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Die besten Still-Tipps einer Hebamme

„Es ist möglich, die Stillzeit richtig zu genießen“

Anzeige, 01.11.2019

Was ist die beste Stillposition? Wodurch kann auslaufende Muttermilch sicher aufgefangen werden? Wie reagiert man am besten, wenn das eigene Baby nicht trinken will? Alexandra Buder, Hebamme und Stillberaterin bei Medela, ist selbst Mutter und kennt die Tipps, die Müttern in der Stillzeit das Leben leichter machen. Wir haben sie auf ein Interview getroffen.

Was macht ihn aus, den Zauber der Stillzeit? Und wie kann man ihn solange wie möglich aufrechterhalten?

Alexandra Buder: Nach der Geburt setzt das Stillen das einzigartige enge Band zwischen Mutter und Kind fort. Denn Stillen ist eben nicht nur die Aufnahme von Nahrung. Dabei wird auch der Grundstein für eine lebenslange Bindung zwischen Mutter und Kind gelegt. Damit diese magische Phase so lange wie möglich anhält, ist es wichtig, dass sich die Mutter schon in der Schwangerschaft über die Stillzeit informiert und sich bei Stillproblemen rechtzeitig Hilfe von einer Fachperson holt. Gute Vorbereitung und Unterstützung sind das A und O.

Warum ist Stillen so gut für ein Baby?

Muttermilch ist die gesündeste Ernährung für ein Baby. Muttermilch ist mehr als nur ein Nährstoff, Muttermilch ist Therapie! Sie ist eine lebendige Substanz mit vielen biologischen Komponenten, die aktiv schützen und das Immunsystem aufbauen und unterstützen. Sie verändert sich im Laufe der Stillzeit auch ständig und ist somit immer perfekt auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt.

Und warum tut es der Mama gut?

Auch für sie hat das Stillen zahlreiche Vorteile. Stillen reduziert zum Beispiel postnatale Blutungen und das Risiko einer Anämie. Stillende Mütter entwickeln auch seltener Diabetes Typ 2 und haben ein geringeres Risiko für Brust- und Eierstockkrebs. Außerdem reduziert Stillen Stress, verbrennt rund 500 Kalorien täglich – und Studien zeigen sogar, dass stillende Mütter mehr Schlaf bekommen.

Nun ist das Stillen ja nicht immer so einfach … Wie lauten Ihre Top 3-Tipps, die eine Mutter befolgen kann, damit die Stillzeit so angenehm, innig und wunderschön wie möglich wird?

Ich empfehle zur Vorbereitung in der Schwangerschaft gerne einen speziellen Stillvorbereitungskurs, weil das Thema Stillen im normalen Geburtsvorbereitungskurs leider oft zu kurz kommt. Dann, ganz wichtig: Das Baby immer nach Bedarf stillen und so früh wie möglich nach der Geburt das erste Mal anlegen. So kommt die Milchbildung am besten in Gang und die Milchmenge kann sich gut und immer dem Bedarf des Kindes entsprechend aufbauen. Und zu guter Letzt: Bei Fragen und Problemen immer sofort Hilfe holen! Bei Stillproblemen ist schnelle Unterstützung durch eine Hebamme oder qualifizierte Stillberaterin ganz entscheidend.

Um seine präferierte Stillposition zu finden, sollte man viele verschiedene Haltungen ausprobieren und vor allem: geduldig sein.
Um seine präferierte Stillposition zu finden, sollte man viele verschiedene Haltungen ausprobieren und vor allem: geduldig sein.

Welche Stillhaltung ist die beste für Mama und Baby? Oder gibt es gar nicht die perfekte Position?

Grundsätzlich rate ich jeder Mutter, möglichst viele Positionen auszuprobieren, um die persönliche Lieblingsposition zu finden. Für den Anfang eignet sich die Rückenhaltung für alle Neugeborenen sehr gut. Besonders beim Stillen von Frühchen oder nach einem Kaiserschnitt ist diese Haltung optimal. Dabei stützt der Unterarm der Mutter den Rückenbereich des Babys, eine Hand stützt Babys Nacken und Kopf. Die andere Hand hat die Mutter damit zur freien Verfügung. So kann sie zum Beispiel beim Anlegen die Brust für das Baby formen oder die Brust während des Stillens massieren, um den Milchfluss zu fördern. Grundsätzlich ist es auch gut, immer mal wieder die Position zu variieren, damit die Brust gut entleert und das gesamte Drüsengewebe stimuliert wird.

Durch das viele Stillen und Tragen des Babys leiden viele Mamas unter Rückenschmerzen und Verspannungen. Was hilft?

Die Verspannung rühren oft daher, dass die Mütter sich beim Stillen zu sehr verrenken und verkrampfen, weil sie sich nicht genug abstützen. Ein weiches, flexibles Stillkissen bringt da viel Entlastung. Es sollte so positioniert werden, dass das Baby auf Brusthöhe liegt, ohne dass die Mutter das Baby aktiv halten muss. Das entlastet den Rücken.

Außerdem ist es wichtig, dass sich die Mutter ihre Stillumgebung zunächst einmal vorbereitet, es sich also so gemütlich wie möglich macht. Was das Tragen betrifft, ist es wichtig, eine Babytrage oder ein Tragetuch zu verwenden, in dem das Baby guten Halt hat. Am besten werden Neugeborene auf Brusthöhe getragen, was den Rücken ebenfalls entlastet. Sollte die Mutter dennoch über Verspannungen oder gar Schmerzen klagen, kann Wärme oder eine Massage helfen.

Oft tropft beim Stillen die andere Brust automatisch mit. Kann man diese Milch irgendwie auffangen?

Ja, das geht gut. Dafür gibt es z. B. von Medela sogenannte Milchauffangschalen, die über die Brust gelegt werden. Die Mutter kann im Anschluss an die Stillmahlzeit die darin aufgefangene Milch zusätzlich füttern oder in ein Fläschchen füllen, direkt in den Kühlschrank stellen und innerhalb von 24 Stunden dem Baby geben.

Wenn eine Mutter generell Probleme mit auslaufender Muttermilch – auch zwischen den Stillmahlzeiten – hat, kann sie die Auffangschalen auch bei Bedarf im BH tragen. Bitte aber nie länger als zwei bis drei Stunden am Stück! Dann die gesammelte Milch wegschütten und die Brust an der Luft trocknen lassen. Ansonsten sind die ultradünnen Einwegstilleinlagen von Medela sehr zu empfehlen, wenn „normal“ viel Milch ausläuft: Sie sind auch durch ihre ovale Form sehr diskret und trotzdem auslaufsicher.

Welche Stillhelfer können Sie sonst noch empfehlen, damit die Stillzeit so unkompliziert wie möglich verläuft?

Gute Stillwäsche, die die Mutter auch schon in der Schwangerschaft tragen kann, ist unverzichtbar! Damit wird nicht nur das Stillen viel unkomplizierter, weil sich die BHs einfach aufklappen lassen. Die empfindlichen Milchgänge in der Brust werden durch das weiche, nahtlose Design der speziellen Still-BHs auch besonders geschont.

Bei kleinen Stillproblemen gibt es auch viele nützliche Helfer: Eine gute Lanolincreme wie Purelan von Medela ist zum Beispiel ideal als Grundpflege für trockene, empfindliche Brustwarzen.

Und viele Mütter schwören heute auf eine eigene kompakte Milchpumpe, um in der Stillzeit flexibler zu sein, wenn Termine ohne Baby anstehen. Da gibt es viel Auswahl und viele praktische Funktionen, die der Mutter das Abpumpen sehr leicht und bequem machen. Die neue Milchpumpe Freestyle Flex zum Beispiel kann sich per Bluetooth sogar mit einer App verbinden, um alle Abpumpdaten und Einstellungen ganz einfach zu speichern und zu tracken.

Was hilft am besten gegen wunde Brustwarzen?

Die Ursache für wunde Brustwarzen ist sehr häufig das inkorrekte Anlegen des Babys an der Brust. Daher wäre der erste Schritt, die Hebamme oder eine Stillberaterin zu kontaktieren, die eine Stillsitzung begleitet und beratend zur Seite steht. Wenn die Brustwarzen sehr wund oder sogar rissig werden, sind Hydrogel Pads ein echter Geheimtipp: Sie lindern sofort und nutzen das Prinzip der feuchten Wundheilung, um den Heilungsprozess zu unterstützen.

Die Anwendung der Hydrogel Pads ist total unkompliziert: Du legst sie zwischen den Stillmahlzeiten einfach auf deine Brüste.
Die Anwendung der Hydrogel Pads ist total unkompliziert: Du legst sie zwischen den Stillmahlzeiten einfach auf deine Brüste.

Um in solchen Situationen das Anlegen des Babys zu erleichtern, kann auch die vorübergehende Verwendung von Contact Brusthütchen das Stillen angenehmer machen. Das ersetzt jedoch nicht das korrekte Anlegen des Babys und die Wundpflege! Oft kann bei Stillproblemen auch eine elektrische, am besten doppelseitige Milchpumpe Entlastung bringen. Bei medizinischen Indikationen verschreibt der Gynäkologe oder Kinderarzt sie auch auf Rezept, dann kann die Mutter eine Milchpumpe in der Apotheke mieten.

Wie stehen Sie zum Thema Stillen in der Öffentlichkeit? Was raten Sie Müttern, in welcher Umgebung sie am besten stillen sollten?

Stillen jederzeit und überall – genau so soll es sein! Ich persönlich bin ein großer Verfechter von Stillen in der Öffentlichkeit, denn wann und wo das Baby Hunger bekommt, kann man ja nicht beeinflussen. Ich denke auch, dass Mütter in jeder Umgebung und in jeder Situation stillen sollten. Ich kann aber auch verstehen, dass es Mütter gibt, die sich zum Beispiel an belebten Plätzen unwohl oder beobachtet fühlen. Dafür gibt es zum Glück mittlerweile ganz tolle Möglichkeiten, die Brust zu bedecken und sich so vor fremden Blicken zu schützen. Manche Babys werden auch unruhig, wenn zu viel Trubel um sie herum herrscht. Dann ist es natürlich sinnvoll, sich etwas zurückzuziehen und ein ruhigeres Plätzchen zu suchen. Das darf jede Mutter mit ihrem Baby so machen, wie es für beide am besten ist.

Sollte man eigentlich den Vater ins Stillen mit einbeziehen?

Ja, unbedingt! Es gibt Studien, die belegen, dass Mütter sich für das Stillen entscheiden und dies auch länger tun, wenn sie die Rückendeckung des Partners bekommen. Da es beim Stillen um die Ernährung des Babys geht – ein Thema, das beide Eltern gleichermaßen betrifft – finde ich, dass der werdende Papa sogar schon in der Schwangerschaft bei diesem Thema mit einbezogen werden sollte. So wie Väter ja auch beispielsweise im Geburtsvorbereitungskurs auf die Geburt vorbereitet werden.

Den Vater in den Stillvorgang einzubeziehen kann ein sehr intimer Moment sein, der die Beziehung stärkt.
Den Vater in den Stillvorgang einzubeziehen kann ein sehr intimer Moment sein, der die Beziehung stärkt.

Wie reagiert eine Mutter am besten, wenn das Baby nicht trinken mag?

Zunächst sollte sich die Mutter unbedingt die Hilfe einer Fachperson holen, um abzuklären, warum das Baby nicht trinken mag. Zugleich ist es wichtig, dass eine gute elektrische Milchpumpe, die das Saugverhalten des Babys imitiert, die Brust entleert, sollte das Baby dies nicht oder nur ungenügend tun. So bleibt nämlich die Milchbildung erhalten, und dem Baby kann vorübergehend die Milch über das Brusternährungsset oder einen stillfreundlichen Sauger wie z. B. Calma gefüttert werden.

Welche Milchpumpen können Sie empfehlen, wenn es mit dem Stillen einfach nicht klappen will?

Auf jeden Fall eine doppelseitige elektrische Milchpumpe. Doppelseitiges Abpumpen steigert die Milchproduktion um bis zu 18 %, fördert langfristig die Milchbildung und die Mutter benötigt nur die Hälfte der Zeit. In allen Medela Milchpumpen wird außerdem mit der sogenannten 2-Phase-Expression Technologie das natürliche Saugverhalten des Babys imitiert, sodass die Brust besonders schonend und zugleich effektiv entleert werden kann. Das gilt sowohl für die persönlichen kompakten elektrische Milchpumpen von Medela, als auch für die bewährte Mietmilchpumpe Symphony aus der Apotheke. Deren Mietkosten übernimmt auf Rezept sogar die Krankenkasse.

Zum Abschluss: Wie kann man sich als Mutter unnötigen Druck nehmen?

Jede Stillbeziehung ist individuell. Es gibt praktisch kein „normal“. Wenn man sich das bewusst macht, ist schon viel gewonnen. Probleme und Stolpersteine können immer wieder mal auftauchen, vor allem am Anfang der Stillzeit. Übung macht den Meister! Mittlerweile gibt es für fast jedes Stillproblem Lösungen und entsprechende Stillhilfsmittel.

Wichtig ist, dass die Mutter immer schnell Unterstützung hat und bei Bedarf auf einen Pool an Fachpersonen (Kinderarzt, Hebamme, Stillberaterin) zurückgreifen kann. Und auch, wenn manchmal Vollstillen vorübergehend oder in seltenen Fällen auch langfristig nicht möglich ist: Jeder Tropfen Muttermilch, den das Baby bekommt, ist ein Geschenk!

Vielen Dank für das Interview! 

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Die Inhalte auf dieser Seite wurden von der Redaktion der Ströer Media BRAND VOICE in Zusammenarbeit mit Medela erstellt.