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Disney warnt bei diesen Kinderfilmklassikern jetzt vor rassistischen Inhalten

Peter Pan und Co.

Disney warnt bei diesen Kinderfilmklassikern jetzt vor rassistischen Inhalten

Nicht erst seit gestern wissen wir, dass alte Disney-Zeichentrick-Klassiker voll mit rassistischen Anspielungen und diskussionswürdigen Stereotypen sind. Im Zuge der Black Lives Matter-Debatte ist das Thema nun nochmal stärker ins Bewusstsein getreten und der Disney-Konzern reagiert.

Überholte Disney-Filmklassiker?

Wenn wir aus heutiger Sicht einige der Disney-Kinderfilmklassiker schauen, merken wir, wie problematisch und unnötig stereotyp viele Figuren dargestellt werden. In manchem Dialogen ist es so auffällig rassistisch und beleidigend für viele verschiedenste Menschen, dass es Zeit wird, dass darüber endlich eine Debatte in Gang kommt. Für damalige Sehgewohnheiten war es vielleicht noch okay. Doch wir wissen natürlich, dass es gar nicht okay ist, wenn Kinder mit solchen beleidigenden Stereotypen aufwachsen und diese unkommentiert so hinnehmen müssen, als wäre dies die Wirklichkeit.

Kulturelle Aneignung und rassistische Darstellung von "Peter Pan" bis "Dumbo"

Die Filmbeispiele in denen solche Darstellungen vorkommen, sind keine Einzelfälle. Bei "Peter Pan" von 1953 kommt es an mehreren Stellen zur kulturellen Aneignung der amerikanischen Ureinwohner. Sie werden als "Rothäute" bezeichnet und veräppelt, wenn Peter und seine "Verlorenen Jungs" einen Tanz mit Kopfschmuck vorführen, der eher auf lächerliche Weise an native people erinnern soll.

Im Katzenfilm "Aristocats" von 1970 gibt es einen Kater namens "Shun Go", der sehr klischeehaft asiatisch dargestellt wird: Er spielt mit Essstäbchen Klavier und hat im Original einen asiatischen Akzent. Auch bei "Susi und Strolch" gibt es eine ähnliche stereotypische Darstellung bei den beiden Siamkatzen.

Im "Dschungelbuch" von 1967 kennt ihr sicher alle den Affenkönig Louis, der als singender Affe typische afroamerikanische Stereotype bedient.

Ähnliche sind ebenfalls in "Dumbo" von 1941 zu finden: Die Krähen, die den kleinen Elefanten wegen seiner großen Ohren hänseln, sprechen ebenfalls afroamerikanischen Slang. Ihr Anführer Jim Crow ist nach einem alten rassistischen Ausdruck bezeichnet, der im 19. Jahrhundert für den klischeehaft "tanzenden, faulen und dummen Afroamerikaner" verwendet wurde.

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"Geschichten mit inspirierenden und zukunftsweisenden Botschaften"

Bisher zeigte Disney seine Klassiker wenigstens mit dem Hinweis: "Diese Sendung wird in ihrer ursprünglichen Form gezeigt und könnte überholte kulturelle Darstellungen enthalten." Nun erreichte der öffentliche Druck einiger Kritiker im Zuge der Black Lives Matters-Bewegung in den USA, dass der Disney-Konzern reagierte. Bevor einer jener Filme gezeigt wird, wird dieser Text eingeblendet:

"Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder eine nicht korrekte Behandlung von Menschen oder Kulturen. Diese Stereotype waren damals falsch und sind es heute noch. Anstatt diese Inhalte zu entfernen, ist es uns wichtig, ihre schädlichen Auswirkungen aufzuzeigen, aus ihnen zu lernen und Unterhaltungen anzuregen, die es ermöglichen, eine integrativere gemeinsame Zukunft ohne Diskriminierung zu schaffen. Disney hat es sich zum Ziel gesetzt, Geschichten mit inspirierenden und zukunftsweisenden Botschaften zu erzählen, in denen die große Vielfalt der Menschen rund um den Globus berücksichtigt und niemand diskriminiert wird."

Disney

Ist das genug?

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob dieses Vorgehen von Disney ausreichend ist. Es ist zumindest ein Anfang, dass Disney sich nochmal deutlich positioniert. Die Filminhalte machen es nicht ungeschehen, doch es ermöglicht Eltern, vorher zu entscheiden, ob sie ihren Kindern dann den entsprechenden Film zeigen möchten.

Wichtig ist, dass man mit den eigenen Kindern über diese Klassiker redet und einordnet, was sie da sehen. Sie sollen solche Stereotypen nicht einfach unkommentiert übernehmen und vielleicht noch so wiedergeben. Disney achtet bei seinen heutigen Animations- und Trickfilmen sehr darauf, welche Welt Kindern vermittelt wird und die Figuren werden deutlich vielfältiger.

Disney-Filme mit Kindern gemeinsam schauen

Viele Klassiker von Disney wurden früher ab 0 Jahren schon empfohlen. Sehr kleine Kinder werden da überhaupt noch nicht verstehen, was sie da sehen. Viele Disney-Filmklassiker sind daher eigentlich erst ab 6 Jahren zu empfehlen. Die Altersfreigabe ist immer nur ein Richtwert und eine Orientierung. Generell solltet ihr selbst auch wissen, was ihr den Kleinen zeigt und Trickfilme sowie Serien gemeinsam schauen.

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Bildquelle: Disney

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