Langzeitstillen: Mama wird für Foto von stillendem Dreijährigem beschimpft

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Langzeitstillen: Mama wird für Foto von stillendem Dreijährigem beschimpft

Es war nur eine Frage der Zeit, bevor wieder ein Stillbild für Furore sorgt: Dieses Mal traf es eine Mutter aus Australien, die in einem Facebook-Post offen über ihre Alltagsschwierigkeiten schrieb. Und dabei ein Bild postete, in dem sie ihren dreijährigen Sohn in einem Kaufhaus stillt. Warum ist Langzeitstillen nur so kontrovers?

Sarah Mills sitzt an einem heißen Tag in Target auf dem Fußboden, umrandet von ihren Kids, die Badeschuhe anprobieren. Und hat ihren jüngsten auf dem Schoß, der stillt.

Ein Bild, dass den Alltag vieler Mamas da draußen beschreibt - meist nur hinter verschlossenen Türen. Denn Stillen in der Öffentlichkeit ist leider weiterhin ein Tabu und das Stillen von Kleinkindern etwas, worüber die wenigsten gerne öffentlich sprechen. Und nicht, weil es "unnatürlich" ist, sondern um sich und ihre Kinder vor Beschimpfungen zu bewahren.

Halten sich manche Passanten noch zurück, lösen Bilder stillender Mütter in Social Media regelmäßig einen Shitstorm aus. Besonders dann, wenn das Stillkind über ein Jahr alt ist. Denn wird schon das Stillen unseres Babys oft kommentiert, gehören für viele Kleinkinder nicht mehr an die Brust.

Langzeitstillen: Ganz normal und dennoch kritisiert

Dabei deckt sich sogenanntes “Langzeitstillen” mit den offiziellen Still-Empfehlungen der WHO. Von der Tatsache abgesehen, dass die Entscheidung ob und wie lange wir unsere Kinder stillen eine ganz individuelle ist, die nicht nur öffentlichen Diskussion stehen sollte.

Sarah Mills machte leider eine ganz andere Erfahrung und bekam hunderte wütende Kommentare, die sie als “krank” und sogar als Pädophile bezeichneten. Dabei sprach sie sich in ihrem Post noch nicht einmal übers Stillen selbst, sondern über die Erkennungsmerkmale von Angststörungen aus, mit denen sie derzeit kämpfe. Und dass die unkonventionelle Stillpause auf dem Fußboden mit ihrem Kleinen ihr eine kurze Ruheoase an einem sehr schwierigen Tag gab.

Wir finden, so viel Mut und Offenheit hat keinen Shitstorm, sondern unseren Respekt verdient. Denn jedes Bild, das das Stillen und Langzeitstillen normalisiert, ist ein Erfolg. Und mit ungefilterten Einblicken in unseren Alltag unterstützen wir Familien uns gegenseitig. Und das fanden auch einige andere Mamas:

"Ich finde es bewundernswert, dass du tust, was für dich und deine Familie am besten ist, egal wo. Ich denke wir müssen überdenken, was gesellschaftsfähig ist und aufhören, zu verurteilen, " schreibt Tami.

Rhiannon kommentiert: "Toll! Manchmal fühle ich mich wie die einzige Frau der Welt, die ihr riesiges Kleinkind "immer noch" stillt, aber mich interessiert die Verurteilung durch andere auch nicht. Toll, dass du dir eine Pause gegönnt hast, ich selbst bin noch nicht mutig genug, alleine mit meinen Zwei shoppen zu gehen. Eines Tages!"

Wie findet ihr den Post von Sarah? Schreibt uns auf Facebook!

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