4. SSW - Einnistung der Eizelle

Nachdem die Eizelle befruchtet wurde, nistet sie sich in der vierten Schwangerschaftswoche nun in der Gebärmutter ein. Dies kann sich durch eine leichte Blutung – die Einnistungsblutung – bemerkbar machen.


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4. SSW: Die Eizelle nistet sich in der Gebärmutter ein.

Ihr Baby in der 4. SSW


Wenn die befruchtete Eizelle in der 4. Schwangerschaftswoche (also 3+0 bis 3+6) in der Gebärmutter ankommt, kommt es zur Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut – das nennt man eine "erfolgreiche Empfängnis".

Kann sich die Eizelle nicht einnisten, weil beispielsweise die Schleimhaut nicht genügend aufgebaut ist, wird sie in der nächsten Woche mit der Menstruationsblutung ausgeschwemmt und ein neuer Zyklus beginnt.

Die vierte Schwangerschaftswoche: Vom Zellball zum Embryo


Die Einnistung dauert eine Weile und ist etwa am elften bis zwölften Tag nach dem Eisprung abgeschlossen – nun ist die Zelle mit dem Blutkreislauf der Mutter verknüpft. Ab jetzt wird dieser kleine Zellball auch medizinisch Embryo genannt.

Während der Einnistung kann es sein, dass kleine Blutgefäße in der Gebärmutter verletzt werden, was zu einer Blutung führen kann. Diese Blutung nennt man Nidationsblutung (oder Einnistungsblutung). Sie unterscheidet sich meist klar von der Periode: Während Menstruationsblut im Normalfall dunkelrot oder bräunlich ist, ist die Einnistungsblutung eher hell und dauert meist nur ein bis zwei Tage.
Was sagt der Schwangerschaftstest?

Frühschwangerschaftstests könnten die Schwangerschaft in der 4. SSW schon anzeigen – doch sind die Ergebnisse sehr ungenau, weil das Schwangerschaftshormon hCG, das die befruchtete Eizelle ausschüttet, für ein sicheres Ergebnis noch zu schwach konzentriert ist. Zeigt der Schwangerschaftstest also ein negatives Ergebnis, könnten Sie trotzdem schwanger sein. Ein falsches positives Ergebnis ist dagegen eher selten. Wirkliche Sicherheit kann in diesem Stadium nur ein Bluttest beim Frauenarzt liefern. 
Das Baby in der 4. SSW: Die Zellen spezialisieren sich

Nun beginnt die Entwicklung der Plazenta, der Fruchtwasserhöhle und des Dottersacks, welcher später die ersten Blutzellen des Kindes produzieren wird. Die Zellen des Embryos waren bis jetzt noch pluripotent, das heißt, dass sich aus jeder Zelle des Ungeborenen jedes Organ entwickeln konnte. Während der vierten Schwangerschaftswoche beginnen die Zellen nun, sich zu spezialisieren. So bildet sich die Keimscheibe, die sich aus drei Keimblättern zusammensetzt, aus welchen später die Organe entstehen. Das innere Keimblatt wird im Laufe der Schwangerschaft zu Lunge, Leber, Darm und Bauchspeicheldrüse. Das mittlere Keimblatt bildet die Grundlage für Skelett, Muskeln, Nieren, Blutgefäße und Herz. Aus dem äußeren Keimblatt wachsen Haut, Haare, Pupillen, Zahnschmelz und das Nervensystem.

Gerade misst Ihr Nachwuchs ungefähr 0,5 mm. Ist die Einnistung abgeschlossen, das heißt, Embryo, Fruchtwasserhöhle, Dottersack und Plazenta sind völlig von der Gebärmutterschleimhaut bedeckt, fängt Ihr kleines Wunder an zu wachsen – und das in rasantem Tempo. 

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In nur vierzig Wochen entwickelt sich der Embryo zum "geburtsfertigen" Baby. Die Entwicklungsschritte im Überblick.


Das Alles-oder-Nichts-Prinzip

In den ersten 14 Tagen nach der Zeugung spricht man vom sogenannten Alles-oder-Nichts-Prinzip. Wird der Embryo durch äußere Einflüsse geschädigt, kommt es entweder zu einer Fehlgeburt oder der Embryo entwickelt sich normal weiter, weil geschädigte Zellen ohne Funktionsverlust ersetzt werden können. Erst wenn sich die Organe entwickeln und somit jede Zelle ihre Aufgabe hat, kann das Ungeborene geschädigt werden.

Das heißt natürlich nicht, dass Sie in der Frühschwangerschaft zu Alkohol und Zigarette greifen sollten. Beides sind Gifte, die dem Embryo sehr schaden können. Besonders empfindlich ist er zwischen der 5. SSW und der 12. SSW – das kritischste Zeitfenster in der Schwangerschaft.

Im Video erfahren Sie, warum Rauchen und Alkohol während der Schwangerschaft so schädlich für Sie und Ihr Kind sein können:
Schwangerschaftsanzeichen in der 4. SSW

Jetzt geht es los: Schon in der vierten Schwangerschaftswoche können Sie erste, frühe Schwangerschaftsanzeichen bemerken. Müdigkeit und Schlappheit sind beispielsweise weit verbreitet. Kein Wunder! Schließlich leistet Ihr Körper gerade Schwerstarbeit. Schuld ist übrigens vor allem das Gelbkörperhormon Progesteron, das das Baby beschützt und die Schwangerschaft aufrechterhält, aber gleichzeitig alle Prozesse in Mamas Körper etwas verlangsamt. Deswegen kann es auch sein, dass Sie jetzt öfter über Verstopfung klagen müssen.

Viele Schwangere berichten auch von einem Ziehen im Unterleib, das sich leicht mit Menstruationsbeschwerden verwechseln lässt. Auch die Brüste können spannen oder sogar schon größer werden. Manche Frauen spüren in der 4. SSW aber auch noch gar keine Anzeichen dafür, dass ein kleines Wunder in Ihnen heranwächst.

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von Nicole Metz




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