Gebärmutterhalsschwäche - wenn eine Frühgeburt droht

Bei einer Gebärmutterhalsschwäche (Zervixinsuffizienz) ist der Muttermund weicher und kürzer als üblich. Das kann gefährlich für das ungeborene Kind werden, denn das Risiko für eine Frühgeburt ist erhöht. Was du bei einer Gebärmutterhalsschwäche unbedingt beachten solltest.

Zervixinsuffizienz: Wenn der Gebärmutterhals zu früh weich wird

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Bei einem verkürzten Gebärmutterhals wichtig: Viel Ruhe!


40 Wochen wachsen Babys im Mutterleib heran – so ist zumindest der Plan von Mutter Natur. Aber nicht alle halten so lange durch: Ungefähr acht Prozent aller neugeborenen Babys legen einen Frühstart hin und kommen vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Häufig mitverantwortlich dafür: Eine Gebärmutterhalsschwäche.

Zu viel Druck auf den Muttermund

Das Baby im Bauch wächst und wächst – und wird dabei immer schwerer. Einerseits natürlich wunderbar! Andererseits wächst mit dem Gewicht des Babys auch der Druck auf den Muttermund. Wenn der Muttermund dem Druck nicht mehr Stand halten kann, gibt er nach, er wird weicher – und der Muttermund öffnet sich. Passiert das ab der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche: Kein Problem! Bei einer vorzeitigen Öffnung des Muttermundes steigt aber das Risiko, dass das Baby zu früh auf die Welt kommt. Eine von hundert Schwangeren ist von einer Gebärmutterhalsschwäche betroffen, bei Schwangeren über 35 Jahren tritt die sogenannte Zervixinsuffizienz häufiger auf als bei jüngeren.

Verkürzter Muttermund: Risiko für Frühgeburt

Der Gebärmutterhals (auch Muttermund genannt) ist der untere Teil der Gebärmutter. Er hat während der Schwangerschaft normalerweise eine kleine, enge Öffnung, um Keime und Bakterien abzuhalten und das ungeborene Baby vor Infektionen zu schützen. Wenn die Geburt bevorsteht, produziert der Körper das Hormon Prostaglandin. Die Aufgabe dieses Gewebshormons ist es, das Gewebe des Muttermundes weich und geschmeidig zu machen, damit sich der Muttermund während der Geburt auf etwa zehn Zentimeter dehnen und das Köpfchen des Babys durchlassen kann. Bei jeder hundertsten Schwangeren ist der Gebärmutterhals aber schon zu einem viel zu frühen Zeitpunkt – oft schon im zweiten Trimester – verkürzt. Die Gefahr: Aus einer verkürzten Zervix kann sich eine Schwäche des Muttermundes (Zervixinsuffizienz) entwickeln.

Wie bemerke ich eine Zervixinsuffizienz?

Ab dem sogenannten "Bergfest", d.h. nach ungefähr der Hälfte der Schwangerschaft, misst dein Frauenarzt oder deine Gynäkologin bei jedem Kontrolltermin mittels Ultraschall oder einer Tastuntersuchung die Länge des Gebärmutterhalses (Zervix). Diese Zahl gibt bereits in der 20. Schwangerschaftswoche Hinweise darauf, ob eine Frühgeburt droht. Als Anhaltspunkt für dich: 40 Millimeter gelten als normal, 30 Millimeter sind zu Beginn des letztes Trimesters auch noch völlig unbedenklich. Liegt der Zervix-Wert allerdings unter 25 Millimetern, dann droht eine Frühgeburt. In diesem Fall wird der Frauenarzt dich öfter und in kürzeren Abständen kontrollieren, um genau das zu verhindern.
Generell gilt: Die regelmäßigen Untersuchungen beim Frauenarzt sind wichtig, denn die betroffenen Frauen merken oft gar nicht, dass sich bei ihnen der Gebärmutterhals verändert. Neben der unbemerkten Gebärmutterhalsschwäche gibt es jedoch auch Symptome, die auf eine Zervixinsuffizienz hindeuten:
● Schmerzen, die an Menstruationsschmerzen erinnern
● Leichte bis stärkere Wehenschmerzen
● Druckschmerzen im Schambeinbereich
● Ausfluss oder Blutung
Sollten diese Symptome bei dir auftreten, zögere nicht, deinen Frauenarzt beziehungsweise deine Gynäkologin aufzusuchen. Eine Zervixinsuffizienz ist, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, zumeist gut behandelbar. Ist das nicht der Fall, droht eine Fehl- oder Frühgeburt.

Was tun bei einem verkürzten Gebärmutterhals?

Oberstes Gebot bei einem verkürzten Gebärmutterhals sind eine engmaschige Kontrolle und viel Ruhe. Körperlich anstrengende Tätigkeiten sind jetzt erst einmal tabu! Viel liegen (am besten mit hochgelagertem Becken!) nimmt den Druck von der Gebärmutter. Wenn du einen körperlich anstrengenden Job habst, wird der Arzt dich krankschreiben oder ein Beschäftigungsverbot aussprechen. Wenn eine Infektion der Auslöser der Zervixinsuffizienz ist, wird dir dein Arzt oder deine Ärztin ein Antibiotikum verschreiben. Eventuell wird man dir auch Progesteron verordnen. Das Hormon ist für den Erhalt der Schwangerschaft förderlich; es sorgt dafür, dass sich der Muttermund nicht weiter öffnet. Durch die häufigen Kontrolluntersuchungen kann der Frauenarzt beobachten, wie sich der Zustand des Gebärmutterhalses verändert. Verkürzt er sich weiter, so ist die stationäre Aufnahme ins Krankenhaus oftmals der beste und sicherste Weg. Schließlich soll das Baby noch so lange wie nur irgendwie möglich im Bauch der Mutter heranreifen! Vor allem, wenn es schon ein Geschwisterkind gibt, ist absolute Bettruhe - realistisch betrachtet - nur im Krankenhaus möglich. Und sollte das Baby wirklich zu früh kommen, sind Mutter und Kind hier bestens versorgt.

Für betroffene Frauen gilt außerdem:
➤ Nicht rauchen
➤ Kein Sex bis zur Geburt (dieser Ratschlag gilt nur bei einer Gebärmutterhalsschwäche!)
➤ Verzicht auf heiße Bäder

Um zu verhindern, dass sich der Muttermund zu früh öffnet, kann er mit einem Kunststoffband (Cerclage) oder einem Ring (Pessar) verschlossen werden. Da beide Methoden auch Risiken mit sich bringen, ist sorgfältiges Abwägen wichtig.

Wie kommt es zu einem verkürzten Gebärmutterhals?

Diese Ursachen können für einen verkürzten Gebärmutterhals verantwortlich sein:
● Infektion (mit Antibiotika gut behandelbar)
● körperliche Überanstrengung
● zu viel Fruchtwasser
● Mehrlingsschwangerschaft
Stress
● allgemeine Bindegewebsschwäche
● Operation oder Biopsie an der Gebärmutter

Kann ich einer Gebärmutterhalsschwäche vorbeugen?

Es gibt leider keine zuverlässige Methode, die eine Gebärmutterhalsschwäche verhindern kann. Wenn du während der Schwangerschaft aufs Rauchen verzichtest, hast du aber schon viel getan. Denn Nikotin ist in vielen Fällen Auslöser für eine Frühgeburt.

Sport im normalen Umfang ist während einer komplikationslosen Schwangerschaft erlaubt, auf schweres Heben solltest du jedoch grundsätzlich verzichten. Wenn du schon einmal eine Fehl- oder Frühgeburt hattest, ist das Risiko einer weiteren Muttermundschwäche erhöht. Hier gilt: Die körperliche Belastung so gut es geht reduzieren und Stress vermeiden!

Hygiene beim Abtasten des Muttermundes

➤ Wichtig zu wissen: Du kannst den Zustand deines Muttermundes auch selbst ertasten. Aber bitte nur mit sorgfältig gewaschenen Händen und ganz kurzen Fingernägeln! Wenn du auf diesem Weg Bakterien in die Gebärmutter bringst, kann das gefährlich für dein Baby werden.

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