Schulbeginn: Was denken Teenager?

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Schulbeginn: Was denken Teenager?

In einer groß angelegten Umfrage wurden Jugendliche gefragt, ob sie einen späteren Schulstart am Morgen bevorzugen würden. Heraus kam ein überraschendes Ergebnis.

Wenn es um ihren Schlaf geht, sind Jugendliche erstaunlich tolerant.

Wer in seiner näheren Umgebung Teenager beherbergt, wird wissen, wie schwierig es manchmal sein kann, sie aus ihrem Schlaf zu holen. Da nutzen oft nur die härtesten Mittel wie grelles Licht oder Beschallung, wenn sie in der Woche um halb sieben oder sieben aus dem Bett müssen. Bis diese erschlafften Gestalten dann funktionieren, dauert es dann auch noch ein bisschen. Natürlich gibt es auch Jungen und Mädchen, die sich um diese Zeit mit einem Satz aus dem Bett schwingen und mit wachem Geiste den frühen Morgen begrüßen, aber die sind in der Minderheit.

Teenager brauchen ihren Schlaf und eigentlich sollten sie mindestens acht Stunden, in einigen Fällen sogar zehn Stunden schlafen. Auf diese Stundenzahl kommen aber die wenigsten, denn die meisten gehen spät ins Bett, weil ihr Biorhythmus sich eher auf den Abend einpendelt als auf den frühen Morgen. Um Mitternacht sind sie noch putzmunter und können nicht einschlafen. Schlafmangel ist dann eine häufige Erscheinung und die wiederum führt zu Konzentrationsschwäche und allgemeiner Gereiztheit am Tag. Kein schöner Zustand.

Schulbeginn: Experten fordern Änderung für Jugendliche

Deshalb fordern Experten immer wieder, dass die Schule später anfangen sollte, damit die Teenager mehr Schlaf bekommen und so besser dem Unterricht folgen können. Bislang hatte aber niemand die Jugendlichen gefragt, ob sie es besser finden würden, wenn die Schulstunden erst um zehn Uhr morgens beginnen. Das Frankfurter Forschungszentrum für demografischen Wandel hat dies nun getan und man hätte gedacht, dass die meisten es klasse finden würden, wenn der Unterricht später anfängt. Aber dem ist nicht so.

Jugendliche nehmen Schlafmangel in Kauf

Die Forscher befragten 10.000 Schüler und Schülerinnen und stellten sie vor die Wahl mit der Frage "Stell Dir vor, Du könntest es Dir aussuchen: Welche Unterrichtszeiten wären Dir am liebsten, wenn Du an einem Schultag sechs Stunden Unterricht hast?“. Sie konnten zwischen 8 bis 13 Uhr, 9 bis14 Uhr und 10 bis 15 Uhr wählen. Zusätzlich wurden ihnen entsprechende Vorschläge bei einem achtstündigen Tag gemacht. Gut 52 Prozent der Befragten befand, dass bei einem sechsstündigen Schultag der frühe Beginn mit acht Uhr der beste sei. Das Befragungsergebnis erhöhte sich dann auf gute 68 Prozent bei einem achtstündigen Tag. Nur fünf Prozent fanden die Idee gut, den Schulalltag erst um zehn Uhr morgens zu beginnen.

Die Jugendlichen wurden auch gefragt, ob sie sich eher als Früh- oder Spätaufsteher sehen würden, 59 Prozent bekannten sich dazu, lieber später den Tag zu begrüßen. Eine knappe Mehrheit dieser Spätaufsteher von 44,5 Prozent wollte trotzdem einen frühen Schulbeginn. 44,2 Prozent fanden neun Uhr als Schulstart besser.

Also auch wenn sie morgens schwer aus den Federn kommen - die meisten Jugendlichen möchten keine spätere Alternative. Sie nehmen Schlafmangel in Kauf, denn Unterricht bis fünf Uhr am Nachmittag war ihnen dann doch zu viel. Sie möchten noch etwas vom Tag haben, Freunde sehen oder ihren Hobbys nachgehen. Was man verstehen kann. Aber sie sind ja auch nicht die Leidgeplagten, die sie morgens aus dem Bett treiben müssen.

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