Lob fördert die Konzentration bei Kindern

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Lob fördert die Konzentration bei Kindern

Beobachtung eines Forscherteams aus über 70 Klassenzimmern: Klassen, die von ihren Lehrern viel gelobt werden, arbeiten konzentrierter.

Das Team um Psychologe Paul Calderella von der Brigham Young University wollte es genau wissen: Was bringt mehr – Lob oder Kritik? Dazu bezogen sie in über 70 Klassenräumen Stellung und stellten am Ende fest: Kinder aus Klassen, in denen die Lehrkräfte öfter lobten, konnten sich länger auf eine Aufgabe konzentrieren. Die Forscher notierten im Fachblatt “Educational Psychology”, dass häufiges Loben (statt zu tadeln), die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder bis zu 30 % erhöhen kann

Mehr Konzentration und weniger Störung durch Lob

Calderella beobachtete für diese Studie mehr als 2.500 Schülerinnen und Schüler an insgesamt 19 Schulen in den USA. Beim gewählten Beobachtungszeitraum lag das Augenmerk auf Zeiten, die die Lehrerinnen und Lehrer als besonders anstrengend empfanden. Während ihrer Beobachtung stoppten die Forscher, wie lange die Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren konzentriert arbeiteten, ohne durch Störungen von Klassenkameraden unterbrochen zu werden.

Bei 50 % der Unterrichtsbesuche wendeten die Lehrkräfte eine Lernmethode des CW-FIT Programms an. Dabei erklären die Lehrer den Schülern vorab, welches Verhalten sie sich für die Schulstunde wünschen. Wenn die Kinder das zuvor gewünschte Verhalten zeigen, werden sie dafür gelobt. Dieses Vorgehen soll die Kinder motivieren, mehr positives Benehmen zu zeigen und weniger störendes.

Lob funktioniert in jedem Unterrichtsmodell

Die Beobachter um Calderella zählten und ordneten die Äußerungen der Lehrer ein. Dabei wurden allgemeine Aussagen wie “Danke, Pauline” oder “Hier musst du nochmal nachrechnen, Tim” nicht gewertet. Das von den Lehrern verteilte Lob bzw. ihr Tadel wurde dann in Beziehung zur Konzentrationsleistung der Kinder gesetzt. Das Ergebnis: Mehr Lob = mehr Konzentration! Dieser Zusammenhang zeigte sich sowohl bei den Klassen, die mit dem CW-FIT Programm unterrichtet wurden, als auch bei den anderen 50 % der Kinder, die nach regulären Unterrichtsmethoden unterrichtet wurden.

Erfolgreicher dank Lob

In einer Pressemitteilung erklärt der Psychologe Calderella das Verhalten der Schüler so: “Lob ist eine Form von Feedback. Schülerinnen und Schüler brauchen dieses Feedback von ihrem Lehrer, um zu verstehen, welches Verhalten von ihnen erwartet und geschätzt wird.” Laut dem Psychologen neigen Lehrkräfte eher dazu, ihre Schüler ebenso häufig oder gar häufiger zu rügen, als sie zu loben. Frühere Studien kamen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass sich wenig Lob und viel Tadel negativ auf das Verhalten von Gruppen und einzelner Schüler auswirken kann.

Natürlich weiß auch das Forscherteam, dass für ein funktionierendes Unterrichtskonzept noch weitere pädagogische Maßnahmen von Nöten sind. Aber Lob sei dennoch ein wichtiges und hilfreichen Instrument, um Schülerinnen und Schüler zu motivieren.

Bildquelle: Getty Images/ monkeybusinessimages

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