Autofahren in der Schwangerschaft: Der Gurt ist Pflicht!

Bitte anschnallen!

Autofahren in der Schwangerschaft: Der Gurt ist Pflicht!

Auch wenn es zunehmend enger und unbequemer wird, ist es auch mit dickem Babybauch erlaubt, sich hinter das Steuer eines Autos zu setzen. Damit Baby und werdende Mama möglichst sicher am Ziel ankommen, gibt es ein paar Punkte, die beim Autofahren in der Schwangerschaft unbedingt beachtet werden sollten.  

Ein Alltag ohne Auto ist für viele schwer realisierbar: Großeinkauf im Supermarkt, mal schnell ein paar Erledigungen machen oder die Kids zum Sport fahren. Mit Auto sind solche Dinge weitaus leichter zu erledigen. Auch als Schwangere will man auf diesen Luxus natürlich nicht verzichten. Oder gerade dann – denn gegen Ende der Schwangerschaft sind lange Strecken zu Fuß einfach nicht mehr zu bewältigen. Aber bequem geht anders: Mit zunehmender Körperfülle rückt das Lenkrad immer näher, der Gurt nervt und auch der Schulterblick funktioniert nur noch im spitzen Winkel. Außerdem haben manche Frauen Angst um ihr Baby, wenn sie sich mit dicker Baby-Kugel hinters Steuer setzen. Was, wenn ein Unfall passiert? Ist mein Baby dann sicher?

Das Wichtigste beim Autofahren in der Schwangerschaft: Der Gurt ist Pflicht, auch für Schwangere, immer und überall! 

 

Auch wenn sich der Gurt für den Babybauch unkomfortabel anfühlt, jeder Autoinsasse muss angeschnallt sein. „Alles andere wäre mehr als fahrlässig“, sagt die Gütersloher Polizeihauptkommissarin Ellen Haase. Die verbreitete und verständliche Angst, der Gurt könnte im Falle eines Aufpralls das Ungeborene schwer verletzen, sei unbegründet. Im Gegenteil: Mehrere Studien beweisen, dass das Risiko für Mutter und Kind weitaus höher ist, wenn der Gurt nicht angelegt wird. In diesem Fall prallt der Bauch ungebremst gegen das Lenkrad. Richtig angelegt, geht vom Gurt keine direkte Gefahr für das Ungeborene aus.

Wichtig: Den Gurt richtig anlegen!

Wer schwanger Auto fährt sollte besonders darauf achten, dass der Gurt stramm angelegt ist und unter (nicht auf!) dem Bauch liegt. So kann bei einem Aufprall der direkte Druck auf die Gebärmutter vermieden werden.

Autofahren in der Schwangerschaft: So legt man den Gurt richtig an.

Es gibt sie nur noch selten, aber in Oldtimern oder US-Autos sind sie zugelassen: reine Bauchgurte. Die sind für Schwangere tatsächlich ungeeignet. Also für den Fall, dass es eine Auswahlmöglichkeit gibt, unbedingt ein Auto mit Dreipunktgurten nehmen!

Wer sichergehen möchte, dass der Dreipunktgurt auch nicht verrutscht, kann sich ein spezielles Sitzkissen für Schwangere kaufen, das dann am Fahrersitz befestigt wird. Durch eine Schlaufe zwischen den Beinen wird der Beckengurt hindurchgeführt – der Gurt kann so nicht auf den Bauch rutschen. Der ADAC empfiehlt zum Beispiel den "BeSafe Schwanger" von HTS Hans Torgersen og sønn AS. Ebenfalls ist es ratsam,gerade beim Autofahren in der Schwangerschaft darauf achten, dass die Rückenlehne recht steil und die Kopfstütze auf die Körpergröße eingestellt ist.

Airbag an oder ausschalten in der Schwangerschaft?

In vielen Autoas lassen sich die Airbags manuell anschalten. Das ist für den Transport von babyschalen beispielsweise auch sehr sinnvoll.Biem Autofahren in der Schwangerschaft sollte der Fahrer-Airbag aber eingeschaltet bleiben. Kommissarin Haase: „Airbags stellen bei richtigem Anschnallen keine Gefahr für Schwangere dar. Im Gegenteil, ein Aufprall auf das Lenkrad dürfte weit schwerwiegender sein.“ Wichtig ist jedoch, dass der richtige Abstand zum Airbag eingehalten wird – etwa 25 cm. Die Abstände können aber je nach Auto variieren; am besten in der Fahrzeugbedienungsanleitung nachschlagen.

Falls in der Schwangerschaft beim Autofahren was passiert

Egal wie klein der Aufprall war oder wie gut du dich fühlst: Nach der kleinsten Auto-Kollision sollten Schwangere zum Arzt gehen. Nur mit einer Ultraschall-Untersuchung kann eine vorzeitige Plazentaablösung ausgeschlossen werden. Kleiner Tipp am Rande: Mutterpass und die wichtigsten Telefonnummern beim Autofahren immer Griffbereit haben.

Für längere Reisen in der Schwangerschaft beachten

Lange in der selben Position sitzen müssen, an jeder Raststätte aufs Klo, zu wenig Beinfreiheit etc.: Gegen Ende der Schwangerschaft machen lange Autofahrt den meisten Schwangeren keinen Spaß mehr (vielen Nicht-Schwangeren auch nicht!). Wenn es dann doch mal sein muss:

  • Regelmäßige Pausen einlegen, am besten alle zwei Stunden.
  • Ab und zu eine Runde Beingymnastik, um die Durchblutung in den Beinen zu fördern
    – das geht auch im Stau.
  • Nicht unbedingt sexy, aber hilfreich: Kompressionsstrümpfe (gibt's auf Rezept!).
  • Unbedingt genug trinken – auch wenn man dann öfters anhalten muss.
  • Auf keinen Fall ans Steuer setzen, wenn du dich müde, erschöpft oder schlecht fühlst!
Micky Moses
Das sagtMicky Moses:

Zur Sicherheit

Es gibt sie nur noch selten, aber in Oldtimern oder US-Autos sind sie zugelassen: reine Bauchgurte. Die sind für Schwangere tatsächlich ungeeignet. Also für den Fall, dass es eine Auswahlmöglichkeit gibt, unbedingt ein Auto mit Dreipunktgurten nehmen!

Bildquelle:

iStock,Thinkstock

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