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7 Tipps für Mädchen-Eltern: So erziehst du eine starke Tochter | Erziehung

Zutrauen stärken!

7 Tipps für Mädchen-Eltern: So erziehst du eine starke Tochter | Erziehung

Wie schaffen wir es, dass unsere Töchter sich genauso viel zutrauen wie die Jungen? Wir geben sieben Tipps, die euch helfen, eine starke Tochter zu erziehen.

Mädchen bekommen heutzutage die unterschiedlichsten Botschaften von der Gesellschaft und den Medien vermittelt. Ja, sie sollen ehrgeizig sein, es aber bitte nicht zeigen, denn das ist wenig attraktiv. Sie sollen ein gutes Körpergefühl haben, aber schlank sollten sie trotzdem sein. Mit diesen verwirrenden Aussagen schaffen wir es, dass sich Mädchen, wenn sie das Teenageralter erreicht haben, weniger selbstbewusst fühlen als die Jungen.

Dem wollen wir gegensteuern und ein selbstbewusstes Mädchen, also eine starke Tochter, erziehen. Es wird nicht einfach, da wir oft selbst genauso verstrickt sind in den gesellschaftlichen Erwartungen, aber lasst uns schauen, wie wir dieses Ungleichgewicht wieder ausgleichen können:

Tipp 1: Vorbilder sind wichtig

Wenn den Mädchen vorgelebt wird, wie eine starke und unabhängige Frau durchs Leben geht, haben sie es viel leichter. Schauen wir also in den Spiegel. Leben wir ihnen vor, dass es wichtig ist, die eigenen Talente und Leistungen zu erkennen und sie zu schätzen? Loben wir andere Frauen genügend für ihre Leistungen und nicht nur für ihr Aussehen? Lästern wir vor den kleinen Mädchen über das Aussehen anderer Frauen oder stöhnen wir darüber, dass wir wieder ein Kilo zugenommen haben, betonen wir damit die Wichtigkeit von schlanken Körpern, makelloser Haut oder kleinen Nasen. Verkneifen wir uns einfach die eine oder andere Bemerkung!

Zeigen wir genügend, dass es Leben außerhalb von Beziehungen gibt? Sehen die Mädchen, dass Freundinnen und Hobbys eine wichtige Komponente des Lebens sind, die uns Selbstvertrauen geben?

Tipp 2: Fördere ihre Leidenschaften

Sei es die Musik, Sport oder andere Hobbys: Alles, bei dem sich deine Tochter weiterentwickeln und Erfolge für sich erzielen kann, fördert ihr Selbstbewusstsein. Und es lenkt auch von Äußerlichkeiten ab. Sie braucht Herausforderungen und Niederlagen sind ebenfalls wichtig. Gerade im Sport lernt man, wieder aufzustehen und weiterzumachen. Sich nicht irrezumachen, sondern sich auf das Wichtige zu konzentrieren. Und auch wenn deine Tochter keine Konzertpianistin oder Olympionikin wird - solange sie Freude daran hat und es mit Leidenschaft macht, ist alles gut.

Tipp 3: Ermutige sie, sich auszutoben und etwas zu riskieren

Körperliche Betätigung und Wohlbefinden sind nicht zu unterschätzen. Für Kinder ist es eine tolle Sache, schon früh die Fähigkeiten ihres Körpers zu entdecken. Je mehr sich deine Tochter physisch zutraut, desto besser ist es für ihr Selbstbewusstsein. Du musst sie dafür nicht anschreien und in den Pool werfen. Locke und ermutige sie, vielleicht doch den Hügel mit dem Fahrrad hinunterzufahren oder das Skateboard auszuprobieren. Mach mit! Bewegung tut doch allen gut!

Tipp 4: Fördere ihren Teamgeist

Kinder, die es gelernt haben, im Team Probleme zu lösen, entwickeln ein größeres Zutrauen, sich auch anderen Herausforderungen zu stellen. Es gibt ihnen einen deutlichen Schub an Selbstbewusstsein und ein Gefühl, dass sie etwas erreicht haben. Das kannst du fördern. Erzähle, wie du selbst von Teamwork profitiert hast, und ermutige sie, mit anderen zusammen Aufgaben zu lösen und sich zu engagieren. Lass sie etwas bauen oder mithelfen.

Tipp 5: Höre ihr zu

Das ist sehr entscheidend. Zuhören, sie ernst nehmen und nicht so viel selber sagen. Zugegeben, das ist schwierig, aber wie soll sie stark werden, wenn ihr nicht richtig zugehört wird? Sie soll doch selbst über das nachdenken, was sie sagt. Das funktioniert besser, wenn man sie reden lässt und nicht unterbricht. Wenn sie einen Rat will, wird sie schon danach fragen. Aber das Wichtigste ist, dass ihr überhaupt redet. Deine Tochter sollte immer die Gewissheit haben, dass sie mit dir reden kann. Es gibt übrigens ein gutes Buch von Dr. Judith Bildau, die selbst fünf Töchter erzieht und zur Gelassenheit mahnt: "Starke Mädchen brauchen entspannte Eltern" für 19,99 bei Amazon.

Tipp 6: Lobe sie für das, was sie ist

Das leuchtet ein, aber wie oft sagen wir Mädchen als erstes, was für ein hübsches Kleid sie anhaben, wie schön ihre Haare sind und sie süß sie doch aussehen. Warum fangen wir nicht damit an, sie dafür zu loben, was sie gesagt oder getan haben? Oder wie selbstbewusst sie wirken und wie toll es ist, dass sie etwas ohne Angst gemacht haben? Das dürfte doch nicht so schwer sein!

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Tipp 7: Sprich mit ihr über Erwartungen

Je länger sie du von den sozialen Medien und Popkultur fernhalten kannst, wo mit Photoshop und Instagram auf sie eingehämmert wird, wie sie zu sein hat, desto besser. Aber das ist natürlich nicht sehr realistisch. Früher oder später bekommen die Mädchen es mit und dann redet über die Stereotypen, die dort vermittelt werden. Mach sie darauf aufmerksam. Das bedeutet nicht, dass du über ihr Idol lästern solltest, aber weise ruhig daraufhin, was dahinterstecken kann. Die tolle Influencerin will vielleicht nur Sachen verkaufen. Zeige ihr, was Photoshop alles machen kann.

Sind die Mädchen älter, solltet ihr auch über Sex sprechen. Teenagern wird oft ein unrealistisches Bild vermittelt. Viele von ihnen haben leider schon viel zu früh pornografische Bilder gesehen. Sprich mit ihr darüber, überlasse es nicht anderen. Sie soll wissen, dass zu einer liebevollen und respektvollen Beziehung Sex gehört, aber dass es wichtig ist, die eigenen Bedürfnisse zu kennen und auch Nein zu sagen, wenn ihr etwas unangenehm ist. Sie soll sich Zeit lassen.

Das sagt Anja Kleinelanghorst:

Erfreut euch an eurer starken Tochter!

Eine starke Tochter zu erziehen, bedeutet aber auch, mit einer starken Persönlichkeit zu leben! Da müsst ihr lange Diskussionen nicht nur ertragen, sondern auch zu schätzen wissen. Ihr möchtet doch, dass eure Mädchen selbstsicher und mit offenen Augen durch das Leben gehen. Ihr müsst also auch nicht immer das letzte Wort haben und Kritik ertragen.

Gegenseitiger Respekt und vor allem Unterstützung ist gefragt. Und manchmal gute Nerven. Aber die Gewissheit, dass eure Tochter in der Zukunft nichts so schnell umwirft, sie ihre Talente erkennt und die Initiative ergreift, sollte euch Trost und auch ein bisschen Stolz geben, wenn es vielleicht mal wieder laut am Küchentisch wird.

Bildquelle: KQconcepts, Getty Images

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