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Das Kind muss ins Krankenhaus? Das solltet ihr jetzt wissen

Das Kind muss ins Krankenhaus? Das solltet ihr jetzt wissen

Unser Guide

Euer Kind muss ins Krankenhaus: Eine Situation, der Eltern meist mit gemischten Gefühlen entgegensehen, vor allem wenn es das erste Mal ist. Wir haben Tipps, wie der Krankenhausaufenthalt seinen Schrecken verliert und für Kind und Eltern entspannt verläuft. Plus: Packliste für den Krankenhausaufenthalt.

Wenn das Kind ins Krankenhaus muss

  • Einigen Kindern bleibt in den ersten Lebensjahren ein – meist undramatischer – Krankenhausaufenthalt nicht erspart. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich:
  • Bei Babys ist ein Krankenhausbesuch häufig dann notwendig, wenn sie ein Antibiotikum nehmen müssen. In den ersten Lebensmonaten ist das nur mittels Infusion möglich.
  • Bei Babys und Kleinkinder kann eine Infektion mit Rota- oder Noroviren schnell zu einem Flüssigkeitsverlust führen – auch dann ist ein Krankenhausaufenthalt oft unumgänglich.
  • In den ersten Lebensjahren ist ein Sturz oder ein Unfall häufig Grund für einen Krankenhausaufenthalt. Kleine Kinder ziehen sich schnell eine Gehirnerschütterung zu, größere brechen sich Arme oder Beine beim wilden Rumtoben.

In all diesen Fällen muss es meist schnell gehen, für langes Planen und Packen ist keine Zeit. Nichtsdestotrotz wollen wir euch auch ein paar Tipps für den Notfall geben.

Krankenhausaufenthalt als Notfall

Wenn ihr mit eurem Kind in die Notaufnahme des Krankenhauses fahrt, solltet ihr vorsichtshalber immer eine Tasche mit den allerwichtigsten Übernachtungs-Utensilien mit. Denn nicht selten werden die Ärzte und Ärztinnen euer Kind zur Beobachtung dabehalten wollen. Was ihr auf jeden Fall dabei haben solltet: Die Versicherungskarte, das Lieblingskuscheltier und Lieblingsspielzeug. Denn Wartezeiten gehören in der Notaufnahme dazu.

Wenn es eurem Kind sehr schlecht geht (Atemnot, Bewusstlosigkeit, Krampfanfall o.ä.), solltet ihr den Notarzt rufen. Denn wenn ihr selbst sehr nervös und zittrig vor Sorge seid, könnt ihr kaum noch selbst fahren. Wenn euer Kind durch einen Unfall daheim liegt und sich nicht bewegen kann, ist es immer richtig, erst den Notarzt zu rufen und beim Kind zu bleiben. Wenn ihr es bewegt, kann das negative Auswirkungen haben. Wartet auf den Notarzt bzw. die Notärztin, die wissen, was zu tun ist.

Bei undramatischen Krankheitsbildern müsst ihr nicht gleich ins Krankenhaus fahren, sondern könnt zu eurem Kinderarzt bzw. der Kinderärztin gehen, wenn es während der Öffnungszeiten passiert. Eine normale Erkältung, der Verdacht auf Windpocken oder Fieber sind erstmal kein Grund für die Fahrt ins Krankenhaus. Wenn der Arzt keine Sprechstunde mehr hat, ruft ihr den Bereitschaftsarzt, den es in fast allen Regionen Deutschlands gibt. In vielen Großstädten gibt es zudem einen kinderärztlichen Notdienst oder sogenannte Notfallpraxen, die auch abends und an den Wochenenden geöffnet haben.

Ab wann müssen Kinder allein im Krankenhaus bleiben?

Ob und ab wann Kinder allein im Krankenhaus bleiben müssen, hängt von ihrem Alter, der Art des Eingriffs bzw. eventuell anschließender längerer Behandlung und/oder eventueller Therapie und dem Bettenangebot des Krankenhauses ab. Die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. empfiehlt für Kinder im Alter unter 9 Jahren ein Rooming-in. Das heißt, die Eltern übernachten im Zimmer der Kinder. Es kann für sehr kleine Kinder zu beängstigend sein, die Nacht alleine im Krankenhaus zu verbringen und die Trennung von den Eltern kann zu einer großen psychischen Beanspruchung werden.

Daher klärt ihr am besten vorher, sobald der Eingriff besprochen wird und ihr wisst, dass euer Kind ins Krankenhaus muss, ob und wer mit übernachten darf. Rooming-in für Kinder unter neun Jahren wird für Eltern von den Krankenkassen übernommen.

Roming-In: Wann dürfen Eltern mit ins Krankenhaus?

Mussten Kinder früher ganz alleine im Krankenhaus bleiben, ist es heutzutage meist kein Problem, dass Mama oder Papa bei ihrem kranken Kind im Krankenhaus sind und auch dort übernachten. Teilweise steht dem betreuenden Elternteil sogar ein Eltern-Kind-Zimmer zur Verfügung. Wenn ein Elternteil im Krankenhaus übernachten möchte, ist dafür formal eine "medizinische Notwendigkeit" erforderlich – dann übernimmt die Krankenkasse die anfallenden Kosten. Diese medizinische Notwendigkeit wird vom Krankenhaus bescheinigt, sie ist bei Säuglingen und Kindern bis zum 9. Lebensjahr meist völlig problemlos zu bekommen. In Notfällen oder bei behinderten Kindern gehört sie auch bei älteren Kindern zum Standard der Krankenhäuser. Gibt es Probleme, berät der Bundesverband "Aktion Kind im Krankenhaus".

Wenn ein älteres Kind allein im Krankenhaus bleiben muss

Kinder über neun Jahren können ebenfalls noch Eltern als Begleitpersonen haben. Die Kosten dafür werden jedoch nicht mehr von den Krankenkassen getragen. Vor allem bei schweren Krankheiten bieten Krankenhäuser diese Möglichkeit an. Ihr solltet daher vorher fragen, ob die Kapazitäten vorhanden sind, dass ein Elternteil zeitweise mit übernachten darf. Vor allem in den ersten Nächten eines längeren Aufenthalts kann das helfen, hängt aber wie gesagt sehr von der Art der Erkrankung und dem Raumangebot vor Ort ab. Viele Kinderkliniken und pädiatrische Abteilungen erlauben Eltern ihre Kinder rund um die Uhr zu besuchen und haben.

Tipp: Die Ronald McDonald-Stiftung hat in ganz Deutschland Häuser für Eltern kranker Kinder direkt auf dem Gelände der pädiatrischen Kliniken. Sie unterstützen benachteiligte Familien, während der Krankheit zusammen sein zu können und den Heilungsprozess gemeinsam durchzustehen.

Geplanter Krankenhausaufenthalt: Tipps zur Vorbereitung

  • Spielerisch erklären, was passiert: Mit einem Arztkoffer lässt sich anschaulich erklären, was den kleinen Patienten erwartet. Und er darf selbst als Herr oder Frau Doktor den Teddy oder die Puppe untersuchen und verbinden.
  • Dem Krankenhausaufenthalt durch Bücher die Angst nehmen: Es gibt auch jede Menge Bilderbücher, die kleinen Kinder erklären, wie der Alltag im Krankenhaus aussieht. Unsere Favoriten: "Conni im Krankenhaus" und "Wieso? Weshalb? Warum?: Was passiert im Krankenhaus?"
  • Ideen für den Zeitvertreib im Krankenhaus: Da gibt es sicher jede Menge Bücher, die ihr schon immer mal vorlesen wolltet und Spiele, für die jetzt endlich mal genug Zeit ist. Weitere Ideen: Gemeinsam Fotoalben vom Urlaub anschauen, einfache Bastel-Projekte oder Beschäftigungshefte mit Rätseln, Stickern etc. oder je nach Alter ein Spieletablet oder die Nintendo-Switch-Lite einpacken
  • Arbeitgeber informieren: Informiert euren Arbeitgeber so früh wie möglich. Wenn euer Kind im Krankenhaus ist, habt ihr das Recht, freigestellt zu werden. Dafür benötigt ihr nur ein Schreiben vom behandelnden Arzt bzw. dem Krankenhaus.
  • Übernachtungsmöglichkeiten und Verpflegung im Krankenhaus: Informiert euch vorab über die Möglichkeiten, die das Krankenhaus bietet und fragt, was ihr alles mitbringen sollt bzw. dürft.
  • Wer kümmert sich um das Geschwisterkind? Wenn Geschwisterkinder (unter zwölf Jahren) zu betreuen sind, gibt es die Möglichkeit, dass die Krankenkasse eine Haushaltshilfe finanziert. Erkundigt euch bei der Krankenkassen nach den geltenden Richtlinien.
  • Sonderregeln während Corona: Durch die Coronapandemie sind viele Krankenhäuser leider überlastet und es gelten strengere Besuchs- und Hyigeneregeln. Informiert euch genau, wer zu Besuch kommen darf und was dabei beachtet werden sollte.
  • Kind bei Schule und Kita abmelden: Eltern sollten in jedem Fall den Kindergarten oder die Schule informieren, dass und aus welchen Gründen euer Kind ins Krankenhaus muss.

Euer Kind darf sein Tablet mitnehmen? Hier kommen schöne Kinderfilme zum Zeitvertreib im Krankenhaus.

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Packlisten für den Krankenhausaufenthalt

Als kurze Checkliste haben wir hier für euch zusammengestellt, was ihr einpacken solltet:

Packliste fürs Krankenhaus - für Mama & Papa

Krankenhaus: Für Kinder eine Extremsituation

Wenn es euch irgendwie möglich ist, bleibt so lange wie möglich bei eurem Kind: Für ein Kind ist ein Krankenhausaufenthalt eine neue und schwierige Situation, die sogar traumatisierend sein kann, wenn es sich im Krankenhaus alleine gelassen fühlt. Vor allem für kleine Kinder ist es wichtig, dass die Eltern möglichst rund um die Uhr bei ihnen sind, sie sich geborgen und behütet fühlen und jederzeit ihre Fragen und Ängste loswerden können. Anders ist die Situation bei älteren Kindern, die durchaus über Nacht und teilweise auch am Tag alleine bleiben können. Ihr als Eltern könnt am besten einschätzen, wie gut euer Kind mit der Situation im Krankenhaus klar kommt.

Teilweise reagieren Kinder extrem auf die ungewohnte und beängstigende Situation im Krankenhaus: Die einen weinen viel, andere ziehen sich ganz in sich zurück, wieder andere werden aggressiv. Immer wieder machen Kinder in der Zeit im Krankenhaus auch kleine Rückschritte in der Entwicklung: Sie nässen wieder ein oder brauchen ihren Schnuller wieder.

  • So wichtig Konsequenz im Erziehungsalltag ist, jetzt ist es am wichtigsten, dass euer Kind Geborgenheit und Zuspruch bekommt.
  • Versucht, euch in das Kind hineinzuversetzen und ihm in der Krankenhauszeit so viel Geborgenheit und Stabilität wie möglich zu vermitteln.
  • Nehmt eventuelle Entwicklungsrückschritte gelassen hin, die sind schnell wieder aufgeholt, wenn im Alltag wieder alles seinen gewohnten Gang geht.
  • Beantwortet die Fragen des Kindes offen und ehrlich und beschönigt z.B. eventuelle Schmerzen bei einem Eingriff nicht ("Ja, es kann sein, dass die Spritze weh tut, aber der Schmerz dauert nur ganz kurz. Und ich halte die ganze Zeit deine Hand!").
  • Beziehet euer Kind bei unproblematischen Gesprächen mit dem Arzt mit ein, dann fühlt es sich nicht ausgegrenzt und kann besser verstehen, was passiert. Schwierige Gespräche solltet allerdings auf keinen Fall im Beisein des Kindes führen.
  • Lobt euer Kind immer wieder und belohnt es ruhig mal durch ein kleines Buch-, Kuscheltier oder Spielzeug-Geschenk, was es sich schon lange gewünscht hat.

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In diesen Fällen solltet ihr unbedingt ins Krankenhaus fahren oder einen Rettungswagen rufen

  • Euer Kind ist nicht richtig bei Bewusstsein oder sogar ohnmächtig. ➤ Rettungswagen
  • Das Kind hat Atemnot. ➤ Rettungswagen
  • Das Kind läuft bläulich an (= Zeichen für Sauerstoffmangel) ➤ Rettungswagen
  • Das Kind hat Krampfanfälle ➤ Rettungswagen
  • Euer Kind hat etwas Giftiges gegessen oder getrunken. ➤ Rettungswagen
  • Verbrennung ➤ Rettungswagen
  • Ihr befürchtet nach einem Sturz einen Bruch oder eine Gehirnerschütterung ➤ Notaufnahme im Krankenhaus
  • Eingesunkene Fontanelle bei Neugeborenen (= Anzeichen für Flüssigkeitsmangel) ➤ Notaufnahme im Krankenhaus

In diesen Fällen solltet ihr mit dem Kind zum Kinderarzt

  • Fremdkörper im Ohr oder in der Nase (nicht lebensbedrohlich)
  • Durchfall (> 12 Stunden)
  • Fieber (>zwei Tage)
  • Starkes Erbrechen
  • Unklarer Ausschlag
  • Starker Husten / plötzlicher Hustenfall (evtl. Pseudokrupp)
  • Starke Ohrenschmerzen
  • Atembeschwerden
Bildquelle: iStock,vision net ag

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