Behördengänge, Anträge und Formulare nach der Geburt

Jede Menge Papierkram und Bürokratie: Wenn ein Baby zur Welt kommt, muss allerhand erledigt werden. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, haben wir die wichtigsten Behördengänge hier für Sie zusammengestellt.


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Mit der Geburt Ihres Kindes kommen wichtige Formalien, Behördengänge und Erledigungen auf Sie zu. Seien es Elternzeit, Kindergeld oder Krankenversicherung – nach der Ankunft Ihres kleinen Schützlings müssen Sie so einiges an Bürokratie überwinden. Unsere Empfehlung deswegen: Informieren Sie sich rechtzeitig und notieren Sie sich die wichtigsten Schritte, denn teilweise gibt es strenge Fristen, die Sie einhalten müssen. Außerdem hilft ein frühzeitiges Kümmern stressigen Zeiten nach der Geburt entgegen – damit Sie noch genug Wonne haben, mit Ihrem kleinen Schatz zu kuscheln. 

Behördengänge


© vision net ag
 Hier können Sie eine Checkliste mit den wichtigsten Behördengängen und Formalitäten nach der Geburt kostenlos als pdf herunterladen.

Anträge, die Sie nach der Geburt stellen müssen


➤ Geburtsurkunde

Sie müssen Ihr Baby binnen einer Woche beim Standesamt anmelden. Hierbei werden auch der Vor- und Nachname Ihres Kindes festgelegt. Durch die Anmeldung erhalten Sie die Geburtsurkunde samt beglaubigter Kopien, die Sie für weitere Anträge, zum Beispiel für die Beantragung des Kindergelds, brauchen. Viele Krankenhäuser bieten an, die Anmeldung für frischgebackene Eltern zu übernehmen.
Frist: Die Anmeldung muss bis sieben Tage nach der Geburt erfolgen.
Kosten: ca. 10 Euro für die Originalurkunde und ca. 5 Euro pro Kopie
Amt: Standesamt
Benötigte Unterlagen: Personalausweis, Heiratsurkunde oder beglaubigte Abschrift aus dem Familienstammbuch und Geburtsbescheinigung der Klinik. Bei Unverheirateten, falls schon vorhanden: Vaterschaftsanerkennung

➤ Vaterschaftsanerkennung
Die Vaterschaftsanerkennung betrifft nur unverheiratete Paare, da eine Vaterschaft durch die Heirat quasi automatisch als gegeben betrachtet wird. Idealerweise beantragen Sie die Vaterschaft schon vor der Geburt, dann kann der Vater direkt in die Geburtsurkunde des Kindes eingetragen werden. Wird die Vaterschaftsanerkennung erst nach der Geburt beantragt, wird in der Geburtsurkunde vorerst nur der Name der Mutter vermerkt. Die Mutter muss der Vaterschaftsanerkennung zustimmen – der eingetragene Vater muss nicht der biologische Vater sein.
Frist: Es gibt keine Frist.
Kosten: kostenlos
Amt: Jugend- oder Standesamt
Benötigte Unterlagen: Personalausweise und Geburtsurkunden von Mutter und Vater, ggf. Geburtsurkunde des Kindes, Zustimmung der Mutter

➤ Krankenversicherung
In Deutschland besteht eine Versicherungspflicht – die gilt auch schon für kleine Neugeborene, denen in den ersten Wochen und Monaten natürlich auch viele Arztbesuche bevorstehen. Sie sollten also so schnell wie möglich Ihre Krankenkasse über die Geburt Ihres Kindes informieren. Dies geht im ersten Schritt bereits telefonisch, im zweiten Schritt werden Ihnen dann alle benötigten Formulare zugeschickt, die Sie ausfüllen müssen. Nachdem Sie die Unterlagen zusammen mit der Geburtsbescheinigung, die vom Standesamt extra dafür bereitgestellt wird, zurückgeschickt haben, dauert es etwa zwei Wochen, bis die Krankenkassenkarte bei Ihnen eintrifft. Aber keine Sorge: Arztbesuche können Sie mit Ihrem Kleinen auch schon in der Zwischenzeit erledigen; die Karte müssen Sie später dann einfach nachreichen. Sind Vater oder Mutter privat versichert, kann es zu Abweichungen im Ablauf kommen, sprechen Sie dazu am besten mit Ihrer Krankenkasse.
Frist: so schnell wie möglich erledigen
Kosten: je nach Tarif der Krankenkasse
Wo: Krankenversicherung von Vater oder Mutter
Benötigte Unterlagen: Geburtsurkunde und ggf. Vaterschaftsanerkennung, wenn das Kind bei Unverheirateten über den Vater versichert werden soll


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➤ Einwohnermeldeamt
In der Regel wird die Geburt eines Kindes automatisch an das Einwohnermeldeamt weitergeleitet. Trotzdem ist es ratsam, sich nach der Geburt kurz zu erkundigen, ob dies auch wirklich geschehen ist. Gleichzeitig können Sie Ihr Kind auch direkt auf Ihrer Lohnsteuerkarte eintragen lassen. In einem Zug können Sie auch einen Kinderreisepass erstellen lassen. Tipp: Bei vielen Einwohnermeldeämtern bekommen Neugeborene ein sogenanntes „Stadtpaket“, in welchem sich Gutscheine und Ermäßigungen verstecken.
Frist: am besten zeitig nach der Geburt
Kosten: Meldung kostenlos, Kinderreisepass 13 Euro
Wo: Einwohnermeldeamt
Benötigte Unterlagen: Personalausweis, Lohnsteuerkarten der Eltern, Geburtsurkunde, für den Reisepass zusätzlich: Lichtbild des Babys, Zustimmung beider Elternteile bzw. Vollmacht

Kindergeld

Da die Bearbeitungsdauer für das Kindergeld ein bis zwei Monate dauern kann, bietet es sich an, den Antrag bereits vor der Geburt zu stellen, auch wenn er erst mit Einreichen der Geburtsurkunde seine Gültigkeit erlangt. Die Zahlung beginnt mit dem Geburtsmonat des Kindes und wird bei einer längeren Bearbeitungsdauer auch rückwirkend ausgezahlt. Grundsätzlich hat jedes Kind in Deutschland Anrecht auf Kindergeld, wobei der Rechtsanspruch nach vier Jahren verjährt.
Frist: am besten zeitig nach Erhalt der Geburtsurkunde, eine rückwirkende Auszahlung ist maximal für drei Monate möglich
Kosten: kostenlos
Wo: Familienkasse der Agentur für Arbeit
Benötigte Unterlagen: Geburtsbescheinigung vom Standesamt

➤ Elterngeld
Die Kür aller Anträge: Das Elterngeld soll Einkommensausfälle in der Betreuungszeit des Kindes auffangen. Die Höhe richtet sich nach dem bisherigen Nettoeinkommen – mindestens 300 und höchsten 1.800 Euro. Beantragt wird das Elterngeld bei der Elterngeldstelle. Welche Stelle für Sie zuständig ist, können Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nachsehen.
Frist: am besten so früh wie möglich nach der Geburt, das Elterngeld wird rückwirkend für bis zu drei Monate ausgezahlt
Kosten: kostenlos
Wo: Elterngeldstelle
Benötigte Unterlagen: Einkommensnachweise der letzten zwölf Monate, Geburtsbescheinigung vom Standesamt


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➤ Elternzeit
Elternzeit steht jedem Elternteil grundsätzlich für maximal drei Jahre zur Verfügung. Anmelden müssen Sie sie spätestens sieben Wochen vor Beginn bei Ihrem Arbeitgeber. In dem Schreiben müssen Sie festlegen, wie Sie die ersten 24 Monate der Elternzeit gestalten wollen. Verpflichtend ist auch, die Geburt des Kindes dem Arbeitgeber zu melden – dies können Sie gleich mit der Beantragung von Elternzeit und Mutterschutz kombinieren.
Frist: mindestens sieben Wochen vor Beginn
Kosten: kostenlos
Wo: Arbeitgeber
Benötigte Unterlagen: schriftlicher Antrag

➤ Mutterschaftsgeld
Sind Sie während Ihrer Schwangerschaft angestellt und gesetzlich krankenversichert, dann steht Ihnen in der Zeit des Mutterschutzes – in der Regel sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung – eine finanzielle Absicherung zu.
Frist: spätestens sieben Wochen vor dem Geburtstermin
Kosten: kostenlos
Wo: Krankenkasse
Benötigte Unterlagen: Arbeitgeberbescheinigung, Bescheinigung vom Frauenarzt über den Geburtstermin


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➤ Kinderfreibetrag
Bei der Besteuerung wird den Eltern ein bestimmter Geldbetrag steuerfrei gestellt. Diesen Kinderfreibetrag müssen Sie beim Finanzamt beantragen – dort können Sie gleichzeitig bei Bedarf auch einen Kindergeldzuschlag beantragen.
Frist: am besten sobald die Geburtsurkunde vorliegt
Kosten: kostenlos
Wo: Finanzamt
Benötigte Unterlagen: Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

➤ Kinderbetreuungsplatz
Benötigen Sie einen Betreuungsplatz für Kind, sollten Sie diesen möglichst bald nach der Geburt sichern - am besten schauen Sie sich schon davor nach einem Platz um, da sich die Suche in manchen Städten nicht einfach gestaltet.
Frist: je nach Bedarf zeitig nach Geburt beantragen
Kosten: je nach Einrichtung
Wo: Jugendamt oder freie Träger
Benötigte Unterlagen: je nach Einrichtung

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von Nicole Metz




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