Prüfungsangst bei Kindern

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Prüfungsangst bei Kindern

Prüfungsangst bei Kindern ist nichts ungewöhnliches. Was Sie gegen solch eine Prüfungsangst machen können.

Jedes 5. Kind hat Prüfungsangst

„In dreiviertel aller Familien gibt es während der Schulzeit Stress wegen Schulproblemen“, sagt Kinderforscher Klaus Hurrelmann. Laut einer Forsa-Umfrage vom Dezember 2005 leidet sogar jedes fünfte Kind an Prüfungsangst. Während der Prüfungen haben einige Schweißausbrüche und zittern, andere werden aggressiv. „Dabei ist ein bisschen Aufregung sogar ganz gut“, sagt Uta Reimann-Höhn, die als Geschäftsführerin der Arbeitsgruppe Pädagogische Lernförderung täglich Kinder mit Lern-, Leistungsproblemen und Prüfungsangst erlebt. „Sie macht uns wacher und erhöht die Konzentration.“ Wer gelangweilt an eine Prüfung herangeht, gibt nicht sein Bestes.

Ist die Prüfungsangst vor der Klassenarbeit jedoch zu groß, gelingt es selbst gut vorbereiteten Kindern nicht, zu zeigen, was sie können. Die Folge: schlechte Schulnoten - und noch größere Angst. „Viele Kinder ziehen sich zurück und halten sich für dumm, weil sie in der Schule versagen“, erzählt Uta Reimann-Höhn. „Im schlimmsten Fall reden sie sich ein, dass sie es sowieso nicht schaffen, und lassen das Lernen ganz bleiben.“
„Wenn die Aufregung zur Panik wird, nützt gutes Zureden allein nichts mehr“, sagt die Diplom-Pädagogin. „Die Eltern müssen mit ihrem Kind herausfinden, welche Situation die Prüfungsangst ausgelöst hat und wie sie sich verfestigen konnte.“ Ein Wundermittel, um Prüfungsangst über Nacht verschwinden zu lassen, gebe es zwar nicht, sagt sie, „aber wenn Eltern und Kinder begreifen, dass Prüfungsangst und nicht mangelnde Lernbereitschaft den Problemen zugrunde liegt, ist schon viel gewonnen“.

Wie Sie Prüfungsangst verhindern können

Kaum einem Kind bleibt diese Erfahrung erspart: Trotz tagelangen Lernens gibt's eine Fünf auf die Klassenarbeit. Passiert das öfter, kann sich Prüfungsangst einstellen - ein Handikap, das man nicht so leicht wieder loswird.

Tipps, damit es erst gar nicht zur Prüfungsangst kommt

Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten Sie und Ihr Kind im Vorfeld einer Schularbeit Folgendes beachten:
➤ Beginnen Sie möglichst frühzeitig mit den Vorbereitungen. Sobald der Termin für die nächste Arbeit feststeht, sollten Sie ihn umgehend in den Kalender oder den Hausaufgabenplaner eintragen.
➤ Verschaffen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind einen möglichst genauen Überblick über den Lernstoff. Ziehen Sie dazu die Hefte, Bücher und Arbeitsblätter Ihres Kindes zu Rate und sprechen Sie mit ihm darüber, wie das Thema im Unterricht behandelt wurde. Bei Unklarheiten sollten Sie den Lehrer fragen.
➤ Teilen Sie den Lernstoff mit Ihrem Kind in kleine Portionen ein, die über einen längeren Zeitraum erarbeitet werden. Damit entsteht eine solide Wissensbasis, und es gibt keinen Stress oder Zeitdruck.
➤ Ist das Lernpensum umfangreich, planen Sie vor der Prüfung eine Wiederholungsschleife ein, in der das bereits Gelernte noch einmal rekapituliert wird.
➤ Schaffen Sie eine positive und entspannte Atmosphäre beim Lernen, indem Sie Ihr Kind z.B. für seinen Lerneifer loben oder ihm zwischendurch einen leckeren Kakao auf den Schreibtisch stellen.

Um Prüfungsangst zu vermeiden, sollten Kinder gleichmäßig lernen.

Übrigens: Am erfolgreichsten - und auf Dauer am leichtesten - eignen sich Kinder Wissen an, wenn sie gleichmäßig und anhaltend lernen, sich also aktiv am Unterricht beteiligen, ihre Hausaufgaben sorgfältig erledigen und zwischendurch den bereits gelernten Stoff wiederholen. So sind sie immer auf dem Laufenden - und müssen sich kaum noch zusätzlich auf eine Klassenarbeit vorbereiten.

Prüfungsangst bei Kindern: Hilfe vom Schulpsychologen

Glauben Sie, dass Ihr Kind eine ernste Prüfungsangst hat? Dann scheuen Sie sich nicht davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Prüfungsangst bei Kindern: Hilfe vom Schulpsychologen

Eltern sollten aber keine Scheu haben, sich Hilfe bei einem Schulpsychologen zu holen, wenn sie nicht mehr weiterwissen. „Dafür sind Spezialisten da“, sagt die Expertin, die auf ihrer Homepage www.lernfoerderung.de Beratungen anbietet. „Sie haben täglich mit Problemen wie Prüfungsangst zu tun und kommen schneller darauf, wie man dem Kind helfen kann.“
Beim neunjährigen Philipp kam zum Beispiel die Schulpsychologin darauf, dass sich die Angst des Jungen vor der neuen Lehrerin direkt in seinen Arbeiten niederschlug. Schon am ersten Tag hatte diese ihn zu Unrecht als Störenfried zurechtgewiesen und behauptet, dass von so einem bei der nächsten Arbeit nicht viel zu erwarten sei. Die Psychologin bot an, mit der Lehrerin zu sprechen. Mit Philipp einigten sich die beiden darauf, dass die Schüler bei Klassenarbeiten von nun an zur Sicherheit das Aufsatzthema laut wiederholen müssen. Und beim Diktat bekommen sie Zeit, Hektikfehler zu korrigieren.

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