Ängste in der Schwangerschaft – was Frauen umtreibt

Angst vor der Geburt und den Schmerzen zu haben ist ganz normal. Doch nicht nur darum und um die Gesundheit des Kindes machen sich werdende Mütter ihre Gedanken. Viele sorgen sich auch schon während der Schwangerschaft um das, was danach kommt.


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„Ich bin schwanger.“ Drei Worte, die Freude - manchmal auch Schrecken - auslösen können, und deren Bedeutung jeder Schwangeren klar machen: Es wird sich nicht nur etwas ändern – künftig ändert sich alles. Und bereits mit Beginn der Schwangerschaft ändert sich vieles: der Körper, die Hormone, die Stimmungen - und die Gefühle, manchmal auch für den Partner oder die Partnerin ... alles ganz normal, wenn auch nicht alles ganz einfach zu verkraften. Hinzu kommen die Ängste und Sorgen, die jede Schwangere beschäftigen, über den Verlauf und das Risiko der Geburt, die unbekannten Schmerzen, die auf sie zukommen, und die Gesundheit des Babys. All das belastet viele werdende Mütter während der 9 Monate Schwangerschaft. Und nicht nur das.

Die Liste der Ängste in der Schwangerschaft kann lang sein:
• wie wird das Leben danach, wie sieht der Alltag aus?
• werde ich mein Kind genug lieben?
• und auch noch genug Liebe für meinen Partner/meine Partnerin haben?
• was bedeutet das für meine berufliche Zukunft?
• wie bekomme ich das mit der Kinderbetreuung hin?
• wie kann ich das alles organisieren?
• worum muss ich mich kümmern, welche Behördengänge sind notwendig?
• schaffe ich das alles?
• wie sieht es mit den Finanzen aus, reicht das Geld?
• und nicht zuletzt: Bekomme ich meine alte Figur wieder zurück?

Eine sorgenfreie Schwangerschaft genießen - nicht jede Frau kann das


© Getty Images


Nicht für alle Fragen gibt es auf Anhieb Antworten und Lösungen. Aber es gibt eine Vielzahl von Organisationen, die Unterstützung und Hilfestellung anbieten, Ärzte, Hebammen, Psychologen - nicht zu vergessen Familie und Freunde, die der Schwangeren beistehen - und natürlich der Partner bzw. die Partnerin. Wichtig ist vor allem, dass du mit deinen Ängsten nicht allein gelassen wirst und weißt, dass du Hilfe und Antworten auf deine Fragen bekommst.

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Gefühls- und Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft

Auch wenn man noch gar nichts sieht - jede Schwangere spürt sehr schnell, dass in ihrem Körper etwas geschieht. Der Hormonhaushalt im Körper verändert sich und
bereitet sich darauf vor, neues Leben wachsen zu lassen. Doch nicht nur körperlich verändert sich nun viel, auch die Gefühle und Stimmungen bei Schwangeren sind teilweise extremen Schwankungen ausgesetzt. Sie durchleben oft ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle, Hochs und Tiefs wechseln sich in raschem Tempo ab. Mal ist die Vorfreude, ein Kind zu bekommen, riesig, dann wieder holen sie Ängste und Sorgen, Zweifel und Unsicherheit ein. Dazu gehören kann auch die Tatsache, dass sich die Gefühle für den Lebenspartner/die Lebenspartnerin zeitweise verändern, im Sinne von verschlechtern. Von Frau zu Frau ist die Intensität dieser Gefühlsschwankungen unterschiedlich – gleich ist nur, dass es ein völlig normaler Vorgang ist. Die Angst, sein Kind nicht genug zu lieben, ist dagegen unbegründet. Auch wenn vielleicht manche Ertstgebärende nach einer schmerzhaften Geburt sich erst mit dem kleinen Würmchen anfreunden muss: Die Mutterliebe kommt von selbst, wenn alles gut gegangen ist und einem das kleine große Stückchen vollkommenes Glück auf den Bauch gelegt wird.

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Sie sind gereizt und könnten nur noch heulen. Ihre Psyche braucht Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen.




Beratungsstellen für Ängste in der Schwangerschaft

Ein breites Spektrum an Hilfsangeboten findest du sowohl bei kirchlichen, als auch nicht-konfessionellen Stellen, unter anderem bei:


pro familia
In 180 Beratungsstellen und drei pro familia-Zentren werden Fragen zu Schwangerschaft und Geburt, Veränderungen in Partnerschaft und Familie, Perspektiven für allein Erziehende, Elternzeit, Elterngeld, Kindergeld beantwortet. Für Frauen, die sich nach der Geburt traumatisiert fühlen, gibt es ein spezielles Beratungsangebot.

die katholische Caritas
klärt in 300 Beratungsstellen über finanzielle, rechtliche und emotionale Fragen auf, auch per Chat oder E-Mail.

eva, eine evangelische Beratungsstelle für Schwangere
Auch hier geht das Angebot von Gesprächen über persönliche, partnerschaftliche und familiäre Probleme über Fragen zu sozialrechtlichen Ansprüchen, finanziellen Hilfen und Existenzsicherung bis hin zu Familien entlastenden Angeboten.

Chabad
Im Judentum gibt es eigene Bräuche und Regeln für das Verhalten in der Schwangerschaft. Die Seite informiert zudem umfassend über den jüdischen Alltag.

Geburt im Islam
Hier kann man sich über die Rituale und Gebräuche um Schwangerschaft und Geburt im Islam informieren.

Geburtsvorbereitungskurse bauen Schwangerschaftsängste ab

Alles, was man nicht kennt, macht einem Angst. Die grundlegenden Informationen zum Ablauf der Geburt, die in diesen Kursen vermittelt werden, können viele Ängste nehmen oder abbauen. Und du siehst: du bist nicht allein. Für die werdende Mutter werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen, nur Partner respektive Partnerin müssen einen Betrag von etwa 60 bis 80 Euro pro Kurs zahlen. Es lohnt sich aber, zuvor bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, weil oft auch dieser Betrag übernommen wird.

Geburtsvorbereitungskurse werden angeboten von:
• Krankenhäusern
• Geburtshäusern
• Hebammenpraxen
• freien Hebammen
• einigen Familienbegegnungsstätten

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Sorgen macht oft der Blick auf Beruf und Karriere

Auch wenn es heutzutage völlig normal und selbstverständlich ist, dass Frauen einen Beruf ausüben, auch wenn sie Kinder haben - gar nicht selbstverständlich und eine der größten Herausforderungen für eine berufstätige Mutter ist es, ihr Kind gut untergebracht und versorgt zu wissen und sich nicht als "Rabenmutter" fühlen zu müssen. Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen, zählt ebenfalls zu den Ängsten, Sorgen und Nöten, mit denen Frauen während der Schwangerschaft zu kämpfen haben. Bei geldlichen Problemen oder Fragen kann die Stiftung Warentest in den „Finanztipps für junge Eltern“ weiterhelfen: test.de erläutert die legalen Tricks zum Eltern­geld-Antrag.

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Viele Frauen machen sich auch Gedanken um ihre Figur
Auch dafür gibt es keinen Grund, sondern hilfreiche Kurse und Übungen: die Rückbildungsgymnastik. Damit werden Bauch- und Beckenbodenmuskeln nach der Schwangerschaft gestärkt. Bereits am ersten oder zweiten Tag nach der Entbindung kann man damit anfangen. Schon in der Klinik zeigen Hebammen oder Physiotherapeuten  den jungen Müttern zunächst ganz einfache Bewegungen. Wichtig ist es, jeden Tag zu üben, auch daheim, und wenn es nur wenige Minuten sind. Denn jede Frau will möglichst bald wieder fit sein und ihre Schwangerschaftskilos verlieren.

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Natürlich hat jede Frau Ängste in der Schwangerschaft, das ist ganz normal. Man darf sich davon nur nicht unterkriegen lassen. Über seine Sorgen und Bedenken zu reden ist zwar nicht immer leicht, aber es hilft ungemein. Und ganz sicher stellst du dann schnell fest: Anderen geht es ja genauso.