Tiere in der Familie

Kleinkind

Tiere in der Familie

Meist sind es die Kinder, die sich sehnlichst ein Tier wünschen. Aufgabe der Eltern ist, genau abzuwägen, was für und was gegen ein Tier spricht. Hier erfahren Sie, worauf Familien achten sollten, wenn sie sich ein Tier anschaffen möchten und welches Tier zur Familiensituation passt.

Das richtige Tier wählen

"Mama, ich will unbedingt einen Hund!" "Papa, ich hab nur einen einzigen Geburtstagswunsch: Eine kleine Katze!" Viele Kinder lieben Tiere und wünschen sich nichts sehnlicher als selbst eines zu haben. Eltern sind da oft etwas abgeklärter. Sie wissen, wie viel Zeit ein Tier kostet, dass man in der Urlaubszeit eine Ersatzfamilie finden muss - und dass die Lust am Gassi gehen oder Stall ausmisten oft schnell nachlässt. Wenn Tiere aber wirklich zur Lebenssituation passen, werden sie schnell zum geliebten Familienmitglied, auf das keiner mehr verzichten möchte.
Bei der Frage, welches Tier zur Familie passt, erlebt Tierexpertin Dr. Claudia Ludwig häufig, dass Eltern, die eigentlich kein Tier wollen, dem Drängen der Kinder nachgeben, dann aber statt des gewünschten Hundes oder der Katze ein vermeintlich pflegeleichteres Meerschweinchen oder Kaninchen anschaffen. „Die Kinder verlieren an diesen Tieren aber oft schnell die Lust, weil man nicht so viel mit ihnen anfangen kann.“ Mit Hunden oder Katzen dagegen können Kinder wirklich spielen, sie werden zu echten Familienmitgliedern.
Ludwigs Tipp: Ein Tier sollte immer ein Familientier sein, das allen gehört. Sonst tragen Geschwister ihre Rivalitäten über die Tiere aus. Wenn man sich einen Hund anschafft, sollte man sich vorher informieren, welche Rassen pflegeleicht und kinderfreundlich sind. „Oft sind die Vertreter gemütlicherer Rassen wie Labrador oder ein kleiner oder mittelgroßer Mischling viel besser für Familien geeignet als ein bewegungsintensiver Husky oder ein anstrengender Terrier, für die man einfach mehr Zeit braucht“, sagt Ludwig.
Haustiere in der Familie: Auf was Sie beim Welpenkauf achten sollten:

Checkliste Haustierkauf

Wenn Sie all diese Fragen mit "Ja" beantworten, steht dem Einzug eines Tieres nichts mehr im Wege:
Erlaubt der Vermieter Tierhaltung?
Haben Sie Platz, um Käfig, Kratzbaum, Klo oder Hundekorb aufzustellen?
Können Sie mit Tierhaaren in der Wohnung leben?
Haben Sie Zeit, sich täglich um das Tier zu kümmern?
Können eine Tierpension, Großeltern oder Freunde das Tier im Urlaub in Pflege nehmen?
Wie viel Geld wollen Sie investieren? Es entstehen einmalig Kosten für die Anschaffung und dauerhaft für Futter, Pflege, Tierarzt und eventuell Steuern.
➤ Die wichtigste Frage aber lautet: Haben nicht nur die Kinder, sondern auch Sie Lust auf ein Tier?

Welches Tier passt zu uns?

In dieser Übersicht finden Sie die wichtigsten Vor- und Nachteile der gängigsten Tiere zusammengefasst:
Zwergkaninchen:
Niedlich und zutraulich. Brauchen aber einen recht großen Käfig und mindestens ein zweites Zwergkaninchen als Partner. Werden bis zu zehn Jahre alt.
Fische:
Schön anzusehen und ideal bei Tierhaarallergien. Die Pflege eines Aquariums ist allerdings zeitaufwendig und nicht kostengünstig.
Hausratten:
Sehr gelehrig und verspielt. Brauchen andere Ratten als Spielgefährten. Knabbern aber oft Möbel an, außerdem finden manche Menschen sie ekelig.
Wellensittiche:
Putzig und aktiv. Beim Umherfliegen machen sie jedoch viel Dreck.
Meerschweinchen:
Freundlich und pflegeleicht. Sie brauchen aber einen großen Käfig und sollten nicht allein gehalten werden.
Hund: Ein echtes Familienmitglied. Brauchen aber regelmäßig Auslauf und können nicht längere Zeit alleine sein.
Katze:
Unabhängige, mit Glück zutrauliche Gefährtin. Katzen rufen allerdings am häufigsten Allergien hervor.

Tiere besuchen

Wenn Tiere gar nicht ins eigene Leben passen, gibt es zum Glück noch viele andere Möglichkeiten, Kindern Kontakt zu Tieren zu ermöglichen: In den meisten Zoos gibt es Streichelgehege, auf Biohöfen darf man oft in die Ställe gehen. Und vielleicht kann man ja das Haustier von Freunden im Urlaub in Pflege nehmen – dann bekommt man ein gutes Gefühl, wie es wäre, selbst eines zu haben.

Tiere in der Schwangerschaft

Nicht selten werden Tiere während der Schwangerschaft weggegeben - einzig und allein aus Angst vor einer Allergie. Dabei sind Haustiere in der Schwangerschaft und mit Baby kein Problem, wenn man es vernünftig angeht.

Foto: Thinkstock

"Solange keine Allergie vorliegt, muss man Haustiere nicht abschaffen, wenn sich ein Baby ankündigt", davon ist der Kinderarzt Dr. Kappe überzeugt. Wichtig ist, dass man auf Hygiene achtet:
● Während der Schwangerschaft und durch die gesamten Kinderjahre sollten Tiere regelmäßig beim Tierarzt vorgestellt, geimpft, entwurmt und gegebenenfalls von Parasiten befreit werden.
● Nach dem Füttern und Streicheln regelmäßig Hände waschen, sich nicht abschlecken lassen oder die Tiere küssen.
● Über das Katzenklo können in seltenen Fällen Toxoplasmose-Erreger übertragen werden, die das Ungeborene gefährden. Die Schwangere sollte den Kot also nicht sebst entsorgen. Wenn das nicht geht: Gummihandschuhe überziehen! Mit einem Test (etwa 25 Euro) beim Frauenarzt lässt sich feststellen, ob die Schwangere bereits Antikörper gebildet hat.
● Hamster, Mäuse oder Meerschweinchen können in Ausnahmefällen das LCM-Virus übertragen. Um eine Gefährdung des Ungeborenen völlig auszuschließen, raten einige Experten, solche Tiere während der Schwangerschaft vorübergehend abzugeben.

Wann sollte man sich besser kein Tier anschaffen?

Eltern, die unter einer Allergie leiden, geben diese Disposition meist an ihr Kind weiter. Bei einem allergischen Elternteil hat das Kind ein Risiko von 20 bis 40 Prozent zu erkranken, sind beide Elternteile Allergiker, steigt es auf 50 bis 60 Prozent. In diesen Fällen sollte man sich rechtzeitig ärztlich beraten lassen und sich eventuell sogar vom Tier trennen, um dem Ausbruch einer Allergie beim Kind vorzubeugen. Auf eine Anschaffung sollte man auf jeden Fall verzichten. Gibt es keine Vorbelastung, scheint es so zu sein, dass Kinder, die mit Tieren aufwachsen, sogar besser gegen Allergien geschützt sind. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Erregern stärkt dann laut mehrerer Studien ihr Immunsystem.

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