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Blauer Brief: Keine Panik, es gibt noch Hoffnung!

Nicht aufgeben

Blauer Brief: Keine Panik, es gibt noch Hoffnung!

Wenn ein 'Blauer Brief' ins Haus flattert und euch über die Versetzungsgefährdung eures Kindes informiert, ist das ein Schock. Aber noch kein Grund, gleich in Panik zu verfallen oder aufzugeben. Der sogenannte Blaue Brief ist bekanntlich eine Warnung und nicht schon das Urteil. Denkt also positiv.

Es kommt natürlich auf die Situation an. Geht es nur darum, dass euer Nachwuchs in einem Fach schlechte Noten heimbringt oder sind es gleich mehrere? Ist es schlichtweg Überforderung oder Faulheit? Gegen Faulheit könnt ihr sofort etwas tun. Bei Überforderung sieht es schon anders aus.

Blauer Brief: Wann müsst ihr mit ihm rechnen?

Im Prinzip geht es darum, dass die Versetzung gefährdet ist. Euer Kind muss die Klasse wiederholen, wenn sich im Abschlusszeugnis eine Sechs oder zwei Fünfen dort finden. Da Schule Ländersache  ist, gibt es übrigens auch keine Einheitlichkeit. In einigen Ländern kann man Fünfen ausgleichen, es kommt dann darauf an, ob sie in den Hauptfächern oder in den Nebenfächern vergeben wurden.

Sitzen bleiben ohne Blauen Brief?

Außerdem kann es sein, dass ihr überhaupt keine Blauen Briefe bekommt, da schon im Halbjahreszeugnis eine Fünf im Zeugnis thronte und dies schon Warnzeichen genug war. Wenn also kein Blauer Brief gesendet wurde, bedeutet dies nicht, dass euer Kind nicht sitzen bleiben kann. Das ist leider ein verbreiteter Irrglaube, denn auch hier sichern sich die Schulbehörden in Schulgesetzen ab: Keine Nachricht an die Eltern bedeutet nicht automatisch die Versetzung. Es gibt übrigens auch keine allgemeingültigen Fristen für die Briefe. Im Prinzip können sie - je nach Schule - früher oder später eintrudeln. Meistens kann man aber ungefähr zehn Wochen vor dem Abschlusszeugnis damit rechnen.

Übrigens ist der Blaue Brief fast nie blau. Das wäre zu teuer und ist in der heutigen Zeit auch wenig umweltbewusst. Der blaue Brief ist ein Relikt aus preußischen Militärzeiten, als wichtige Briefe noch aus Uniformlumpen gefertigt wurden. Und die Uniformen waren damals blau.

Blauer Brief soll aufrütteln

Lehrer schicken Blaue Briefe in den meisten Fällen als eine Art der Aufrüttelung. Es kann sein, dass eure Tochter oder euer Sohn noch gar keine zwei Fünfen hat, sondern nur eine ganz sichere und eine, die sich abzeichnet. Jeder dieser ungeliebten Benachrichtigungen hat zudem die Aufforderung, sich mit dem entsprechenden Lehrer in Verbindung zu setzen. Dies solltet ihr auch auf alle Fälle tun, denn er oder sie wird ein genaues Bild davon haben, ob sich der Kampf gegen die Nicht-Versetzung lohnt und was ihr für Maßnahmen ergreifen könnt. Lohnt sich etwas Nachhilfe oder reicht es schon aus, wenn die Hausaufgaben sorgsamer gemacht werden und euer Kind noch Zusatzaufgaben büffelt?

Vergessen wir das Wichtigste nicht - euer Kind. Der Blaue Brief ist sicherlich schon Schock genug. Versagensängste tauchen auf. Wie schon gesagt, es hängt von der jeweiligen Situation ab. Bekommt ihr als Eltern Signale von der Schule, aber auch von eurem Kind, dass es in diesem Fall eine Frage des Fleißes ist, dürfte die Richtung klar sein: Es wird gelernt!

Was aber, wenn das Kind nicht nur in einem Fach Schwierigkeiten hat, sondern in vielen? Wenn es sich nicht richtig konzentrieren kann? Gründe für das Versagen in der Schule können auch sein, dass eure Tochter oder euer Sohn Angst hat - die Kinder kommen vielleicht nicht mit den Lehrern zurecht oder werden von den Klassenkameraden gemobbt. Das sind ernstere Themen, denen ihr nur mit vielen Gesprächen auf den Grund gehen könnt. Der schulpsychologische Dienst kann euch dabei unterstützen.

Wenn ihr das Gefühl habt, dass euer Kind im Unterricht total überfordert ist, könnt ihr auch die Notbremse ziehen. Die Klasse zu wiederholen kann in manchen Fällen auch ein Segen sein. Oder euer Kind wechselt die Schule. Das sind alles Maßnahmen, die ihr in Ruhe mit allen Beteiligten diskutieren solltet. Aber das Ziel ist klar: Euer Nachwuchs sollte kein Daueradressat für einen Blauen Brief sein.

Mach den PISA-Test!
Das sagt Anja Kleinelanghorst:

Unterstützung ist gefragt

Blaue Briefe sind nie schön, aber ihr solltet nicht sofort die Hoffnung aufgeben. Mit viel Einsatz und Unterstützung können eure Kinder die Wende noch schaffen. Sollte euer Nachwuchs allerdings total überfordert sein, forciert ihr nur den Druck und macht die Situation schlimmer. Dann hilft nur Reden und die Einsicht, dass es keine Schande ist, wenn man die Klasse wiederholt oder die Schule wechselt.

Bildquelle: Getty Images

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