Wie Kinder sich konzentrieren lernen

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Wie Kinder sich konzentrieren lernen

Konzentration lernen kann einfach sein und ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Schule. Unser Ratgeber gibt Tipps zum Konzentration lernen.

Fachleute sind sich einig: Konzentration, also die Gabe, sein ganzes Wahrnehmen, Denken und Handeln auf einen eng begrenzten Bereich zu bündeln, ist eine Fähigkeit, mit der fast alle Kinder auf die Welt kommen - die aber in einem langen Reifungsprozess erfahren, geübt und vertieft werden muss. Konzentration lernen beginnt sehr früh:
Vorschulkinder sind oft mit Feuereifer bei der Sache, wenn ihnen das Spaß macht, womit sie sich spielerisch beschäftigen. Dann brauchen Eltern nichts weiter zu tun, als ihr Kind gewähren zu lassen - und sollten es in seiner Hingabe auf keinen Fall stören.
Konzentrationsfördernde Rahmenbedingungen helfen den Kindern, sich auf späteres, intensives Lernen in der Schule vorzubereiten. Dazu gehören:

  • Spielangebote, die die Aufmerksamkeit, das Durchhaltevermögen und die Sinneswahrnehmung fördern, z.B. Mikado, Seilspringen, Puzzle

  • kleine Tätigkeiten, die mit Überlegung und Ausdauer von Anfang bis Ende selbstständig durchgeführt werden, z.B. den Tisch decken, Briefmarken sammeln und ordnen

  • ein geregelter Tagesablauf mit Aktivitäts- und Ruhephasen

  • das Vermeiden von Reizüberflutung, z.B. durch übermäßigen Fernsehkonsum oder ein Überangebot an Spielsachen.

Den inneren Antrieb des Kindes, sich konzentriert mit einer Sache zu beschäftigen, können Eltern ganz beiläufig fördern, indem sie ihr Kind für seine Ausdauer loben, es zum Weitermachen ermuntern und ihm das Recht auf Zerstreuung und Langeweile zugestehen - scheinbar nutzlose Momente, denen aber oft Phasen höchster Konzentration folgen, wie der Diplom-Pädagoge und Schulberater Detlef Träbert anmerkt.
Eine gute Möglichkeit zum Konzentration Lernen sind ausführliche Gespräche und das Vorlesen von Geschichten. Beides verhindert das Zuhören mit halbem Ohr, weckt die Aufmerksamkeit, fördert die intensive Anteilnahme und schult obendrein die soziale Kompetenz. Haben Kinder früh gelernt, ihre Wahrnehmung auf einen Gegenstand zu richten, fällt ihnen der Übergang von der freiwilligen, oft unwillkürlichen Konzentration im Spiel hin zur gezielt eingesetzten Aufmerksamkeit beim Lernen in der Schule und zu Hause meist nicht schwer. Dennoch: Die Konzentration beim Lernen für die Schule stellt eine besondere Herausforderung dar, weil sie, anders als beim reizbetonten Spiel, auch dann aufgebracht werden muss, wenn die Lust aufs Lernen gerade nicht besonders groß ist, der Lernstoff langweilt oder die Hausaufgaben nur als lästige Pflicht empfunden werden.

Beim Lernen besser konzentrieren

Beim Lernen für die Schule besser konzentrieren

Damit Kindern die willentliche Konzentrationsanstrengung auch beim Hausaufgabenmachen gelingt, sollten Störfaktoren in der Form von inneren Reizen (z.B. Hunger, Bewegungsdrang, unangenehme Gefühle wie Angst, Nervosität) und äußeren Verlockungen (Ablenkungen aller Art) möglichst ausgeschaltet werden.

Und das unterstützt Ihr Kind beim konzentrierten Lernen für die Schule:

  • Fester Arbeitsplatz: Ein von Freunden, Fernsehen, Telefon und anderen Störquellen abgeschirmter Arbeitsplatz, bei dem alle Materialien (Hefte, Bücher, Stifte, Radierer usw.) in Reichweite sind, ist unabdingbare Voraussetzung für aufmerksames Arbeiten. Auch genügend Licht und ein auf die Körpergröße des Kindes abgestimmter Tisch und Stuhl erhöhen die Leistungsfähigkeit.

  • Geregelte Arbeitszeiten: Der Tendenz vieler Kinder, unangenehme Pflichten wie das Hausaufgabenmachen auf die lange Bank zu schieben, begegnen Sie am besten mit der Vereinbarung bestimmter, auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes zugeschnittener Arbeitszeiten. Genauso wichtig ist es, sich vor dem Lernen einen Überblick über die zu erledigenden Aufgaben zu verschaffen, diese zu portionieren und in einen Ablaufplan einzutragen, jeweils mit geschätzten Erledigungszeiten versehen. Solche klaren Strukturen erleichtern Ihrem Kind die Konzentration.

  • Pausen: Da die Aufmerksamkeitsspanne je nach Alter des Kindes begrenzt ist, müssen immer wieder einminütige, bei zunehmender Gesamtarbeitszeit auch längere Pausen von fünf bis 15 Minuten eingelegt werden. Auch ausreichend Schlaf ist wichtig.

  • Ernährung: Achten Sie darauf, dass Ihr Kind - vom Frühstück über das Pausenvesper bis zum Abendessen - mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist, wie sie vollwertige Ernährung bietet. Stimmt die Nährstoffbilanz, verfügen Kinder über genügend Energie für konzentrieres Arbeiten und Lernen.

  • Bewegung: Auch sie fördert die Aufmerksamkeit, indem sie z.B. dafür sorgt, dass der Körper, insbesondere das Gehirn, gut durchblutet ist. Ihr Kind sollte sich also in seiner Freizeit und in den Lernpausen viel bewegen - am besten an der frischen Luft.

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