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Schule wird bis zu den Sommerferien nicht wieder regulär stattfinden

Unterricht?

Schule wird bis zu den Sommerferien nicht wieder regulär stattfinden

Die Kultusminister der Länder einigten sich gestern darauf, dass der Schulbetrieb teilweise wieder aufgenommen wird. Es wird jedoch keinen Unterricht wie bisher geben können. Schüler- und Bildungsverbände kritisieren die aktuellen Hygiene-Zustände in den Schulen.

Kein regulärer Unterricht bis zu den Sommerferien

Die Schüler müssen sich wohl weiterhin auf Teilzeit-Homeschooling und digitales Lernen zu Hause einstellen. Obwohl sich die Kultusminister einigten, dass es wichtig sei, alle Schulen teilweise wieder zu öffnen, kann der Schulbetrieb aufgrund der Einhaltung von Hygieneregeln und zur Sicherheit der Schüler nicht regulär stattfinden.

Jede Schülerin und jeder Schüler soll vor den Sommerferien Wochen- oder Tageweise in die Schule zurück kommen und dort Präsenzunterricht haben.

Stefanie Hubig, Bildungsministerin Rheinland-Pfalz

So soll es für die Schüler weiter gehen

In dem Papier, das heute der Bundesregierung vorgelegt wurde, formulierten die Kultusminister ihren Vorschlag zur schrittweisen Teileröffnung der Schulen und schlugen folgende Vorgehensweise vor:

  • ab 4. Mai (bzw. 11. Mai für Bayern) schrittweiser Wiederbeginn des Unterrichts
  • zuerst Unterrichtsöffnung für vierte bzw. sechste Klassen sowie Abschlussklassen des kommenden Schuljahres
  • Einhaltung spezieller Hygiene- und Schutzmaßnahmen einschließlich Verhaltensregeln
  • Maskenpflicht aktuell nicht vorgesehen
  • Präsenzunterricht in geteilten Klassen und Kursen
  • Empfehlung zu Fuß oder mit Fahrrad zur Schule zu fahren
  • Schüler mit notwendiger sprachlicher Förderung erhalten zusätzliche Angebote
  • Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf entscheiden mit Eltern und Lehrer über den Schulbesuch
  • Lehrer mit Vorerkrankungen oder Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe sollen selbst entscheiden, ob sie den Unterricht durchführen können

Wie der Unterricht nach der Öffnung Anfang Mai für die kleineren Klassenstufen ausgeweitet werden soll, wird nicht im Konzept besprochen. Hier müsse laut Kultusministerium auf Grundlage des Infektionsgeschehen Mitte Mai erneut beraten werden, wie es weiter gehen soll. Auch zum Unterrichtsrhythmus wurde nichts gesagt. Die Bundesregierung wird morgigen Donnerstag beraten, wie diese Vorschläge jeweils umgesetzt werden sollen.

Digitaler Unterricht als Lösung?

Digitales Lernen ist aktuell in aller Munde. Doch kann eine Videokonferenz den Frontalunterricht und die Beratung durch den Lehrer ersetzen? Dazu wird aktuell viel diskutiert und es soll laut Kulturministerium mehr Geld für die Digitalisierung der Schüler ausgegeben werden. Denn wie sollen Familien, bei denen nicht mal das Internet richtig funktioniert bzw. kein Computer für ein Kind da ist, das allein zu Hause bewältigen und auffangen?

Das digitale Lernen, so wie es dargestellt wurde, halte ich für realitätsfern, weil sich die Situation an den Schulen bisher nicht geändert hat und sich wahrscheinlich auch bis zu den Sommerferien nicht grundlegend ändern wird.

Udo Beckmann, Verband Bildung und Erziehung

Problematisch: Hygieneregeln an den Schulen sind kaum einzuhalten

Ein großes Problem wird jedoch das Einhalten der Hygieneregeln werden. Wie soll das funktionieren, wenn es an vielen Schulen an Seifen, sauberen Handtüchern und Desinfektionsmittel mangelt? Schülerverbände weisen darauf hin, dass hier nicht genug getan wird bzw. die Hygiene so nicht eingehalten werden kann. Davon abgesehen, dass es ohne Kontrolle durch Aufsichtspersonen auch nicht leicht wird, die Abstandsregeln in den Pausen und auf den Schulhöfen so einzuhalten. Ein Gymnasium in Dormagen (NRW) musste aufgrund eines Corona-Verdachts nach zwei Tagen bereits wieder schließen. Die betroffene Schülerfamilie befindet sich in Quarantäne. Die Abiturklassen, die nun wieder zu Hause sitzen, äußerten sich kritisch in einem offenen Brief auf Instagram zur Situation.

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Schwierige Situation

Für die Abiturienten ist es aktuell eine sehr schwierige Situation. Ein erfolgreiches Abitur in der aktuellen Lage zu erhalten, erfordert sehr viel Disziplin und Konzentration. Zusätzlich besteht im täglichen Unterricht die Herausforderung, sich nicht anzustecken und auf Hygiene zu achten. Die Schüler der oberen Klassenstufen stehen unter enormen Druck. Generell ist es jedoch auch wichtig, für die jüngeren Schüler den Unterricht wieder zu öffnen. Denn wie sollen die Eltern zu Hause noch bis zu den Sommerferien den Frontalunterricht ersetzen? Das ist eine Mammutaufgabe für Schüler, Eltern und Lehrer. Denn digitaler Unterricht funktioniert noch nicht flächendeckend so gut wie oft beschworen.

Bildquelle: Getty Images/kzenon

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