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Wird es ein zusätzliches Schuljahr wegen Corona geben?

Diskussion

Wird es ein zusätzliches Schuljahr wegen Corona geben?

Das aktuelle Schuljahr läuft so gar nicht wie geplant. Corona macht an vielen Stellen einen normalen Schulalltag nicht möglich. Dafür braucht es Lösung. Der Lehrerverband hat nun eine Idee.

In der kommenden Woche will die Bundesregierung weitere Maßnahmen in der Corona-Pandemie beschließen. Und auch wenn wir uns alle die Rückkehr zur bekannten Normalität wünschen. so richtig gut sieht es dafür nicht aus. Denn klar ist: Das Virus wird uns noch eine Weile beschäftigen.

Wird 2021 alles wieder normal sein?

Ich wundere mich tatsächlich immer öfter, wenn ich von Ankündigungen höre, was 2021 wieder alles möglich sein wird. Da werden Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen geplant, bei voller Bestuhlung. Ich kann den Wunsch nach der Rückkehr zum Altbekannten so gut verstehen, ich wünsche mir das auch. Allein, mir fehlt der Glaube.

Ich fürchte, dass auch 2021 ganz im Zeichen von Corona stehen wird. Vielleicht wird es einen Impfstoff geben, aber der wird ja nicht sofort für alle zur Verfügung stehen. Wir werden, so meine Vermutung, auch im kommenden Jahr immer wieder über zeitweise Einschränkungen diskutieren. Und da wird auch die Schule eine Rolle spielen.

Schulen wegen Corona geschlossen

Schon jetzt wird sie mancherorts ja immer mal wieder geschlossen, werden einzelne Klassen in Quarantäne gesteckt, weil es einen Coronafall gab. Daran wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Deswegen hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger ein zusätzliches Schuljahr ins Gespräch gebracht.

Zusatzjahr kann Druck rausnehmen

Meidinger gab dem Nachrichtenportal Watson ein Interview und erklärte, das das Zusatzjahr "enormen Druck aus der jetzigen Situation herausnehmen" und das Problem des Notendrucks entschärfen würde. Denn es zeichnet sich ja bereits ab, dass auch dieses Schuljahr kein normales Schuljahr werden wird". Es sei fraglich, ob Lehrpläne überhaupt erfüllt werden können.

Vorschläge fürs zusätzliche Schuljahr

Wie das zusätzliche Schuljahr in der Praxis aussehen könnte, hat der Deutsche Lehrerverband auch schon skizziert.

  • Es wäre ein freiwilliges Wiederholen möglich, das nicht als Sitzenbleiben gewertet wird (aber sehen das zukünftige Arbeitgeber auch so?)
  • Ein Zusatzjahr vor den Abschlussprüfungen könnte angeboten werden, wenn sich eine eigene Klasse oder Lerngruppe bildet.
  • Die Einführung einer freiwilligen fünften Jahrgangsstufe an den Grundschule sei denkbar (allerdings gibt es Bundesländer, bei denen die Grundschule auf sechs Jahre gestreckt ist)
  • Das Abitur könnte in 13 statt 12 Jahren absolviert werden (Auch das wird in einigen Bundesländern aber schon praktiziert)

Bringt auch Probleme

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes sieht durchaus die Probleme, die sein Vorschlag mit sich bringt. Denn natürlich fehlen Lehrer*innen, die diesen erhöhten Bedarf dann auffangen. Aber für Meidinger sei das Zusatzjahr eine Möglichkeit, um Eltern, Lehrer und Schüler nicht tagtäglich durch neue kurzfristige Maßnahmen zu verunsichern".

 

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Meine Meinung

Alles, was Schüler*innen im Blick hat und den Leistungsdruck abmildert, finde ich prinzipiell eine gute Idee. Denn natürlich sind auch es die Schüler*innen, die von Corona besonders betroffen sind. Sie stehen sowieso unter Druck gute Noten zu bringen, einen guten Abschluss zu machen um einen guten Job zu finden. Das Problem verschärft sich gerade nur weiter. Da kann ein Zusatzjahr Entlastungen bringen.

Gleichzeitig ist das natürlich nicht einfach so umsetzbar. Denn dann fehlen Auszubildende, Nachwuchs in bestimmten Jobs. Und gleichzeitig wird im schlimmsten Fall der Konkurrenzdruck immer höher, weil immer mehr Jugendliche um immer weniger Ausbildungs- und Studienplätze konkurrieren. Die geburtenstarken Jahrgänge haben ja gerade erst mit der Schule begonnen.

Bildquelle: getty images / iStock / Getty Images Plus / fermate

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