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Mädchen verliert fast den Finger durch U-Bahn-Treppe – die Eltern klagen erfolglos

Gerechtes Urteil?

Mädchen verliert fast den Finger durch U-Bahn-Treppe – die Eltern klagen erfolglos

Im Prozess um den Unfall an einer U-Bahn-Station in München ist das Urteil gefallen. Die Eltern eines zehnjährigen Mädchen, das sich den Finger in einem kaputten Handlauf klemmte, forderte mindestens 3.000 € von den Stadtwerken. Doch das Amtsgericht lehnt ab.

Allein schon die Vorstellung ist so schmerzhaft. Beim Unfall an der U-Bahnhaltestelle Fröttmaning im April 2017 hatte die Schülerin eine Hand auf einem Handlauf der Rolltreppe. An einer Stelle waren die Rohre nicht mehr miteinander verbunden: Eines der Metallrohre ragte zu einem Drittel über das andere Stück. Als Folge blieb das Mädchen beim Laufen im herausstehenden Rohr mit dem Zeigefinger stecken und erlitt eine offene Fraktur. Die Verletzung war so schwer, dass die Diagnose der Ärzte keine Hoffnung machen konnte. Der Finger wird wohl für immer nicht mehr so beweglich sein wie vorher.

Die Eltern des Kindes verklagten die Münchner Stadtwerke, da diese ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt hätten – der Handlauf soll schon länger nicht intakt gewesen sein. Tragischerweise wurde der Bahnhof erst drei Tage vor dem Unfall kontrolliert, inklusive den Handläufen. Die Mitarbeiter haben keine Schäden feststellen können. Es besteht der Verdacht, dass der Rohrdefekt erst danach durch Vandalismus entstanden ist. "Eine Verkehrssicherung, die jede Schädigung ausschließt, wäre im praktischen Leben nicht erreichbar", begründet die zuständige Richtern in ihrem Urteil. "Es kann auch nicht von der Beklagten verlangt werden, den Bahnhof Fröttmaning jeden Tag zu kontrollieren. Dies würde die an die Verkehrssicherungspflicht zu stellenden Anforderungen überspannen, zumal es sich mit Ausnahme der Spieltage in der Allianz-Arena auch nicht um einen übermäßig frequentierten Bahnhof handelt."

Bildquelle: ChuangTzuDreaming/iStock/Getty Images Plus

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