Amazon Fire Kids Edition: Wie alltagstauglich sind die Kinder-Tablets?

Erfahrungsbericht

Amazon Fire Kids Edition: Wie alltagstauglich sind die Kinder-Tablets?

Amazon hat seine Fire-HD-Kinds-Reihe derzeit reduziert. Aber lohnen sich Medienflundern für Kinder? Gibt es Dinge, die man beachten sollte? Ich habe mit meiner Familie eigene Erfahrungen mit den Kids-Edition-Tablets gemacht.

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Die Tablets

Zur technischen Basis: Amazon bringt seit einigen Jahren eine eigene Tablet-Reihe heraus. Die so genannten Fire-Tablets laufen technisch auf einem angepassten Android-System. Das heißt, viele Apps kennt man so auch vom Handy, die Google-Apps und der Zugang zum Google Play Store fehlen aber. Stattdessen kann man Apps über Amazons eigenen Appstore herunterladen. Der enthält ein reichhaltiges Angebot an Programmen. Das reicht bei Weitem nicht an das von Google heran, es ist nach meiner Erfahrung aber weniger Schrott dabei. Für Basis-Aufgaben wie E-Mail, Videostreaming, Hörbücher, Musik, im Netz surfen und Shoppen reichen die relativen günstigen Tablets durchaus. Fast alle neueren Geräte lassen sich, wenn man möchte, als Alexa-Sprachassistent nutzen, selbst wenn der Bildschirm abgeschaltet ist. Das mag und möchte nicht jeder, für Alexa-Fans ist das aber ein Bonus.

Fire HD Kids Edition: Die Kinderversion der Fire-Tablets

Mit der Fire-Kids-Reihe nimmt Amazon die normalen Fire-Tablets als Basis und stattet sie gegen einen kleinen Aufpreis und umfangreich kindgerecht aus. Das sind die Vorteile:

  • Schutzhülle: Die Tablets besitzen eine elastische Kunststoffhülle, mit denen man sie besser greifen kann und die das Tablet bei einem Sturz schützen. Etwas schade ist, dass es mit Hellblau, Pink und Violett nur „gegenderte“ Farben gibt. Falls das jemand von Amazon liest: Ich fände ein knalliges Gelb super!
  • Angepasste Oberfläche: Die Bedienung funktioniert mit Symbolen statt Text und wird von kleinen Tablet-Nutzern leicht verstanden. Der Zugriff auf andere Inhalte ist über diese Oberfläche nicht möglich, man kann allerdings spezifische Apps freigeben.
  • Kostenloser Ersatz: Geht das Tablet innerhalb der ersten 2 Jahre kaputt, liefert Amazon kostenlos Ersatz oder Reparatur.
  • Free Time Unlimited: Mit dem Kauf erhält man 12 Monate kostenlosen Zugriff auf Free Time Unlimited. In dem Abo-Angebot gibt es viele Inhalte: Videos, Bilder- und Lesebücher, Spiele, Lern-Apps und Hörbücher für Kinder aller Altersstufen, redaktionell und pädagogisch geprüft. Viele beliebte Serien und Themen sind dabei, von Disney-Charakteren über Paw Patrol bis hin zu Benjamin Blümchen und den drei Fragezeichen. Nach den 12 Monaten zahlt man ab 2,99 Euro im Monat – es gibt hier unterschiedliche Tarife, je nach Anzahl der Kinder und eventuell vorhandener Prime-Mitgliedschaft. Mehr Infos bei Amazon.
  • Umfangreiche Einstellmöglichkeiten für Eltern: Damit die Kinder nicht den ganzen Tag vor dem Tablet hängen, können Eltern den Zugriff über eine eigene App oder eine Website sehr genau regeln: zum Beispiel unterschiedliche Zeiten für unterschiedliche Medienarten (Beispiel: 30 Minuten für Spiele, aber 1 Stunde für Bücher am Tag), für unterschiedliche Wochentage, Schlafenszeiten, zu denen die Tablets nicht genutzt werden können, Lernziele und vieles mehr. Die zur Verfügung stehenden Inhalte passen sich automatisch an die Altersstufe des Kindes an. Ein 4-Jähriger kann keine „gruseligen“ Geschichten hören, die für 9-jährige gedacht sind. Andersherum wird der „langweilige Babykram“ (Zitat: Meine Tochter) für ältere Kinder ausgeblendet. Weitere wichtige Funktion der App: Wenn es mal Zoff geben sollte, kann man das Tablet einfach aus der Ferne sperren.
  • Auch für Erwachsene: Per PIN-Eingabe kann man die Kinderoberfläche verlassen und das Tablet wie ein normales Fire-Tablet nutzen. Das finde ich wirklich praktisch.

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Lohnen sich die Kids-Editionen der Amazon Fire Tablets? Gibt es Nachteile?

Ich möchte hier gar nicht diskutieren, ob man Kinder vor einem Tablet „parken“ darf oder ob man sie besser von Technik fernhält. Das muss jede Familie für sich entscheiden. Ich persönlich bin der Auffassung, dass Kinder in der heutigen Welt gar nicht ohne Kontakt zu Technik und Medien aufwachsen können. Am besten ist es, diesen Kontakt als Eltern kindgerecht zu begleiten.

Wir selbst haben zwei der älteren Fire-Kids-Tablets, eine 7-Zoll und eine 8-Zoll-Version. Auf beide Kinder haben die Tablets zeitweise eine recht große Faszination ausgeübt. Trotz der guten Einstellmöglichkeiten wurde uns das Quengeln des kleineren Kindes zu viel, wenn es das Tablet nutzen wollte, aber sein Kontingent schon verbraucht hatte. Derzeit holen wir die Fire-Tablets daher nur zu größeren Autofahrten und im Urlaub hervor, für den Zweck sind sie eine willkommene Ablenkung.

Insgesamt ist das Angebot ziemlich gut, unter den altersangepassten Empfehlungen findet sich immer etwas, das die Kinder noch nicht kannten und sie lange unterhält. Zwischen kindgerechter Zerstreuung, pädagogisch wertvollen Inhalten und sogar Lern-Apps ist die Spannbreite groß – Schrott gibt es nicht, hier sind mir höchstens ein paar billig zusammengeklatschte Bilderbücher mit Stock-Bildern von Autos aufgefallen, die mein Filius aber trotzdem cool fand.

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Meine Empfehlungen

Technisch sind die Tablets in Ordnung, aber bei Weitem keine Konkurrenz zu teureren Geräten wie die von Samsung, Huawei oder das Apple iPad. Vor allem die Bildschirme (niedrige Auflösung, keine automatische Anpassung der Helligkeit an das Umgebungslicht), der geringe Speicher (gerade bei den älteren Modellen lohnt sich, eine Speicherkarte einzulegen) und das Fehlen von mobilen Daten (im Auto gibts kein WLAN, das heißt man kann unterwegs keine neuen Medien runterladen) können stören. Man kann sich damit aber arrangieren. Im Zweifel rate ich, die teurere, aber in vielen Belangen bessere 10-Zoll-Version zu kaufen. Die ist leistungsfähiger, hat mehr Speicher, mehr Akkulaufzeit, das bessere Display und einen Standfuß.

Was man berücksichtigen sollte ist, dass man auf die Angebote von FreeTime Unlimited festgelegt ist. Andere Apps, Hörbücher, Videos oder sonstige Medien aus anderen Quellen auf die Kinder-Oberfläche hinzuzufügen ist nicht möglich. Wenn die Kids also mal etwas auf Netflix schauen oder ein Hörbuch bei Spotify möchten, geht das nur über Umwege – dafür muss man die App einzeln für die Kinderoberfläche freigeben und, sofern möglich, in der App festlegen, auf welche Inhalte das Kind zugreifen darf. Beispiel: Man gibt die Netflix-App frei und sorgt dafür, dass darin ein Kinder-Account freigegeben ist. Dass das so kompliziert ist, ist schade, liegt aber in der Natur der Sache.

Eine Empfehlung noch zum Schluss: Kündigt das Free-Time-Unlimited-Abo rechtzeitig. Das vergisst man bei einer 12-monatigen Mitgliedschaft gerne mal. Nach dem Probezeitraum kann man das Abo bei Bedarf auch kurzfristig wieder buchen und sogar nach ein paar Tagen wieder kündigen, wenn man es nicht mehr braucht. So zahlt man nur anteilig die Tage, in denen das Abo wirklich genutzt wurde.

Fazit

Ich kann die Fire-Kids-Editions empfehlen. Sinnvoll ist aber, dass man die Kinder dabei begleitet und klare Regeln aufstellt, wann und wo die Tablets benutzt werden können. Setzt altersgerechte Limits für die Nutzung und erklärt den Kindern den Grund dafür. Empfehlen würde ich sie ab einem Alter von ca. 5 Jahren. Dann sind die Tablets aber ein Gewinn, vor allem für lange Reisen und die Ferien.

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Bildquelle: Amazon

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