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Home Schooling: 7 Tipps für den Heimunterricht

So kann es klappen

Home Schooling: 7 Tipps für den Heimunterricht

Zur Zeit heißt es Home Schooling für alle. Unsere Kinder gehen nicht in die Schule, müssen aber weiterhin lernen und Aufgaben erledigen. Das stellt uns alle vor viele Herausforderungen. Deswegen kommen hier 7 Tipps für den Heimunterricht.

Eigentlich ist Home Schooling in Deutschland überhaupt nicht erlaubt. Der Gesetzgeber ist da sehr streng. Und nun geht, wegen Corona genau das doch. Das Problem ist allerdings: Die allermeisten Eltern stehen dem Heimunterricht total überfordert gegenüber. Wir sind keine Lehrer*innen und kommen hier alle schnell an unsere Grenzen.

Anfangs waren besonders die Kinder noch ganz fröhlich. Die Aussicht, mehrere Wochen keine Schule zu haben, ist mitten im Schuljahr auch einfach zu verlockend. Aber schnell wurde klar: Nur weil der Nachwuchs nicht mehr ins Schulgebäude geht, bedeutet das nicht, dass keine Schule ist. Jetzt müssen leider wir Eltern ran.

Tipps fürs Home Schooling

Es ist gar nicht so einfach, allgemein gültige Tipps für eine sehr individuelle Situation zusammenzustellen. Denn jeder von euch ist unterschiedlich vom Home Schooling betroffen. Manche Kinder müssen keine Aufgaben machen, dürfen aber freiwillig arbeiten. Andere haben ein sehr straffes Pensum, bei dem jeden Tag kontrolliert wird, ob die Aufgaben auch erfüllt wurden. Bei einigen klappt es mit der Digitalisierung, sie nutzen Lernplattformen und sind für ihre Schüler*innen da, bei anderen fühlen sich die Kinder und Eltern total allein gelassen. Die 7 Tipps haben wir aus eigener Erfahrung und aus dem Feedback von anderen Eltern zusammengestellt.

1. Ihr bestimmt den Unterrichtstag

Beginnt, wann es für euch passt. Das Gute ist, dass ihr euch den Tag nun besser einteilen könnt. Eure Kinder müssen mehr oder weniger viele Aufgaben lösen, neuen Stoff lernen. Aber das muss nicht morgens um 7:20 Uhr geschehen. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein früher Unterrichtsbeginn gar nicht förderlich für die Konzentration ist. Wenn eure Kinder ihren Heimunterricht also später starten, dann ist das kein Drama, stellt aber vielleicht den Familienfrieden wieder her. Und seht es mal positiv: Endlich kein Gedränge morgens im Bad.

2. Pause machen nicht vergessen

Eine Unterrichtsstunde geht 45 Minuten, dann gibt es eine Pause. Behaltet diese Zeiteinheit doch bei, stellt euren Kindern einen Wecker, der nach 45 Minuten daran erinnert, dass sie eine Pause machen sollten. Bei älteren Kindern ist das nicht so ein großes Problem, die sind das konzentrierte Arbeiten besser gewohnt. Den jüngeren Kindern könnt ihr auch innerhalb der 45 Minuten erlauben, sich zu bewegen. Konzentration müssen gerade die Erstklässler*innen einfach noch üben.

3. Kontakt halten im Home Schooling

Das machen eure Kinder beim Home Schooling sicher von sich aus, wenn sie im entsprechenden Alter sind. Aber es ist auch wichtig, die Jüngeren daran zu erinnern, dass sie ihre Schulfreund*innen zwar nicht umarmen dürfen, aber, dass sie sich mit ihnen unterhalten können. Ein Videotelefonat mit dem besten Freund oder der liebsten Klassenkameradin kann helfen, das Gefühl der Einsamkeit zu lindern. Im Home Schooling kann es nicht nur für Eltern, sondern auch für Kinder einsam werden. Und natürlich können die Kinder sich in Gesprächen und Chats gegenseitig beim Heimunterricht unterstützen.

4. Seid stolz auf euch!

Ihr selbst und eure Kinder leisten da ganz schön was, ist euch das eigentlich klar? Klopft euch selbst und eurem Nachwuchs mal ordentlich auf die Schulter. Wir sollten das mal anerkennen, was wir alle im Moment so leisten. Die wenigsten von uns sind Lehrer*innen (und selbst die unterrichten aus gutem Grund nicht ihre eigenen Kinder). Vor wenigen Wochen wurden wir alle in eine neue Situation geworfen, die wir alle so gut es geben geht meistern.

5. Aufmunterung tut auch beim Home Schooling gut

Wir alle brauchen ab und zu Zuspruch. Den bekommen eure Kinder eben häufig auch in der Schule. Da die nun weg fällt und nicht alle Lehrer*innen es schaffen, sich individuell bei ihren Schüler*innen zu melden, wäre es gut, wenn ihr diesen Part noch mit übernehmt. Motiviert sie, lobt, was sie alles gelernt haben und wie toll sie die aktuelle Situation meistern. Es ist für niemanden einfach und eure Kinder stecken da genauso drin, wie ihr auch. Vielleicht könnt ihr am Wochenende die Zeit nutzen und einen gemeinsamen Ausflug ins Grüne (möglichst alleine) planen. So als Aufmunterung und Belohnung für die gute Zusammenarbeit.

6. Mut zur Lücke beim Heimunterricht

Ja, der Tipp ist vielleicht nicht das, was manche Schule lesen will, aber ich plädiere dafür, dass ihr schaut, was ihr und eure Kinder realistisch schaffen. Es hilft niemandem, wenn ihr euren Nachwuchs stundenlang mit Formeln triezt, sie das nicht verstehen und ihr irgendwie auch nicht so richtig. Streit und Frust sind in diesen Tagen ein großes Thema, passt auf, dass das nicht überhand nimmt. Denn am Ende des Tages sind wir Eltern und Kinder und nicht Lehrer*innen und Schüler*innen. Das gute Verhältnis zu unseren Kindern ist wichtiger, als das 58. Arbeitsblatt. Der Tipp meint nicht, dass ihr das Home Schooling völlig aufgebt. Aber es ist ein Plädoyer für mehr Gelassenheit.

7. Ferien sind Ferien

In vielen Bundesländern haben die Osterferien begonnen. Und das bedeutet: schulfrei. Jede Schule löst das anders, manche Kinder müssen schon in wenigen Tagen zu den Abiturprüfungen antreten und können sich ein, zwei Wochen ohne Lernen gar nicht leisten. Aber denkt daran, dass ihr die Zeit jetzt, wären wir nicht alle Zuhause, auch anders nutzen würdet. Statt lernen, wäre jetzt ebenfalls Erholung angesagt. Weil niemand in den Urlaub fahren kann, macht es euch Zuhause so schön und entspannt wie möglich.

Zusatztipp beim Home Schooling: Bleibt wachsam

Hier kommt noch eine Aufgabe per Mail, da eine Nachfrage im Klassenchat, auf viele Kinder prasseln in diesen Tagen viele Nachrichten ein. Nicht immer ist ganz klar, wer den Jugendlichen da eigentlich schreibt. Deswegen ein wichtiger, dringender Appell: Schaut nach, wer sich da bei euren Kindern meldet. Und bleibt kritisch, wenn Lehrer*innen Beweisvideos fordern.

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Mein Fazit

Die Aufgabe, unsere Kinder zusätzlich zu Job und Haushalt nun auch noch zuhause zu beschulen, ist enorm. Ich wünsche mir, dass diese Leistung mehr anerkannt wird. Was die Kinder stemmen, ist unglaublich, und auch wir Eltern haben Verständnis verdient. Wenn ich lese, dass die Abiturprüfungen in manchen Bundesländern nach den Osterferien wie geplant stattfinden, dann finde ich das bedenklich. Und ja, ich ärgere mich darüber, wie unflexibel Schule auch im Jahr 2020 noch ist. Die einzelnen Lehrer*innen trifft da keine Schuld, aber der Druck, der auf den Kindern lastet, sollte nicht unterschätzt werden.

Bildquelle: getty images / Kerkez

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