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Mieten statt Kaufen: 13 überraschende Produkte, bei denen es sich lohnt

Mieten statt Kaufen: 13 überraschende Produkte, bei denen es sich lohnt

Nachhaltig Leben

Mieten statt Kaufen – die meisten werden dabei wohl als Erstes an Wohnraum denken. Das ist aber längst nicht das Einzige, was ihr mieten könnt. Hier kommen 13 Produkte vom Smartphone bis zum Schaukelpferd, die ihr nicht unbedingt kaufen müsst.

Mal angenommen, ihr bekommt die Aufgabe, alles aufzuschreiben, was ihr im letzten Jahr gekauft habt – ihr würdet es nicht mal versuchen, oder? Selbst wenn wir Produkte des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel und Drogerieprodukte abziehen, sind es unendlich viele Dinge: Spielzeug, Bücher, Ausstattung fürs Homeoffice oder das Homeschooling, Kleidung, Küchenutensilien, Haushaltsgeräte, Möbel, Deko, vielleicht ein neues Smartphone, dazu Ladekabel und eine Mehrfachsteckdose, eine Trinkflasche, ein Fahrrad, ein Fotoalbum, ein Trampolin für den Garten, eine Yogamatte, Haargummis, ein Radiergummi ... ich glaube, wir können hier aufhören. Das sind nur wenige von unzähligen Dingen, die man als Familie so übers Jahr verteilt kauft.

Und was passiert mit dem Sandwichmaker, dem Buch, dem Spielzeug oder dem T-Shirt, wenn man es nicht mehr braucht? Die meisten Sachen verstauben schon nach wenigen Wochen oder Monaten in der Ecke, werden in einer Schublade verstaubt oder sogar weggeschmissen. Das ist weder besonders wirtschaftlich noch nachhaltig.

Warum sollte man mieten statt kaufen?

Genau an diesem Problem setzt nun das Prinzip "Mieten statt Kaufen" an. Den Sandwichmaker, das Buch oder den Blazer, den ihr nur mal fürs Bewerbungsgespräch anziehen wollt, könnt ihr euch nämlich genauso gut mieten, anstatt sie zu kaufen. Viele verschiedene Anbieter ermöglichen es euch mit flexiblen Laufzeiten bestimmte Produkte auszuleihen. Das Prinzip kennen wir eigentlich alle schon – aus Bibliotheken! Hier leihen wir uns auch bloß Bücher für ein paar Wochen aus, verlängern sie gegebenenfalls und geben sie nach dem Lesen zurück und ein anderer kann sich an der Geschichte erfreuen. Und genau das geht mittlerweile nicht mehr nur mit Büchern, sondern auch mit Smartphones, Kaffeemaschinen, Klamotten oder Spielzeug.

Vorteile beim Mieten:

  • Es ist total nachhaltig: Ihr mietet einen Gegenstand nur solange ihr es auch nutzt und danach wird es weitervermietet. So werden Ressourcen geschont und Müll reduziert.
  • Ihr könnt Geld sparen, da ihr für Produkte nicht den vollen Preis zahlt.
  • Ihr habt immer die neuesten Technik-Produkte.
  • Ihr könnt Sachen ausprobieren, die ihr sonst vermutlich nicht ausprobiert hättet.
  • Solltet ihr bei einem Produkt feststellen, dass ihr es doch immer wieder nutzt und gerne euer Eigen nennen möchtet, könnt ihr es nach einem Monat Miete immer noch richtig kaufen. Ihr seid somit vor Fehlkäufen geschützt.

Wann lohnt sich mieten statt kaufen? 13 Produkte

Sinnvoll ist es immer dann ein Produkt zu mieten, wenn ihr es nicht regelmäßig oder nur für einen begrenzten Zeitraum (beispielsweise ein Jahr) benötigt. Dafür gibt es verschiedene Anbieter, der bekannteste ist dabei wohl Grover. Grover ist ein Berliner Startup, das seit 2015 Produkte zum Mieten anbietet. Das Unternehmen kooperiert unter anderem mit MediaMarkt und Saturn.

  1. Kleidung: Kaum gekauft, sind Babys und Kinder aus ihren Klamotten schon wieder rausgewachsen. Ähnlich geht es Schwangeren bei Umstandsmode. Gerade da macht es doch Sinn, die Kleidung lieber für ein paar Monate zu mieten und dann gegen größere auszutauschen. Dienstleister sind beispielsweise Räubersachen oder Mondami.
  2. Spielzeug: Ihr kennt es sicher von eurem Nachwuchs: Erst ist das Spielzeug der neue Schatz, der sogar mit ins Bett oder in die Kita genommen werden muss. Und nach zwei Wochen liegt es in der Ecke und wird nicht mal mehr angesehen. Probiert es doch mal mit einer Spielzeugflat, beispielsweise bei "Meine Spielebox". Hier könnt ihr jeden Monat anderes Spielzeug ausleihen, je nach Tarif könnt ihr pro Monat zwei, drei oder vier Spielzeuge ausleihen.
  3. Kinderwagen:  Im Jahr 2020 wurden in Deutschland rund 787.000 Kinderwagen (inkl. Buggys) verkauft (Quelle: Statista). Wenn man sich vor Augen führt, dass die Kinderwagen eine begrenzte Nutzungsdauer haben und anschließend oft auf den Sperrmüll wandern oder im Keller verstauben, ist das schon fast eine gruselige Zahl. Der Dienstleister "Stroll Me" vermietet Kinderwagen ab 12,50 € pro Monat im Abo. Das ist ressourcenschonend, denn wenn euer Nachwuchs aus dem Kinderwagenalter rausgewachsen ist, kann eine andere Familie das Modell, nachdem es wieder professionell aufbereitet wurde, mieten.
  4. Kamera: Die meisten von uns machen Fotos mit dem Smartphone. Wenn ihr in eurem Urlaub aber gerne mal etwas hochwertige Fotos machen möchtet, kann es sich anbieten, sich eine System- oder Spiegelreflexkamera auszuleihen. Nach einem Monat gebt ihr sie einfach wieder zurück. Die CANON EOS 2000D Spiegelreflexkamera mit einem 18-55mm Objektiv bekommt ihr beispielsweise bei MediaMarkt für 17,99 € pro Monat.
  5. E-Scooter: Ihr wolltet schon immer mal einen E-Scooter ausprobieren, bei euch stehen aber nicht wie in Städten wie Berlin oder Potsdam an jeder Ecke welche rum? Dann leiht euch doch einen E-Scooter, beispielsweise bei Mediamarkt. Ab 19,90 € im Monat habt ihr ein umweltfreundliches und praktisches Fahrzeug, dass ihr auch jederzeit wieder zurückgeben könnt.
  6. Smartphones: Gerade wenn ihr zu den Technik-Fans gehört, die immer das neueste Smartphone haben möchten, kann es sich lohnen, das Handy einfach zu mieten. Das könnt ihr beispielsweise bei MediaMarkt. Je nach Smartphone unterscheiden sich die Preise sehr stark.
  7. Tablets: Ein Tablet kann in vielen Lebenslagen praktisch sein, täglich nutzen es aber wohl eher die wenigsten. Wenn ihr beispielsweise eins haben möchtet, um eure Kinder auf der Fahrt in den Urlaub Filme schauen zu lassen, kann es sich lohnen, eins zu mieten. Bei MediaMarkt geht das ab 12,90 € pro Monat.
  8. Drohne: Wer würde nicht gerne mal eine Drohne fliegen lassen! Wer das kleine Abenteuer einfach mal ausprobieren möchte, kann ein Gerät einfach für 19,90 € bei MediaMarkt mieten.
  9. Spielekonsole: Nur mal für die grauen Herbstferien eine Konsole mieten? Auch das geht! Die PS4 bekommt ihr so beispielsweise für 17,90 € pro Monat.
  10. Kinderfahrrad: Kinder können nicht nur aus ihren Klamotten raus wachsen. Auch beim Fahrrad passiert es schnell, dass die Beinchen zu lang werden und eine neue Rahmengröße benötigt wird. "Stroll Me" verleiht auch Kinderfahrräder (die teuren, beliebten Woom-Bikes!) ab 8,50 € pro Monat.
  11. Bücher: Hier müssen wir wohl nicht mehr viel zu sagen – Stichwort Bibliothek! Wohl einer der ersten Anbieter des Prinzips Mieten statt Kaufen.
  12. Mietwagen: Wenn ihr nur ab und an mal ein Auto braucht, beispielsweise um den Wocheneinkauf zu erledigen, dann kann es sinnvoll sein, sich nur dann ein Auto zu mieten, wenn ihr es wirklich braucht. Carsharing-Anbieter gibt es mittlerweile unzählige, schaut einfach, was in eurer Nähe angeboten wird. Lest außerdem die Ergebnisse des Stiftung Warentest Carsharing-Vergleichs.
  13. (Elektro)Werkzeug: Eine Bohrmaschine, eine elektrische Heckenschere, einen Hochdruckreiniger oder einen Fliesenschneider brauchen die meisten von uns nicht täglich. Deshalb ist es auch viel sinnvoller, die entsprechenden Werkzeuge im Baumarkt, beispielsweise bei Obi, für ein paar Tage oder Wochen auszuleihen, statt sie zu kaufen.

Mieten: Was passiert bei Schäden?

Die große Sorge beim Mieten: Man leiht sich ein Tablet aus und schwupps, fällt es auf den Boden und das Display ist gerissen. In der Regel sind solche Schäden gut abgedeckt. MediaMarkt beispielsweise schreibt zu seinem Service: "Wir übernehmen 90 % der Reparaturkosten bei Schäden aller Art, wie z. B. Displaybruch, Wasserschäden und technischen Defekten. Herstellungsbedingte Gerätefehler sind natürlich komplett abgedeckt. Bei Drohnen werden 50 % der Kosten abgedeckt."

Räubersachen, wo ihr Kleidung ausleihen könnt, beantwortet die Frage, wie mit verlorenen, zu heiß gewaschenen oder mit Filzstift bemalten Kleidungsstücken umgegangen wird, so: "Dann bitten wir dich höflich um den Kauf des guten Stückes. Prüfe gern auch Deine Haftpflichtversicherung, denn inzwischen decken die meisten auch Schäden an geliehenen und gemieteten Sachen ab. Grundsätzlich wird dabei Deine bereits gezahlte Miete vom Kaufpreis abgezogen."

Prüft also vor dem Mieten beim jeweiligen Anbieter nochmal, was im Fall der Fälle passiert.

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Muss ich das wirklich kaufen?

Ich finde es großartig, was es mittlerweile für ein riesiges Angebot gibt. Der Gedanke, wie viele Dinge man eigentlich so pro Jahr kauft, hat mich wirklich nachdenklich gemacht. Dabei ist es nicht nur viel nachhaltiger, Dinge zu mieten statt sie immer zu kaufen, man kann an manchen Stellen auch wirklich Geld sparen. Bisher bin ich eher eine Verfechterin von Second Hand und kaufe beispielsweise einen Großteil meiner Klamotten seit Jahren gebraucht. Gemietet habe ich bislang eigentlich nicht, werde es aber bei der nächsten passenden Gelegenheit einmal ausprobieren.

Bei all den tollen Anbietern, bei denen wir uns Technik, Spielzeug und Co. ausleihen können, vergessen wir aber schnell mal das Naheliegendste: Müssen wir uns wirklich einen eigenen Rasenmäher kaufen, wenn unsere Nachbarn links und rechts einen haben? Können wir uns den nicht – im Gegenzug für ein Gerät, das wir ihnen leihen oder eine kleine Aufmerksamkeit – einfach ausleihen? Wer einen nachhaltigen Lebensstil anstrebt, sollte sich diese Frage vor Kaufentscheidungen viel öfter durch den Kopf gehen lassen.

Bildquelle: IMAGO / photothek

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