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Laut TÜV: An diesen 8 Zeichen erkennen Eltern, ob ein Spielplatz sicher ist

Laut TÜV: An diesen 8 Zeichen erkennen Eltern, ob ein Spielplatz sicher ist

Expertentipps

In Deutschland ist ja fast alles geregelt, sogar die Prüfung und Sicherheitskriterien für Spielplätze. Doch wie wir als Eltern wissen, finden wir dennoch manchmal einen Spielplatz oder Teile davon in Absperrung. Dann wurden Mängel festgestellt, die zugunsten der Sicherheit beseitigt werden müssen. Woran erkennt man aber, dass ein Spielplatz regelmäßig geprüft und auch sicher ist?

Spielplätze müssen wöchentlich geprüft werden

Laut Spielplatzprüfer Goran Zovak vom TÜV Nord müssen Spielplätze regelmäßig geprüft werden. Dies legt die Sicherheitsnorm DIN EN 1176 Teil 1-11 für Spielplätze fest. Darin ist sogar festgehalten, wie und wann ein Spielplatz geprüft werden muss bzw. wann er als sicher gilt. Wer diese Prüfung durchführen muss? Grundsätzlich sei dafür der Betreiber des Spielplatzes verantwortlich.

Er solle laut TÜV den Spielplatz wöchentlich kurz in Augenschein nehmen bzw. dies an die Haus- oder Grünanlagenverwaltung übergeben. Außerdem müsse es alle drei Monate eine Funktionskontrolle der Geräte geben. Der TÜV schaut einmal jährlich auf Spielplätzen, ob der Zustand der einzelnen Geräte auch der Norm entspricht bzw. sicher ist. Der Spielplatzprüfer empfiehlt Eltern auf folgende Kriterien zu achten.

"Die meisten Betreiber achten auf den Zustand ihrer Spielplätze. Trotzdem kommt es vor, dass ein Spielplatz keinen guten Eindruck macht. Das kann an mangelnder Kontrolle liegen oder am Vandalismus, gegen den auch der sorgfältigste Betreiber nicht gefeit ist."

Goran Zovak, TÜV Nord
Spielplatzprüfung TÜV Nord
Der TÜV schaut genau, ob alle Spielgeräte gut befestigt sind.

#1 Din-Norm Kennzeichnung

Dass ein Spielplatz vom TÜV geprüft wird, geht auf die Initiative des Betreibers zurück. Dieser ist meist am Beginn des Spielplatzes ausgewiesen, das kann das örtliche Ordnungs- und Grünflächenamt sein oder es handelt sich um die Hausverwaltung der jeweiligen Wohnanlage.

Dieser Betreiber muss den TÜV jährlich mit der Spielplatzprüfung beauftragen. Zusätzlich muss er regelmäßig selbst dafür sorgen, dass die Spielgeräte in Ordnung sind und keine Gefahr für die Kinder darstellen. Wenn er bei seiner regelmäßigen Begehung feststellt, dass ein Gerät Mängel hat, muss er dies absperren und dafür sorgen, dass es repariert wird. Die Hersteller der Spielgeräte müssen sich an die DIN-Norm halten. Eltern erkennen ein sicheres Spielgerät z.B. an der DIN EN 1176 Nummer, die sich meist an den Geräten befindet.

#2 Sicherer Fallschutz

Sobald Spielgeräte unsere Kinder in die Höhe führen, sollte es unten drunter einen Fallschutz geben. Das kann eine solide Schicht aus Sand, Holzschnitzel, Kies oder Fallschutzmatten und ähnliches Material sein. Auch weicher Rasen federt bei einem Sturz etwas ab.

#3 Intaktes Holz

Holz ist als Naturmaterial der Witterung ausgesetzt. Vor allem im Herbst und Winter wird es in langen Regenphasen viel Feuchtigkeit ausgesetzt. Spielgeräte aus Holz können daher schneller morsch werden oder bilden starken Moos- oder Pilzbefall aus. Dadurch lässt sich das Holz leichter eindrücken und wird eher brüchig und verliert an Tragkraft. Bei der Spielplatzprüfung achten die Experten daher immer auf den Zustand der hölzernen Stützpfeiler im feuchten Sand, die schnell instabil werden können.

#4 Sauberer feiner Sand

Sand ist nicht gleich Sand. Der ideale Spielplatzsand sollte sehr feinkörnig sein und frei von Chemikalien. Kinder schlucken beim Toben und Spielen gern mal den Sand herunter. Als Eltern sollten wir immer schauen, dass auf dem Spielplatz weder Hundekot, noch Glasscherben, Spritzen oder Zigaretten landen. Wenn ein Spielplatz durch solche für Kinder gefährlichen Dinge unbenutzbar wird, muss ebenfalls der Betreiber bzw. das Ordnungsamt informiert werden.

„Wenn der Betreiber nicht feststellbar ist, können Sie sich an das Ordnungsamt wenden, bei Gefahr in Verzug sogar an die Polizei“

Goran Zovak, TÜV Nord Spielplatzprüfer

#5 Splitterfreie Spielgeräte

Das Material der Spielgeräte sollte möglichst splitterfrei sein. Sonst könnten sich die Kinder beim Klettern an Händen und Füßen verletzen. Es dürfen keine Nägel überstehen, Kanten sollten nicht scharf sein und es sollte keine scharfkantigen Teile geben, sonst besteht ein Mangel.

#6 Feste Netze und sichere Griffe

Kinder lieben es, an Netzen zu klettern und sich an Griffen hochzuziehen. Diese sollten fest verankert und unversehrt sein. Alle Griffe, Sitze und Co. sollten festgeschraubt, ohne Risse oder spröde Stellen auskommen.

#7 Festverankerte Schaukeln

Eine Schaukel für Kinder sollte besonders fest im Boden verankert sein, denn sie muss einiges aushalten und darf bei Benutzung nicht wackeln. Sie sollte keinen Rost aufweisen, weil dann das Material brüchig und locker wird. Die Schaukel-Kettenglieder sollte man sich genau ansehen.

"Insbesondere das erste und das letzte Kettenglied sind besonders starken Belastungen ausgesetzt. Hier lohnt sich ein kritischer Blick.“

Goran Zovak, TÜV Nord Spielplatzprüfer

#8 Giftige Pflanzen

Es hat zwar nichts mit den Spielgeräten zu tun, doch ist ein wichtiger Faktor für einen sicheren Spielplatz: Giftpflanzen gehören nicht ins Umfeld eines Spielplatzes. Kleinere Kinder sind neugierig, zupfen gern alles ab und stecken sich noch viel in den Mund. Bestimmte giftige Pflanzen wie Goldregen, Seidelbast, Pfaffenhütchen und Stechpalme sind daher im Spielplatzumfeld verboten.

Pflanzen bestimmen für Dummies
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Was tun, wenn wir Mängel am Spielplatz feststellen?

Leider gibt es kein Zeichen oder Sigel, an dem wir erkennen können, ob ein Spielplatz TÜV-geprüft ist. Sollte ein Spielgerät eingezäunt oder abgesperrt sein, heißt das, es wird gerade gewartet. Wenn ihr einen der oben genannten Mängel an den Spielgeräten feststellt, dann könnt ihr euch an den Betreiber wenden.

Meistens steht am Eingang des Spielplatzes ein Schild, ob der Platz zum Ordnungsamt oder Grünflächenamt gehört oder zu einer Wohnanlage/Hausverwaltung etc. Wenn dies nicht der Fall ist, könnt ihr euch immer ans Ordnungsamt wenden und bei Gefahr im Verzug, also wenn es sich um ein akute Unfallgefahr handelt auch immer an die Polizei. Das empfiehlt auch der TÜV Nord.

Wenn euer Kind einen Unfall auf dem Spielplatz hat, der eindeutig im Zusammenhang mit einem defekten Gerät steht, wäre auch der Betreiber verantwortlich. Wenn sich dieser nicht ermitteln lässt, könnt ihr euch an die Polizei wenden.

Bildquelle: Getty Images/Images By Tang Ming Tung TÜV Nord

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