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Kita-Personal-Impfung im Mai? Verbände und Erzieher*innen fordern schnellere Impfungen

Kita-Personal-Impfung im Mai? Verbände und Erzieher*innen fordern schnellere Impfungen

Corona-Impfungen

In einem Interview bei MDR aktuell äußerte sich Familienministerin Franziska Giffey, dass das Kita-Personal nicht vor Mai geimpft werden kann. Nun fordern mehr und mehr Verbände schnellere Impfungen für Erzieherinnen und Erzieher und machen Druck auf die Bundesregierung.

"Ich kann auf Bundesebene dafür sorgen, dass die Kinder und Jugendlichen nicht vergessen werden"

Familienministerin Giffey setzt sich nach eigenen Aussagen aktuell vor allem dafür ein, dass die Kinder und Familien nicht vergessen werden und sagte zu MDR aktuell: "Gerade für Familien sind die Belastungen sehr hoch und deshalb ist es wichtig, dass dieses Thema in allen Bereichen immer wieder nach vorne gebracht wird."

Darum könne das Kita-Personal nicht eher geimpft werden

Giffey betont gegenüber dem MDR auch, dass Impfungen für das Kita-Personal und dessen Sicherheit wichtig sind. Doch könne die Impfung aus logistischen und organisatorischen Gründen nicht vor Mai stattfinden.

"Wir müssen das Impfen so schnell es geht, vorantreiben. Bis das möglich ist, müssen wir das Testen auch erweitern. Wir werden einige Zeit brauchen, denn die Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher sind in der dritten Prioritätsgruppe. Das wird, denke ich, vor Mai nicht soweit sein."

Franziska Giffey MDR aktuell

Caritas kritisiert Priorisierung der Kita-Erzieher*innen

Diese Priorisierung kritisiert jetzt u.a. der Caritas-Verband München, der eine möglichst schnelle Impfung der Kita-Beschäftigten fordert. Bei der aktuellen Priorisierung könne das Personal nicht schnell genug geimpft werden. Das wäre nötig, da die Erzieher*innen alle eng mit den Kindern arbeiten und diese Sicherheit brauchen. Dann könnten die Kitas auch eher wieder schrittweise geöffnet werden: "Wir sehen eine Anhebung dieser Berufsgruppen in die Prioritätsgruppe 2 als dringend geboten an" so Gabriele Stark-Angermeier, Vorständin des Caritasverbandes der Erzdiözese München und Freising.

Erkrankt in den Kitas? Zu Zwei Dritteln das Personal

Die Familienministerin bestätigte zudem gegenüber MDR aktuell, dass das Kita-Personal  zu zwei Dritteln zu den Erkrankten in den Kitas gehöre, nicht die Kinder. Diese seien nicht die Infektionstreiber und insgesamt unterdurchschnittlich erkrankt.

"Der Lockdown wirkt. Wir haben bei den 0 bis 5-jährigen Kindern nur 1,9 % der Erkrankten. Das ist unterdurchschnittlich, was die Bevölkerung angeht. Aber wir sind zwischen den Bundesländern da große Unterschiede. Das ist für das Personal eine schwierige Situation."

Franziska Giffey, MDRaktuell

Öffnungstrategie der Kitas soll im Februar Priorität haben

Insgesamt scheint die Ministerin sehr auf der Seite des Kita-Personals und der Kinder zu sein. Doch die Priorisierung erschwert es der Politikerin, das Impfen voranzutreiben. Sie betont, dass sie alles dafür tun würde, die unterschiedlichen Interessen von Eltern, Erzieherinnen und Erzieher und Kindern zu vereinen: "Wenn das Personal geimpft ist, wird die Sicherheit für alle Beteiligten größer sein. Bis das soweit ist, müssen auch die Testkapazitäten ausgeweitet werden."

Wann das ist und ob dies beschleunigt werden könne, steht noch in den Sternen. Die Kitas seien laut Familienministerium die ersten, die schrittweise wieder geöffnet werden sollen, doch ein konkreter Zeitpunkt wird nicht genannt. An einer Öffnungsstrategie, die die Impfung einschließt, wird aktuell gearbeitet.

Bildquelle: Getty Images/DGLimages
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