Mobbing in der Schule: Diese Strategien können helfen

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Mobbing in der Schule: Diese Strategien können helfen

Wenn euer Kind immer stiller wird und ihr herausfindet, dass es in der Schule gemobbt wird, ist das ein großer Schock. Bei Mobbing in der Schule möchte man sich die Mobber am liebsten selbst greifen, aber dies macht es meistens nur noch schlimmer. Was können Eltern tun?

Mobbing in der Schule: Anzeichen

Aber erst einmal solltet ihr wissen, dass euer Kind gemobbt wird, denn oft erzählt es aus Scham gar nicht, wie die anderen Kinder es drangsalieren. Ihr solltet aufmerksam sein, wenn solche Kennzeichen sich häufen:

  • Das Kind zieht sich zurück, erzählt nicht viel, trifft wenig Freunde
  • Leidet häufig an Kopfschmerzen und Bauchschmerzen
  • Geht ungern zur Schule
  • Schulische Leistungen verschlechtern sich

In diesem Fall sprecht es behutsam darauf an, was der Grund sein könnte. Ihr könnt auch von möglichen eigenen Erfahrungen mit Mobbing sprechen. Vermittelt das Gefühl, dass dies passieren kann, aber dass euer Kind nicht allein in dieser Situation ist.

Eltern: Reaktion auf das Mobbing

Wenn euer Kind euch erzählt hat, wie es schikaniert wurde, hört ruhig zu und unterbrecht es nicht. Wiederholt ruhig noch einmal das, was er oder sie gesagt hat und fragt noch einmal nach "Und was hat er dann gemacht?". Damit signalisiert ihr, dass ihr zuhört und das ist das Wichtigste. Bleibt ruhig. Es fällt schwer, wenn ihr hört, wie euer Schatz drangsaliert wurde, aber wenn ihr ruhig bleibt, seid ihr ein gutes Vorbild. Macht aber auch klar, dass es völlig in Ordnung ist, sich über das Verhalten der anderen zu ärgern oder traurig zu sein. Das Allerwichtigste ist, dass euer Nachwuchs weiß, dass dieses Mobbing in der Schule nicht seine Schuld ist.

Macht deutlich, dass ihr das Problem seht und dass ihr es toll findet, dass euer Kind sich euch anvertraut hat. Und dann sucht ihr gemeinsam nach einer Lösung. Sucht nach Erklärungen, warum XY einen Kieker auf eure Tochter oder Sohn hat. Wenn euer Kind verstanden hat, aus welchen Gründen die Schulkameraden es mobben, dann begreift es besser, dass es nicht sein Fehler ist. Mobber kopieren womöglich das Verhalten von Geschwistern oder Eltern und wissen es nicht besser. Oder sie haben ein Problem und wollen sich besser fühlen, indem sie andere kleiner machen.

Informiert die Lehrer

Nachdem ihr nun wisst, was vorgefallen ist, kontaktiert die zuständigen Klassenlehrer. Nicht die Eltern des Mobbers und knöpft euch auch nicht den Mobber selbst vor. Eltern wollen oft nicht sehen, dass ihr Kind negative Eigenschaften hat und blocken ab. Außerdem wird die Position eures Kindes noch weiter geschwächt, wenn die anderen sehen, dass es seine Eltern vorgeschickt hat. Aber die Lehrer sollten es auf jeden Fall wissen, holt euch einen Termin, sprecht ruhig mit ihnen. In einigen Fällen ist es den Lehrern gar nicht bewusst, was passiert ist, deshalb ist es wichtig, dass sie reagieren. Sie können Maßnahmen ergreifen, um das Klassengefüge besser zusammenzuhalten. Macht mit ihnen einen Plan aus, wann ihr euch das nächste Mal trefft. Sie müssen eine Chance bekommen zu reagieren.

Sollte sich die Situation nach Monaten immer noch nicht verbessert haben, kontaktiert die Schulleitung. In all der Zeit sammelt Beweise von dem Mobbing in der Schule - haben die Mobber die Schulsachen kaputt gemacht, dokumentiert dies mit Fotos. Macht Screenshots von Social-Media-Posts, wenn euer Kind darüber gemobbt wird. Eskaliert - nach dem Lehrer sprecht mit der Direktion und danach mit der Schulbehörde. Besitzt die Schule einen Psychologen, schaltet ihn oder sie ein. Wenn es sich um Gewalt handelt, könnt ihr auch als eine der letzten Maßnahmen die Polizei einschalten.

Wie soll das Kind auf Mobbing reagieren?

Für das Kind ist es natürlich immer noch das Schlimmste und ihr müsst zusammen einen Weg finden, wie es auf das Mobbing reagiert. Da gibt es verschiedene Methoden:

Ignorieren: Wenn die Mobber aber weitermachen, kann es gut sein, sich physisch aus der Situation zu befreien und sich zu entfernen.

Ansprechen: Den Mobbern ganz ruhig sagen, dass sie aufhören sollen und dieses Ärgern nicht wirkt.

Ausweichen: Es ist nicht feige, sondern eine praktische Maßnahme - den Ort umgehen, an dem man gemobbt werdet. Wenn es nicht möglich ist, sollten die Kinder schauen, dass andere Personen in der Nähe sind, die eingreifen können.

Haltet zusammen: Das ist sowieso die beste Strategie, denn Mobber suchen sich normalerweise nur Menschen aus, die allein sind. Sind Bekannte und Freude drumherum, ist man nicht so ein gutes Angriffsziel.

Baut das Selbstbewusstsein auf

Mobbing macht klein. Deshalb versucht alles, damit das Selbstbewusstsein eures Kindes einen Schub bekommt. Wenn es in einen Verein oder Musikschule geht, wo es sich neu erfinden kann, bringt das viel. Neue Umgebungen machen vielleicht erst Angst, sind aber eine Chance, Selbstvertrauen zu gewinnen. Und das ist die Hauptsache. Fördert neue Freundschaften.

Alles, was euer Kind stärker macht, ist ein Schutz, um sich gegen Mobber zur Wehr zu setzen. Ihr seid sein Sicherheitsnetz, aber das kann man noch weiter knüpfen. Am besten wäre es, wenn die Schule entsprechende Maßnahmen ergreift, um das Sozialgefüge zu stärken. Dafür sollten sie auch diejenigen integrieren, die mobben. Dafür braucht man Fingerspitzengefühl und Geduld.

In einer Idealwelt begreifen die Mobber, was sie angerichtet haben und der Klassenverband lässt kein Mobbing mehr zu. Aber das ist eine Idealwelt. Euch als Eltern fällt die Hauptaufgabe zu, euren Kindern das Gefühl zu vermitteln, dass sie nicht allein sind und dass niemand das Recht hat, sie so zu behandeln. Holt euch Hilfe. Nichts macht hilfloser als das Gefühl, allein mit einem Problem zu sein. Ihr seid es aber nicht. Sprecht mit anderen Eltern, Lehrern und Psychologen. Und so knüpft ihr immer weiter ein Sicherheitsnetz - für eure Kinder und für euch.

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