Dieses Baby wurde zweimal geboren

Der kleine Jackson erblickte gleich zweimal das Licht der Welt: Das erste Mal, als Ärzte ihn kurze Zeit aus Mamas Bauch holten, um ihn zu operieren und das zweite Mal, als er zehn Wochen später per Kaiserschnitt geboren wurde und seine Eltern ihn in die Arme schließen durften.


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Dieses Baby wurde zweimal geboren

Ein kleines Wunder: Jackson kann zweimal Geburtstag feiern


© iStock
"Die Leute fragen mich, ob [Jackson] zweimal Geburtstag feiern wird", erzählt Jacksons Mutter Joni Reinkemeyer dem Magazin The Sun. "Da er zweimal geboren wurde, denke ich, dass er auch zweimal Geburtstagskuchen verdient hat."

Obwohl Jackson sich sicherlich über zwei Ehrentage im Jahr freuen dürfte, war der Weg dahin wahrlich kein leichter, denn die Umstände, die zu Jacksons ungewöhnlichen Geburtsumständen führten, waren eine Herausforderung, die den Eltern und dem kleinen Jackson viel abverlangt haben – aber letztendlich in einem kleinen Wunder endeten.

Der kleine Jackson hatte eine Neuralrohrfehlbildung




In der 19. SSW wurde bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt, dass das Baby einen offenen Rücken (Spina Bifida) hatte. Bei dieser Neuralrohrfehlbildung entwickeln sich die Wirbelsäule und das Rückenmark des Embryos nicht richtig und es entsteht eine Lücke in der Wirbelsäule. Ein offener Rücken kann einige Krankheiten verursachen, darunter Lähmungen, einen Wasserkopf oder Inkontinenz.

Um diese Fehlbildung und die damit verbundenen möglichen Komplikationen zu behandeln, schlugen die Mediziner des Barnes-Jewish Hospital in St. Louis, Missouri, den werdenden Eltern ein einzigartiges Verfahren vor, das so noch nie in dem Krankenhaus durchgeführt wurde. Der Plan der Ärzte war es, das Baby auf die Welt zu holen und einer Operation zu unterziehen, um den offenen Rücken zu schließen, und das Kind danach wieder in den Bauch der Mutter zurückzuführen, wo es den Rest der Schwangerschaft noch fleißig wachsen kann.

Diese Prozedur, die bislang weltweit wahrscheinlich nur einige hundert Mal durchgeführt worden ist, ist nicht ohne Risiken: es könnte zu einer Frühgeburt oder zum Tod des Babys kommen. Nach reiflicher Überlegung entschieden sich Joni Reinkemeyer und ihr Freund jedoch dazu, den Eingriff durchführen zu lassen. Denn wenn es eine Möglichkeit gäbe, ihrem Kind sein zukünftiges Leben auch nur ein wenig leichter zu machen, wollten sie diese auch nutzen.

So heikel die Situation auch war, für Jackson und seine Eltern endete sie glücklich. Nach der Operation blieb Jackson noch weitere zehn Wochen im Bauch seiner Mutter und erblickte schließlich Anfang 2018 gesund und munter zum zweiten Mal das Licht der Welt.

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von Nicole Metz