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Schnullerfee & Co

Schnuller abgewöhnen: 6 richtig gute Wege, den Nuckel loszuwerden

Euer Kind ist ein Schnullerkind? Es kann sehr hilfreich sein, wenn es sich damit selbst beruhigen kann. Leider haben wir Eltern dann das Problem, ihn irgendwann abgewöhnen zu müssen. Denn viele Nuckellieberhaber*innen geben ihn selten von sich aus her. Warum es irgendwann Zeit wird und auf welche Weise ihr eure Kinder vom Schnuller entgewöhnen könnt.

#1 Die radikale Methode: Schnuller-Entzug von heute auf morgen

Vor allem wenn ein Kind sehr intensiv schnullert, wird dieser Weg schwierig werden. Manche Eltern werden die Hände überm Kopf zusammenschlagen: Aber die abrupte Methode kann funktionieren. Nicht bei jedem Kind, doch manchmal ist ein direkter Entzug von heute auf morgen das Richtige. Ihr könnt das probieren, wenn ihr den Eindruck habt, euer Kind nutzt den Schnuller nur als Ablenkung oder wenn ihm langweilig ist oder auch, wenn es sich ärgert, weil es etwas möchte und es nicht bekommt. Dennoch solltet ihr dann nicht einfach sagen: So, der Nucki kommt weg, sondern das Gespräch suchen.

Erklärt, warum der Schnuller nicht mehr gut ist, seid für euer Kind da, tröstet es und überlegt euch einen Ersatz. Denn viele Kinder werden in jedem Fall ihre Zeit brauchen, bis sie sich ohne Weinen daran gewöhnt haben, dass sie den Schnuller in emotionalen Situationen oder zum Einschlafen nicht mehr bekommen. Auch ein plötzlicher konsequenter Schnullerentzug sollte mit viel Liebe, Zuwendung und Geduld begleitet werden. Es kann sein, dass euer Kind noch lange nach dem Nucki verlangt, aber es kann auch sein, dass euer Sohn oder Tochter es besser akzeptiert als ihr denkt. Je nachdem, ob ihr seine anderen Bedürfnisse nach Nähe, Bindung und Trost kompensiert.

#2 Schnuller weg mit dem Schnullerfee-Trick

Viele Eltern versuchen es mit der Schnullerfee: Ähnlich wie die Zahnfee, könntet ihr eurem Kind erzählen, die Schnullerfee kommt und nimmt alle Schnullies irgendwann mit. Das heißt, ihr erklärt das eurem Kind ein paar Tage lang und dann an einem festen Tag packt ihr alle Schnuller weg. Stattdessen bekommt euer Kind von der Schnullerfee ein kleines Geschenk. Übertreibt es vielleicht nicht mit der Größe vom Geschenk, sonst gewöhnt euer Kind sich daran, für solche Taten etwas erwarten zu dürfen. Aber eine Kleinigkeit darf es auf jeden Fall sein. Ein Pixiebuch, ein paar Stifte oder Haargummis, Socken mit den Lieblingsmotiven oder der Lieblingssnack.

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#3 Schnuller abgewöhnen mit dem Schnullerbaum

In manchen Städten gibt es sogenannte "Schnullerbäume". Da hängen alle Kinder ihre abgelegten Schnuller dran, wenn sie sich nicht mehr brauchen. Wenn euer Nachwuchs sieht, dass auch andere Kleine ihre Nuckels abgegeben haben, ist er motivierter das auch zu schaffen. Macht einen richtigen festlichen Akt draus und zelebriert das Abgeben des Schnullers. Auch hier hilft eine kleine Belohnung wie ein Eis oder der Besuch eines Lieblingsortes, dass das Kind zufriedener ist. Natürlich müsst ihr auch hier euer Kind weiterhin begleiten, denn es wird Situationen geben, wo es den Tröster zurück möchte. Dass das funktioniert mit Schnullerbaum oder Schnullerfee ist nicht gesagt. Vielleicht gibt es auch Rückfälle. Bleibt konsequent! Hier noch einige Tipps, falls es gar nicht klappt:

#4 Nuckel abgewöhnen: Klaus Schnullermaus war da und tauscht gegen ein Geschenk!

Beim abendlichen Vorlesen beginnt der langsame Schnuller-Entzug ganz kuschelig. Kinder, die Bücher lieben, könnt ihr leichter mit einer Geschichte überzeugen: Es gibt diverse Bücher zum Thema "Schnuller abgeben". Wie z.B. "Klaus Schnullermaus" oder das "Schnuller-Monster". So lernt das Kind spielerisch mit der Geschichte, wie cool es ist, endlich schnullerfrei zu sein. Lest diese Geschichte sehr oft vor und packt schrittweise die Schnullies weg. Dann könnt ihr erzählen, dass die Schnullermaus oder das Schnullermonster diese geholt hat. Am Ende lässt diese auch ein Geschenk da, wenn alle Schnuller abgegeben sind.

Katja Nauck

So hat der Schnuller-Entzug bei uns geklappt

Meine Tochter hat bis zu ihrem dritten Geburtstag leidenschaftlich ihren "Nunu" geliebt. Wir haben mit 2,5 Jahren angefangen, ihr zu erklären, dass es den Schnuller nur noch im Auto, beim Schlafen oder in besonders herausfordernden Situationen wie Krankheit oder stressige Zeiten gibt. Ganz langsam haben wir ihr ihn seltener gegeben, aber zum Schlafen brauchte sie ihn noch viele Wochen weiter, sonst brannte die Luft ;) Auch in der Kita hat sie ihn länger noch gewollt, als er tagsüber schon zu Hause nicht mehr nötig war. Geholfen hat uns auch das Buch Klaus Schnullermaus, das Oma Johanna ihr geschenkt hat. Damit haben wir das schon spielerisch thematisiert. Doch ausschlaggebend war der Besuch der Zahnärztin, die nochmal beim dritten Geburtstag betont hat, wie schön und wichtig es wär, wenn der Schnuller auch nachts weg kommt. Die Zahnärztin und ich haben ihr dann nochmal erklärt, warum das so wichtig ist für die Zähne. Ab diesem Tag gab es abends zum Einschlafen keinen Schnuller mehr. Das waren dann echt noch ein paar herausfordernde Wochen für uns mit vielen Tränen und Wut und kuschlig-tröstender sehr laaaanger Einschlafbegleitung, aber nach ca. 3 Monaten hat sie es geschafft und nicht mehr nach dem Nucki verlangt. Jetzt ist sie 3,5 und hat ihn komplett vergessen. Ich möchte euch auch ermutigen, es ähnlich zu versuchen und konsequent und liebevoll zu begleiten. Die Zähne eures Kindes werden es euch danken!

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#5 Ein Schnullerfest feiern

Manchen Kindern hilft es, einen konkreten Tag zu haben, an dem die Schnullerabgabe zelebriert wird. Ihr könnt das wie einen kleinen Geburtstag aufziehen mit einer besonderen Mahlzeit, dem Lieblingsessen oder der Lieblingsaktivität. Dann kommt der Schnuller in eine Kiste, Paket oder Umschlag und wird feierlich weggelegt. Oder ihr schickt ihn z.B. an eine vertraute Person wie Oma oder Opa, die ihn aufbewahren soll. Wenn ihr das sehr feierlich durchführt, versteht das Kind besser, was für ein wichtiger Akt das ist. Das heißt nicht, dass es dann die nächsten Tage leichter wird mit der Entwöhnung, aber es kann helfen.

#6 Schnuller schrittweise entziehen: Die einfühlsame Methode

Den Schnuller heimlich wegnehmen, wird mit den wenigsten Kleinkindern funktionieren, wenn sie sehr dran gewöhnt sind. Bei Kindern, die ihn freiwillig irgendwann abgeben, ist es am leichtesten. Doch wenn euer Kind wirklich in sehr vielen Situationen und im Alltag noch viel den Nucki benutzt, müsst ihr behutsam vorgehen. Nehmt eine der oben genannten Rituale zur Hilfe und thematisiert den Schnullerentzug. Erzählt vielleicht, warum es jetzt Zeit wird ihn abzugeben und versucht schrittweise ihn zu entziehen. Zuerst gibt es ihn nur noch im Kinderwagen, oder beim Schlafen oder wenn es krank ist.

Manche Kinder werden dann natürlich erfinderisch und sagen: Ich bin müde, ich bin krank! Das gilt dann natürlich nicht. Wichtig ist, dass ihr immer dann, wenn ihr den Nuckel weglasst, einen Ersatz findet. Denn der Nuckel ist einfach ein emotionaler Platzhalter für ein Bedürfnis. Ihr müsst euch bewusst sein, dass euer Kind euch jetzt mehr braucht, mehr Kuscheleinheiten, Nähe und Aufmerksamkeit braucht.

Jedes Kind ist anders: Es gibt kein Patentrezept

All diese Methoden und Wege den Schnuller abzugewöhnen, sind nur Tipps. Manche Kinder akzeptieren es schneller, dass der geliebte Nucki weg ist, andere brauchen länger. Es gibt hier wie bei vielen Dingen in Sachen Erziehung nicht DEN einen Weg. Schaut einfach, welcher Weg für eure Situation, euer Kind und eure Familie passen könnte oder versucht mehrere Methoden und nähert euch dem langsam an. Ich wünsche euch viel Erfolg dabei und eurem Kind baldige Schnullerfreiheit!

Warum den Schnuller abgewöhnen?

Trost, Beruhigung und Einschlafhilfe – für viele Babys und Kleinkinder geht ohne den heiß geliebten Nucki gar nichts. Trotzdem sollte der Schnuller möglichst vor dem dritten Geburtstag aus dem Kindermund verschwinden. Das fordern Zahnärzte und Kieferorthopäden. Und auch für uns Eltern wird dann manches leichter.

4 Gründe, den Nuckel bei Zeiten abzugewöhnen

  • Zu langes Schnullern kann beim Baby oder Kleinkind zu einem offenen Biss, Überbiss oder Kreuzbiss führen. Die häufigste Zahnfehlstellung durch übermäßige Schnullernutzung ist der offene Biss: die Ober- und Unterkieferschneidezähne können auseinandergedrängt werden und Abbeißen ist nicht mehr möglich. So verformen sich die Schneidezähne.
  • Ist das Milchgebiss schon sehr schief durch das viele Saugen, sollte es unbedingt abgewöhnt werden. Sobald der Schnuller weg ist, schließt es sich von selbst. Auch Kieferanomalien werden so von selbst behoben, wenn der Schnuller frühzeitig wieder weg ist.
  • Der Schnuller hindert Kinder, die sprechen lernen, oft bei einer deutlichen Aussprache. Vor allem S- und Z-Laute machen bei vollem Mund Schwierigkeiten. Sobald das Kind reden lernt, solltet ihr den Schnuller immer herausnehmen. Manche Schnullerkinder sprechen daher etwas länger undeutlich. Sobald der Schnuller weg ist, wird auch die Kommunikation mit eurem Sohn oder der Tochter viel leichter.
  • Kleinkinder, die noch einen Schnuller brauchen, nehmen ihn als Trost oder kompensieren damit ein Bedürfnis, das Eltern auch anders stillen können. Meist sucht das Kind Nähe und Verständnis. Der Schnuller ist für euer Kind ein "Bindungsersatz", den ihr mit Geduld, Nähe und Liebe ersetzen könnt.

Wann den Schnuller abgewöhnen?

Um den dritten Geburtstag herum sollte man spätestens den Schnuller (und das Daumenlutschen) abgewöhnen. Das klappt auch meist ganz gut, weil das Saugbedürfnis in diesem Alter allmählich nachlässt und vom Kaubedürfnis ersetzt wird. Kinderärzte und Ärztinnen empfehlen allerdings, früher mit dem Abgewöhnen zu beginnen: Schon bei der U6 am ersten Geburtstag und noch intensiver bei der U7 am zweiten Geburtstag des Kindes ist der Nuckel ein Thema. Doch nicht jeder Kinderarzt schaut auch danach. Am besten ihr nehmt das Baby schon von Anfang an mit zum Zahnarztbesuch. Das Thema Schnuller abgewöhnen sprechen Zahnarzt oder Zahnärztin bei den ersten Zahnuntersuchungen an also spätestens bei UZ 2 und UZ 3 an. Daher gilt: Je früher ihr beginnt, dem Kind langsam den Nuckel zu entziehen, desto leichter wird es. Im besten Fall tolerieren Eltern den Schnuller bei ihrem Kind ab dem zweiten Geburtstag nur noch zum Einschlafen. Dann wachsen sich Fehlstellungen durch den Nucki von alleine aus.

Doch auch wenn euer Kind ein Dauernuckler ist: Keine Panik. Daumenlutschen oder Schnuller führen nicht automatisch zu Zahn- und Kieferproblemen. Sie können dadurch forciert werden, müssen jedoch nicht auftauchen. Ob die Zähne generell gut sind oder nicht, hängt auch von genetischen Faktoren ab und natürlich auch von der Ernährung und der Zahnhygiene. Es gibt also viele Einflüsse, die für gesunde Zähne und gesundes Gebiss verantwortlich sind.

Zum Schluss noch von uns ein paar Ideen für Schnullerfrei-Geschenke in Buchform oder personalisierte Aufmerksamkeiten:

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Bildquelle: Getty Images/Liderina

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