Neueste Internet-Challenge: Darum posten Teenager jetzt Suff-Fotos

„Saufbild sonst Kasten"

Neueste Internet-Challenge: Darum posten Teenager jetzt Suff-Fotos

Bei Instagram macht sich gerade eine neue Internet-Challenge breit: Unter dem Hashtag "Saufbild sonst Kasten" posten junge User Fotos, auf denen sie offensichtlich betrunken sind. 

Okay, immerhin ist die neuste Social-Media-Challange nicht so dumm, wie die die letzte: Der Hype um die Skull-Breaker-Challenge ist zum Glück wieder etwas abgeklungen, Kinder haben wohl eingesehen, dass es gar nicht mal so cool ist, sich den Schädel zu brechen. Besonders clever ist die neuste Challenge, die gerade bei Instagram die Runde macht, aber auch nicht. Unter dem Hashtag #saufbildsonstkasten fordern sich User gegenseitig auf, ein Suff-Bild auf ihrem Profil hochzuladen. Kommt die nominierte Person dem nicht nach, muss sie einen Kasten Bier ausgeben. Wer ein Sauffoto von sich postet, muss gleichzeitig noch weitere Freunde für die Challenge nominieren. Es ist also quasi wie ein Kettenbrief.

Saufbild sonst Kasten: Sinn und Zweck

Einen tieferen Sinn gibt es hinter dieser Challenge wohl nicht. Außer, dass man lustige Fotos von seinen Freunden zu sehen bekommt, wie sie betrunken im Vorgarten liegen oder grölend auf einem Biertisch stehen. Es gibt aber auch kreativere Varianten: So zeigen manche User, was sie von der Challenge halten und posieren auf ihrem "Suff-Foto" charmant mit einer Wasserflasche. Oder mit einem Schild:

Saufbild sonst Kasten: Darum ist die Challenge nicht besonders klug

Es ist keine neue Nachricht, dass Jugendliche in Deutschland zu viel Alkohol trinken: Laut Statistischem Bundesamt mussten 2017 rund 14.900 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren wegen akutem Alkoholmissbrauch stationär in einem Krankenhaus behandelt werden. Die neue Challenge stiftet den Nachwuchs weiter zum exzessiven Alkoholkonsum an und verleiht dem Betrunken-Sein eine neue Coolness.

Ein weiteres Problem: Das Internet vergisst nicht. Selbst wenn die #saufbildsonstkasten-Fotos in der Instagram-Story hochgeladen werden, die nach 24 Stunden automatisch gelöscht werden, so gibt es immer noch die Screenshot-Funktion. Und die wird sich aktuell sicher größter Beliebtheit erfreuen. Niemand kann kontrollieren, ob seine Fotos nicht später vielleicht noch auf anderen Seiten landen.

Sucht man auf Instagram nach dem Hashtag „Saufbild sonst Kasten“, findet man über tausend Bilder. Das Problem sind nicht die Fotos von Teenagern, die mit einer Flasche Bier in der Hand in die Kamera grinsen. Das Problem sind die Fotos von Kids, die schwer benebelt auf der Straße liegen. Oder die Bilder, auf denen sie sich übergeben. Fotos, die einem später bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz im schlimmsten Fall zum Verhängnis werden können. Bilder können auch Jahre später wieder auftauchen.

Lisa Purrio
Das sagtLisa Purrio:

Mein Fazit

Dass man mal zu tief ins Glas schaut, passiert jedem Mal. Gerade Jugendliche möchten sich ausprobieren und ihre Grenzen testen. Und es ist auch okay, wenn sie diese überschreiten – und dann daraus lernen. Aber: Diese Momente müssen nicht fotografisch festgehalten werden. Einen Freund zu fotografieren, der in seiner eigenen Kotze liegt, ist einfach nur entwürdigend. Und schade, dass der Betroffene das Foto dann am nächsten Tag auch noch stolz bei Instagram hochlädt. Das zeigt, wie verschroben unsere Sicht auf Alkohol und Soziale Medien immer noch sind.

Bildquelle: Getty Images/WinnieVinzence

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