Schulkonferenz: Lass dich wählen!

Mitbestimmung für Eltern

Schulkonferenz: Lass dich wählen!

Wenn du mehr Einfluss in der Schule deiner Kinder haben möchtest, kannst du dich in diverse Gremien wählen lassen.

Die Schulkonferenz setzt sich zu je ein Drittel aus Eltern, Schülern und Lehrern zusammen und ist das oberste Schulgremium.

"Die machen ja doch, was sie wollen!" Diesen Spruch hört man oft. Wahrscheinlich denken sich das auch Eltern, wenn sie davon genervt sind, dass sie gleich am ersten Tag ein Attest vorlegen müssen, wenn ihr Kind krank ist. Oder ihnen das Betreuungsangebot außerhalb des Unterrichts nicht gefällt. Oder das Hausaufgabenvolumen einfach zu groß ist. Dabei habt ihr als Eltern ein Mitspracherecht. Und zwar in allen Bundesländern. Das muss man immer wieder sagen, denn Schule ist ein Thema, das von den einzelnen Ländern geregelt wird. So gibt es auch unterschiedliche Vorgaben für die Mitwirkung, aber in ganz Deutschland herrscht Mitbestimmungsrecht in Sachen Schule.

Mitbestimmung: Schulkonferenz, Schulausschuss, Schulforum oder Schulvorstand

Weil es unterschiedlich gehandhabt wird, heißt das oberste Mitbestimmungsorgan der Schule auch in den verschiedenen Ländern unterschiedlich. Oft wird es wie in NRW Schulkonferenz genannt, in Bayern hat man das Schulforum, in Niedersachsen den Schulvorstand und in Rheinland-Pfalz den Schulausschuss. Allen ist es gemeinsam, dass sie zu Dritteln aus Lehrern, Eltern und Schülern bestehen. Es ist also nicht so, dass die Schulleitung alles alleine bestimmen kann. Und hier können alle in Dialog treten, um die Situation an der Schule zu verbessern. Eine Auswahl der Dinge, die der Mitbestimmung bedürfen:

  • Schulordnung
  • Schulhaushalt
  • Einführung neuer Unterrichtsformen
  • Betreuungsangebote außerhalb des Unterrichts
  • Erziehungsvorgaben
  • Grundsätze, was die Verteilung von Hausarbeiten und Klassenarbeiten betrifft

Darüber hinaus hat dieses oberste Schulgremium die Möglichkeit, Anregungen an die Schulaufsichtsbehörde und den Schulträger zu richten. Auch bei Konfliktsituationen - möglicher Rauswurf eines Schülers, übertriebene Erziehungsmaßnahmen von Lehrern oder der Schulleitung -  kann es vermitteln.

Schulkonferenz: Wie kannst du gewählt werden?

Die Rechte einer Schulkonferenz sind nicht zu verachten, deshalb kann auch nicht gleich jeder oder jede hineingewählt werden. Für Eltern gilt, dass sie von der Elternpflegschaft gewählt werden müssen. Die Elternpflegschaft kann, je nach Bundesland, auch Elternbeirat, Elternausschuss, Elternrat oder Elternkuratorium genannt werden. Dieses Gremium setzt sich nur aus Eltern zusammen und hat ein Anhörungs- und Beratungsrecht. Seine Mitglieder setzen sich wiederum aus den Vertretern der Klassenpflegschaften zusammen. Die sind wiederum eine Art Elternklassensprecher, die von den Eltern der Schüler gewählt wurden. Der Weg in die Schulkonferenz führt also erst über die Klasse und dann das Elterngremium.

Mitbestimmung: Ein gewisser Idealismus hilft

Wie du siehst, brauchst du schon einen etwas längeren Atem, um die Geschicke an der Schule mitzubestimmen. Und du benötigst auch einen gewissen Idealismus, denn du investierst manchmal viel Zeit. Du erscheinst nicht nur zum Gremium, um die Dinge abzunicken - du musst dich auch gut vorbereiten. Du musst Richtlinien und Vorgaben kennen, manchmal musst du dich durch viele Seiten Informationsmaterial graben, um beispielsweise einen Überblick über mögliche Sponsoring-Möglichkeiten zu bekommen. Taktisches Geschick ist wertvoll in Gremien, auch die Gabe, die eigene Meinung überzeugend zu vertreten.

Auf der Habenseite gewinnst du eine gewisse informelle Macht: Du weißt bestens über die Dinge, die an der Schule passieren, Bescheid. Du kannst mitbestimmen und das Leben an der Schule verbessern, was wiederum deinen Kindern entgegenkommt. Und - nicht zu vergessen - du setzt ein gutes Beispiel für deinen Nachwuchs, dass es sich lohnt, sich zu kümmern und sich für die Gemeinschaft einzusetzen.

Bildquelle:

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