?

Mein Kind beißt oder ärgert andere - was tun?

Sie möchten im Boden versinken, weil Ihr Kind ein echter Kita-Schreck ist und andere Kinder ärgert oder gar beißt? Das können Sie tun.

Erst mal ein Schock, wenn die Erzieherin von den Gewalttaten des eigenen Sprosses aus dem Kita-Alltag berichtet. Das eigene Kind beißt ein anderes. Dabei hat es doch gerade mal Zähnchen bekommen.

Beißen, zwicken, schlagen - Wenn das eigene Kind ein echter Krawallbruder ist

Besonders Kleinkinder versuchen, mit Beißen und Hauen ihre Besitzansprüche auf Spielzeug anderen Kindern gegenüber geltend zu machen. Sie können sich verbal noch nicht ausreichend verständigen, deshalb probieren sie es mit Gewalt. Für Eltern heißt es jetzt: dranbleiben! Sie sollten ihrem Kind immer wieder klar machen, dass Bisse und Hiebe falsch sind. Schreiten Sie direkt ein und zeigen Sie dem Kind, was es anders machen kann. Ältere Kindern müssen lernen, wie sie sich richtig entschuldigen können. Denn: Ist dem Kind einmal klar, dass es etwas Falsches getan hat, wird es ihm auch leidtun.

Mein Kind ärgert andere Kinder

Schubsen, zwicken, beißen - Ihr Kind ist auf Krawall gebürstet? Besonders in neuen Situationen, wie zum Beispiel am Anfang der Kindergartenzeit, testen sich Kinder in Gruppen aus. Wie weit kann ich gehen und was erreiche ich damit? Wenn sich die betroffenen Kinder nicht wehren, gewähren sie dem Störenfried natürlich die Grenzüberschreitung. Wenn sich aber in Kita oder Kindergarten erst mal eine Gruppenstruktur etabliert hat, werden sich die Grabenkämpfe wieder legen. Und: Je besser sich Kinder verbal verständigen können, desto weniger leben sie ihre Aggressionen körperlich aus. Bestärken Sie Ihr Kind, mit anderen zu kommunizieren sobald es Probleme gibt. Wenn Sie selbst sehen, dass ihr Kind andere Kinder ärgert, sollten Sie es zur Seite nehmen und ihm erklären, was falsch daran ist.

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