Eileiterschwangerschaft: Symptome und Behandlung

Auch die Natur macht manchmal Fehler. In Sachen Schwangerschaft bedeutet das zum Beispiel, dass sich die Eizelle nicht in der Gebärmutter einnistet. Bei 95 Prozent dieser Schwangerschaften findet die Einnistung in der Eileiter-Schleimhaut statt. Die Eizelle bleibt sozusagen auf dem Weg in die Gebärmutter “stecken“. Warum ist das so? Merke ich das? Und: Was ist im Fall einer Eileiterschwangerschaft zu tun? Die Antworten kommen hier …

Ein Spermium befruchtet das Ei.

Ein Spermium befruchtet das Ei.


Entwarnung vorab: Lebensgefährlich ist eine Eileiterschwangerschaft heutzutage durch gute Diagnosemöglichkeiten nur noch sehr selten. Früher sah das anders aus: Ende des 19. Jahrhunderts war die Eileiterschwangerschaft oder Tubargravidität, wie der lateinische Fachbegriff lautet, eine der häufigsten Todesursachen bei jungen Frauen. Eine Eileiterschwangerschaft kommt zudem sehr selten vor: Bei etwa nur einem Prozent der Schwangerschaften nistet sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter ein, sondern bleibt im Eileiter oder in der Bauchhöhle.

Merke ich den Unterschied zwischen Eileiterschwangerschaft und normaler Schwangerschaft?

Nein. Zumindest nicht in den ersten Schwangerschaftswochen. Denn die Symptome sind dieselben wie bei einer normalen Schwangerschaft:

  • Morgenübelkeit
  • Ausbleiben der Periode
  • Spannungsgefühl in der Brust
  • und vor allem: ein positiver Schwangerschaftstest

Eileiterschwangerschaft: Welche Symptome gibt es?

Wenn in der 6. bis 9. Schwangerschaftswoche jedoch Schmierblutungen und Unterleibsschmerzen hinzukommen, heißt es dringend: 'Ab zum Arzt!'. Denn nur der kann eine sichere Diagnose stellen, ob die Ursache der Beschwerden eine Eileiterschwangerschaft ist. Ohnehin solltest du bei unklaren Beschwerden immer deinen Frauenarzt oder Ärztin um Rat bitten!

Wenn Unterleibsschmerzen durch eine Eileiterschwangerschaft auftreten, sind diese meist einseitig. Es kann aber auch sein, dass der ganze Bauch berührungsempfindlich und die Körpertemperatur leicht erhöht ist. Wie stark die Symptome sind, ist individuell sehr verschieden und kann von "Ich hab gar nichts bemerkt" bis zu starken Schmerzen reichen.

Warum nistet sich die Eizelle im Eileiter ein?

Dafür kann es mehrere Ursachen geben. Normalerweise dauert die Wanderung der Eizelle in die Gebärmutter drei bis fünf Tage. Wenn es länger dauert, nistet sich die Eizelle nach spätestens sieben Tagen dort ein, wo sie gerade ist.

Wenn also der Eileiter sehr lang ist, Einstülpungen hat oder andere "bauliche" Defizite wie eine zu dünne Muskelschicht oder Polypen, dann erreicht das Ei im Zweifel nicht rechtzeitig die Gebärmutter. Auch Verwachsungen und Vernarbungen, die von Operationen oder einer zurückliegenden Eileiterentzündung stammen, können den Weg der Eizelle behindern und eine Eileiterschwangerschaft begünstigen. Meist ist nicht nur die Durchgängigkeit der Eileiter vermindert, sondern auch die Kontraktionsfähigkeit. Denn durch das Zusammenziehen unterstützt das Gewebe des Eileiters normalerweise den Transport der Eizelle.

Einige Risikofaktoren begünstigen eine Eileiterschwangerschaft:

  • Vorerkrankungen wie Entzündungen des Eileiters oder Infektionen
  • vorangegangene Operationen und dadurch entstandene Narben
  • Endometriose
  • Künstliche Befruchtung
  • Verhütung durch die Spirale
  • unvollständige Sterilisation
  • Verschiebung des Eileiters im Bauchraum
  • Rauchen
  • vorherige Eileiterschwangerschaften

Meistens beendet der Körper selbst diese Einnistung des Eis im Eileiter und absorbiert das abgestorbene embryonale Gewebe. Wenn der Körper die Schwangerschaft jedoch nicht selbst unterbricht und der Embryo im Eileiter weiter heranwächst, dehnt sich der Eileiter immer weiter. Begleitet wird das meist von immer stärker werdenden Schmerzen. Dies ist eine Notfallsituation, denn der Eileiter reißt ab einem gewissen Punkt und das führt zu starken und lebensbedrohlichen inneren Blutungen

Eileiterschwangerschaft: Was nun?

Durch moderne Diagnostik wie Ultraschall werden die meisten Eileiterschwangerschaften früh erkannt und es kommt nur noch selten zum Notfall. Tritt er trotzdem einmal ein, ist eine sofortige Not-OP unumgänglich. Meist passiert dieser Riss in der 7. bis 8. Woche.
Eine Eileiterschwangerschaft muss in jedem Fall behandelt werden. Dies kann medikamentös oder per Operation – meist mit einer endoskopischen OP – geschehen. In vielen Fällen kann der Eileiter sogar erhalten bleiben und muss nicht komplett entfernt werden.

Kann ich nach einer Eileiterschwangerschaft "normal" schwanger werden?

Zunächst einmal solltest du ca. 3 Monate warten, bevor du erneut schwanger wirst. Die Zeit braucht der Körper, um sich zu erholen. Danach steht einem weiteren Versuch nichts im Wege. Wie schnell du schwanger wirst, kommt darauf an, wie stark der betroffene Eileiter beschädigt wurde. Musste er zum Beispiel bei der OP entfernt werden, kann aus dem Eierstock dieser Seite keine Eizelle mehr Richtung Gebärmutter wandern. Das heißt, für zukünftige Schwangerschaften bleibt nur der andere Eierstock. Weswegen es ein bisschen länger dauern könnte.

Konnte Eileiter-erhaltend operiert werden, hängt es davon ab, ob Verwachsungen zurückgeblieben sind und wie gut der Eileiter durchgängig ist. Auch wenn nach solch einer OP per se ein etwas höheres Risiko für eine weitere Eileiterschwangerschaft besteht, darfst du nicht vergessen, dass dieser Fall nur sehr selten auftritt.

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