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Hausaufgaben: 13 Tipps für Eltern und Kinder für Schulaufgaben

Gegen Familienstress

Hausaufgaben: 13 Tipps für Eltern und Kinder für Schulaufgaben

Hausaufgaben können ganz schön nervig sein. Das empfinden nicht nur Kinder so, auch Eltern verzweifeln regelmäßig an den Schulaufgaben.

Was sind Hausaufgaben?

Aufgaben, die Schüler*innen selbstständig zuhause lösen müssen, dienen dazu, bekanntes zu vertiefen. Hausaufgaben schaffen Anreize dafür, sich noch mehr mit dem Unterrrichtsstoff auseinander zu setzen. Sie sollen keinesfalls eine Bestrafung sein, auch wenn viele Schüler*innen das so empfinden. Es ist tatsächlich ein Problem, wenn Lehrer*innen die Aufgaben nur verteilen, weil sie in ihrem Unterricht nicht geschafft haben, allen Stoff zu vermitteln. Dann werden Heimaufgaben eine Bestrafung.

Wann Hausaufgaben machen?

Das muss jede Familie aushandeln. Die einen Kinder möchten direkt nach der Schule die Aufgaben erledigen, andere wollen erst spielen und dann arbeiten. Es ist auch von Schule zu Schule unterschiedlich, ob Hausaufgaben für den nächsten Tag oder die nächste Woche vorbereitet werden müssen. In einigen Schulen gibt es auch ein festes Pensum an Aufgaben, das innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens erledigt sein muss. Da kann euer Nachwuchs dann selbst entscheiden, ob er jede Woche einige Arbeiten übernimmt, oder kurz vor knapp alle Aufgaben auf einmal löst.

Warum Hausaufgaben machen?

Weil das zum Schulalltag immer noch dazu gehört. Es gibt Schulen, die haben Hausaufgaben generell abgeschafft, weil sie davon überzeugt sind, dass Kinder nicht am Nachmittag auch noch für die Schule lernen sollen. Wenn die Aufgaben aber spannende Fragestellungen enthalten und den Wissensdurst der Schüler*innen weiter anregen, dann sind sie eine sinnvolle Unterrichtsergänzung. Denn Kinder wollen lernen und sich neues Wissen aneignen. Was sie nicht mögen, ist stumpfes Auswendiglernen, weil die Lehrer*innen das von ihnen fordern.

Warum Hausaufgaben sinnvoll sind

Sie sind dann sinnvoll, wenn sie dazu dienen, bereits gelerntes zu intensivieren. Hausaufgaben können dabei helfen, Wissenslücken zu entdecken. Im besten Fall regen sie dazu an, dass Lehrer*innen mit den Schüler*innen darüber sprechen, wo es noch Nachholbedarf gibt. Die Schulaufgaben sind dann nicht sinnvoll, wenn sie als Bestrafung gedacht sind oder dafür benutzt werden, dass Schüler*innen sich (mit Hilfe der Eltern) selbst neues Wissen aneignen müssen. Die Wissensvermittlung muss Aufgabe der Schule bleiben.

Ich mag Kreuzworträstel und Sachen, wo man was raus finden muss. Das macht Spaß. Hausaufgaben, wo man Detektiv spielen muss, die sind gut.

Nachwuchs aus der familie.de Redaktion

Wer hat die Hausaufgaben erfunden?

Angeblich hat Roberto Nevilis die Hausaufgaben 1095 in Venedig, Italien, erfunden. Der Erzieher hatte sich angeblich darüber geärgert, dass seine Schüler den Unterrichtsstoff nicht gut genug nachgearbeitet hatten, und verteilte Aufgaben. Allerdings gab es sicher auch schon vor 1095 Hausaufgaben, sie hießen nur damals anders. Denn die Idee, dass Wiederholung Wissen festigt, die gibt es schon sehr lange.
Früher war diese Heimarbeit übrigens ein Privileg der Reichen. Denn nur wohlhabende Familien konnten es sich überhaupt leisten, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Es ist aber gut möglich, dass Kinder auch damals schon wenig begeistert von diesen extra Aufgaben waren.

Warum Hausaufgaben unnötig sind

Sie sind vor allem in Ganztagsschulen unnötig. Weil die Kinder hier ja schon bis in den Nachmittag hinein betreut werden und den Rest des Tages nach Möglichkeit ohne weitere Aufgaben verbringen sollten. Erholung ist wichtig, das brauchen nicht nur Erwachsene, sondern eben auch Kinder.

Tatsächlich haben Studien über Hausaufgaben ergeben, dass sie eigentlich überflüssig sind. Sie haben, in Hinblick auf die Schulleistung, überhaupt keinen Effekt. Das liegt daran, dass schlechte Schüler*innen durch bloßes Wiederholen den Unterrichtsstoff auch nicht besser verstehen. Und die guten Schüler*innen verbessern ihre Leistungen dadurch auch nicht.

In der familie.de Redaktion gibt es übrigens auch nicht nur Zustimmung zu den Schulaufgaben.

"Ich finde an Hausaufgaben blöd, wenn die so verklausuliert sind, dass man als Elternteil gar nicht weiß, was die von einem wollen."

familie.de

Wo sollten Kinder Hausaufgaben machen?

Am besten an einem ruhigen Ort, der aufgeräumt ist und eurem Nachwuchs die Chance bietet, sich zu konzentrieren. Mitten im großen Getümmel am Küchentisch, wenn drum herum die Geschwister durch die Gegend springen, Papa kocht und Mama in der Telefonkonferenz hängt, dann sind das schlechte Bedingungen, um die Hausaufgaben fehlerfrei zu erfüllen. Natürlich gibt es Kinder, die im größten Trubel besonders kreativ sind. Aber es ist wichtig, dass es einen Rückzugsort gibt, damit sich eure Kinder in Ruhe auf die Aufgaben konzentrieren können.

Die Studie der TU Dresen zu den Hausaufgaben fand außerdem heraus, dass Kindern aus einkommensschwachen Familien durch die Hausaufgaben Nachteile entstehen. Sie können sich Nachhilfestunden und Hausaufgabenbetreuung oft nicht leisten.

Müssen die Hausaufgaben zwischen Eltern und Kind stehen?

Nein! Wenn es bei euch immer wieder Zoff um die Hausaufgaben gibt, dann solltet ihr in einer ruhigen Minute darüber sprechen. Schaut euch die Aufgaben an, die euer Nachwuchs da bekommt. So seht ihr, wo es vielleicht auch hakt und könnt bei den Lehrer*innen nachfragen. Eigentlich sollen Hausaufgaben so erteilt werden, dass Kinder sie ohne Hilfe der Erwachsenen bewältigen können. Brauchen eure Kinder immer wieder eure Unterstützung, kann es sein, dass hier von Seiten der Schule nachgearbeitet werden muss.
Gibt es Reibereien, weil euer Nachwuchs schlicht keine Lust darauf hat, die Aufgaben zu erledigen, bleibt euch nur, das entweder auszuhalten, oder die schlechten Noten, die es für unerledigte Hausaufgaben gibt, in Kauf zu nehmen.

Ich finde total blöde, dass die Hausaufgaben manchmal so lang sind. Dass es zu viele sind, dass man die nicht einfach wann anders machen kann.

Nachwuchs aus der familie.de Redaktion

Wann Hausaufgaben in der Grundschule erledigen?

Hausaufgaben können ganz schön viel Zeit in Anspruch nehmen. In der Grundschule kann es bis zu einer Stunde dauern, bis die Aufgaben erledigt sind. Sprecht mit euren Kindern, was ihnen besser passt. Die Aufgaben direkt nach der Schule erledigen, oder lieber erst mal spielen? Schulkinder wissen ziemlich gut, was ihnen besser passt. Manch ein Kind braucht eben erst mal eine Pause vom anstrengenden Schulalltag. Den sollten wir Eltern ihnen auch gönnen.
In einigen Fällen könnt ihr die Vorgaben geben, ihr fangt an, erklärt und dann lasst ihr die Kinder weitermachen. Tappt dabei nicht in die Falle, dass sie nur noch aufschreiben, was ihr von euch gebt. Sie sollen sich ihre eigenen Gedanken machen und selbst etwas lernen.

Was tun, wenn das Kind die Hausaufgaben nicht versteht?

Wenn ersichtlich ist, dass euer Kind die Hausaufgaben nicht bewältigen kann, weil es sie überhaupt nicht verstanden hat, solltet ihr den Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin kontaktieren, indem ihr eine kurze Notiz schreibt und erklärt, warum euer Sohn oder eure Tochter die Aufgaben nicht lösen konnte. Fragt andere Eltern, ob sie in einer ähnlichen Situation waren. Dann könnt ihr gemeinsam die Lehrer bitten, es noch einmal zu erklären. Auch wenn ihr nicht die Hausaufgaben für eure Kinder erledigen sollt, bedeutet dies nicht, dass ihr sie nicht beim Lernen unterstützt. Ihr könnt ihnen beim Vokabeln lernen helfen oder mit ein paar Übungen die Rechtschreibung verbessern. Konzentrationsübungen sind immer gut, wenn es beim Rechnen nicht so klappen mag. Welcher Lerntyp ist euer Kind überhaupt? Auch hier könnt ihr entsprechend unterstützen, wenn ihr dies berücksichtigt. Es bleibt also noch genügend zu tun - auch wenn ihr nicht direkt bei den Hausaufgaben helft.

Ich finde es schwierig, wenn es Hausaufgaben sind, die etwas schwerer sind.

Nachwuchs aus der familie.de Redaktion

Müssen Hausaufgaben kontrolliert werden?

Die Hausaufgaben zu kontrollieren ist ok. Die Hausaufgaben fürs Kind zu verbessern ist es nicht. In der Theorie geht es ja darum, dass die Lehrer*innen sehen, wie der Wissensstand der Schüler*innen ist. Sie können das sehr gut an den Hausaufgaben und an den Fehlern, die dort gemacht werden, erkennen. In Der Praxis ist es aber oft so, dass Eltern die umfangreichen Aufgaben übernehmen, oder wenigstens gemeinsam mit ihren Kindern erledigen. Das führt Hausaufgaben aber ad absurdum. Außerdem ist es schlicht unfair, wenn einige Eltern ihren Kindern helfen, während andere diese familiäre Unterstützung nicht haben, weil die Eltern beruflich sehr eingespannt sind.

Wichtig ist auch, nicht alle Fehler hervorhebt. Schaut euch die Lösungen an und weist darauf hin, dass es noch einige Flüchtigkeitsfehler gibt. Wenn ihr genau erklärt, welcher Fehler wo begangen wurde, führt das dazu, dass euer Nachwuchs nicht mehr selbst nachschaut und im Unterricht vielleicht weniger aufpasst. Hilfe zur Selbsthilfe ist hier ein guter Ratgeber.

Ab wann sollen Kinder Hausaufgaben allein machen?

Während Kinder in der Grundschule noch oft Unterstützung benötigen, wünschen sie das an den weiterführenden Schulen oft nicht. Dabei ist es manchmal gerade dann viel wichtiger. Es schadet nicht, wenn ihr ab und zu in lockerem Ton nach den Hausaufgaben fragt und sie euch auch zeigen lasst. Aber eure Kinder sollten nie das Gefühl bekommen, dass sie von euch auf Fehler kontrolliert werden. Die Übungen sollen ja auch ein Weg sein, sich selbst Wissen anzueignen.

Der Hausaufgaben Song

Es gibt ja für jede Lebenslage ein Lied. Der Hausaufgaben – Song, der Kinder und Eltern gefällt kommt von Deine Freunde.  Die Drei rappen darüber, wie doof sich Hausaufgaben für Kinder anfühlen und auch, dass es die Beziehung zu den Eltern sehr belasten kann. Denn Kinder fühlen sich oft dazu gedrängt, die lästigen Arbeiten zu erledigen, wo sie doch eigentlich lieber spielen oder entdecken wollen. Der Hausaufgaben-Song von Deine Freunde ist von 2015, erinnert viele Eltern sicher an die Musik der 90er Jahre. Und die Kinder daran, dass mit einem Lachen alles besser klappt.

 

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Mein Fazit

Hausaufgaben habe ich als Schülerin gehasst. Weil ich lieber mit meinen Freundinnen etwas unternehmen wollte. Mir erschloss sich nicht, warum das immer gleiche Wiederholen von Zahlenreihen und Gedicht auswendig lernen, für meine Zukunft wichtig sein sollte. Meine liebsten Aufgaben waren Projektaufgaben, bei denen ich mich wirklich in ein Thema vertiefen musste. Von diesen Hausaufgaben wünsche ich mir an den Schulen auch heute noch viel mehr.

Bildquelle: getty images / FlamingoImages

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