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Geburts­vorbereitungs­kurs: Das musst du wissen

Gut vorbereitet!

Geburts­vorbereitungs­kurs: Das musst du wissen

Ist das normal? Mach ich alles richtig? Einher mit dem Glück Mutter zu werden, gehen auch Verunsicherung und Angst, gerade wenn es um den finalen Showdown geht: die Geburt. Ein guter Geburtsvorbereitungskurs gibt Frauen das nötige Selbstvertrauen für diesen letzten Akt der Schwangerschaft. Und es gibt da draußen garantiert für jede Mama den richtigen Kurs die Auswahl ist nämlich sehr breit gefächert.

Zunächst gilt: Eigentlich kein Grund zur Eile. Geburtsvorbereitungskurse sind erst zwischen der 28. und 30. Schwangerschaftswoche wirklich sinnvoll. Dann macht sich auch das Baby so langsam bereit und bezieht seine Startposition. Empfohlen wird also, dass der Kurs etwa drei bis vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin endet. Es gibt aber auch Kurskonzepte, wie z. B. das Hypnobirthing, die früher starten, weil die Eltern nach dem Kursende sich noch eine längere Zeit alleine zuhause auf die Geburt vorbereiten.

Geburtsvorbereitungskurse sind oft schon früh ausgebucht

Viele Geburtsvorbereitungskurse sind sehr beliebt und schnell ausgebucht. Wenn ihr also ein bestimmtes Kursangebot im Auge habt, kümmert euch rechtzeitig um die Anmeldung. Natürlich kommt dies auch immer auf die in der Region verfügbaren Angebot an. Aber gerade wenn man einen speziellen Geburtsvorbereitungskurs machen will oder in einer Gegend mit wenig Angebot aber viel Nachfrage wohnt, ist es schwierig, einen Kurs kurzfristig zu buchen. Also schiebt die Anmeldung nicht zu lange vor euch her. Wir empfehlen, sich bis spätestens zur 20. Schwangerschaftswoche um einen Geburtsvorbereitungskurs zu kümmern. Informiert euch daher rechtzeitig über die Angebote und entscheidet gemeinsam, welcher Kurs zu euch passt.

Was passiert in einem Geburtsvorbereitungskurs?

Welche Themen werden in einem Geburtsvorbereitungskurs besprochen? Hier alle Themen und Fragen, die normalerweise ein Kurs zur Geburtsvorbereitung behandelt:

  • Wann startet die Geburt?
  • Welche Wehen gibt es, was machen sie und wie fühlen sie sich an?
  • Wie kann man sich selbst optimal auf die Geburt vorbereiten? Was gibt es dabei zu beachten?
  • Die Phasen der Geburt
  • Die richtige Atmung während der Geburt
  • Aufgaben des Partners/ der Partnerin bei der Geburt
  • Welche Schmerzmittel stehen zur Verfügung?
  • Wann ist eine Geburtseinleitung nötig und wie läuft sowas ab?
  • Welche Stolpersteine kann es während einer Geburt geben?
  • Welche Geburtspositionen gibt es?
  • Wie können Massagen bei der Geburt helfen?
  • Die erste Zeit nach der Geburt: Stillen, Prophylaxe, Wochenbett, Rückbildung, Babybedürfnisse
  • Richtige Ernährung zur Geburtsunterstützung z. B. mit der Louwen Diät oder dem Dattel-Trick.

In jedem guten Geburtsvorbereitungskurs ist genügend Zeit für persönliche Fragen und für einen gegenseitigen Austausch. Übrigens knüpfen gerade Erstmütter bzw. Ersteltern in solchen Kursen neue Kontakte zu anderen Müttern bzw. Eltern, die auch nach der Geburt noch lange fortbestehen. So ein lebensumkrempelndes Ereignis wie die Geburt des (ersten) Kindes schweißt eben zusammen.

 Welcher Geburtsvorbereitungskurs passt zu mir?

Es gibt mittlerweile wirklich viele verschiedene Arten von Geburtsvorbereitungskursen und nicht jeder passt zu jedem werdenden Elternpaar. Manche Kurse richten sich an Ersteltern, andere an Zweit- oder Dritteltern, einige haben ganz eigene Konzepte und manchmal spielt auch einfach nur der Faktor Zeit eine Rolle:

Klassischer Geburtsvorbereitungskurs

“Normale” Geburtsvorbereitungskurse laufen in der Regel über 14 Stunden, verteilt auf sieben Tage mit jeweils einer Doppelstunde. Dafür muss man sich als erst einmal die entsprechende Zeit freihalten bzw. freischaufeln. Für Ersteltern ist das meist noch einfacher, aber selbst hier muss für sieben Wochen jede Woche ein bestimmtes Zeitfenster geblockt werden.

Es gibt Kurse, die für beide Elternteile zusammen konzipiert sind und Kurse, die sich nur an Mütter richten und bei denen der Partner oder die Partnerin nur an einem Termin dazu kommt. Es wird generelles Wissen über die letzten Wochen der Schwangerschaft, die körperlichen Vorgänge bei der Geburt, der Ablauf einer Geburt im Krankenhaus, alternative Geburtsabläufe, Möglichkeiten der Schmerzlinderung, die Zeit nach der Geburt (körperlich und mit dem Baby) und zum Stillen.

Wer zahlt den Geburtsvorbereitungskurs: Die Kosten für die Mütter übernimmt komplett die Krankenkasse. Väter erhalten, je nach Krankenkasse, meist nur einen Teil erstattet. Bei vielen Kursangeboten müssen die Väter daher privat zuzahlen und ihr könnt die Rechnung eventuell hinterher bei eurer Kasse einreichen.

Geburtsvorbereitungs-Crashkurs

Crashkurse bzw. Wochenendkurse vermitteln die gleichen Inhalte, wie ein regulärer Geburtsvorbereitungskurs, nur in gekürzter und gestraffter Form. Diese Kurse eignen sich perfekt für Eltern mit wenig Zeit.

Wer zahlt den Geburtsvorbereitungskurs: Auch hier übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Mütter. Väter müssen gegebenenfalls wieder zuzahlen und können versuchen die Rechnung bei ihrer Kasse einzureichen.

Geburtsvorbereitungskurs für Mehrgebärende

Was klingt wie ein Angebot für Zwillings- oder Drillings-Eltern ist hingegen ein Kurs für Eltern, die ihr zweites, drittes oder xtes Kind erwarten – also schon etwas Erfahrung mit dem Gebären haben. Hier tauschen sich die Mütter (und je nach Angebot auch die Väter) über ihre bisherigen Erfahrungen zur Geburt aus, Fragen werden beantwortet und viel über die neue Familienkonstellation nach der Geburt mit mehreren Kindern gesprochen. Es wird nicht mehr ganz so viel Grundwissen zur Geburt vermittelt, sondern mehr auf die Fragen der anwesenden Kursteilnehmer eingegangen.

Wer zahlt den Geburtsvorbereitungskurs: Die Krankenkassen übernehmen die Kursgebühr für die Mutter und auf Anfrage einige auch anteilig die Kosten für den Vater.

Hypnobirthing-Kurs

Hypnobirthing ist eine spezielle Geburtsvorbereitung, bei der mit Hilfe von Entspannungs-, Atem- und Selbsthypnoseübungen eine möglichst sanfte Geburt stattfinden soll. Auch in diesem Kurs werden die Grundlagen zum Geburtsablauf und die Zeit nach der Geburt behandelt, aber der Schwerpunkt liegt definitiv auf praktischen Übungen und die Vermittlung eines positiven Grundgefühls gegenüber der bevorstehenden Geburt. An Hypnobirthing-Kursen nehmen in der Regel beide Partner zusammen an allen Termin teil.

Was kostet der Kurs und wer übernimmt die Kosten? Hypnobirthing-Kurse müssen meistens selbst bezahlt werden und kosten in der Regel inklusive Material etwa ab 300 € für beide Partner zusammen. Wird der Kurs von einer Hebamme geleitet, übernehmen einige Krankenkasse die Kosten anteilig. Nachfragen lohnt sich hier!

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Geburtsvorbereitungskurs Mindful Birthing (MBCP)

Davon habt ihr noch nie was gehört? Wir bis vor Kurzem auch nicht. MBCP steht dabei für Mindfulness Based Childbirth and Parenting, also auf Achtsamkeit basierende Geburt und Elternschaft. Die Geburtsvorbereitung nach MBCP entwickelte die Hebamme und Achtsamkeitslehrerin Nancy Bardacke in Kooperation mit Jon Kabat-Zinn auf Grundlagen der Achtsamkeitslehre. Die Kurse richten sich an Eltern, die Wert auf eine möglichst bewusste Geburt legen und auf der Suche nach neuen Wegen zum Umgang mit Schmerz und Angst in Bezug auf die Geburt sind.

Mindful Birthing (MBCP) Geburtsvorbereitungskurse gibt es mittlerweile deutschlandweit in den meisten größeren und mittelgroßen Städten. Aber auch auf dem Land gibt es sicher hin und wieder auch Angebote für diese Art der Geburtsvorbereitung.

Die Kurse dauern je nach Anbieter*in ein Wochenende oder mehrere Wochen .

Was kostet der Kurs und wer übernimmt die Kosten? Wird der Mindful Birthing Kurs von einer Hebamme durchgeführt, übernehmen die meisten Kassen die Kosten, sofern nicht noch ein anderer Geburtsvorbereitungskurs besucht wurde/wird. Auch die Partner*innen-Kosten werden von vielen Kassen anteilig übernommen.

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Geburtsvorbereitungskurs für Geschwisterkinder

Kein klassischer Geburtsvorbereitungskurs, aber durchaus eine süße und wichtige Idee sind Geburtsvorbereitungskurse für Geschwisterkinder. Diese bestehen meist nur aus einem Termin, in dem Kinder ab ca. 3 oder 4 Jahren zusammen mit einem Elternteil darüber sprechen, dass bald ein Geschwisterchen kommt und was das alles so mit sich bringt (angefangen von der Geburt bis hin zur (ersten) Zeit mit dem neuen Familienmitglied).

Was kostet der Kurs und wer übernimmt die Kosten? Die Kosten für diesen speziellen Geburtsvorbereitungskurs für Kinder müssen selbst getragen werden. In der Regel kostet so ein Kurs etwa 20 €.

Wichtig! Die Kasse bezahlt bei allen Geburtsvorbereitungskursen nur, wenn eine Hebamme den Kurs leitet. Leider müssen auch die Partner ihren Anteil selber tragen. Dieser kann von Kurs zu Kurs variieren. Im Durchschnitt muss etwa mit 80 € gerechnet werden. Allerdings übernehmen aber auch einige Krankenkassen bereits einen Großteil dieser Kosten. Daher: unbedingt nachfragen!

Welche Arten der Geburtsvorbereitung gibt es noch?

Ein Geburtsvorbereitungskurs bietet zwar umfassende Informationen, allerdings ist er zeitlich dennoch begrenzt. Daher gibt es noch weitere Möglichkeiten, sich und seinen Körper auf die Geburt vorzubereiten. Spezielle Yoga-Kurse für Schwangere beispielsweise, Schwangerschaftsgymnastik oder Wassergymnastik. Vor allem wenn der Babybauch schon sehr groß ist, ist Sport im Wasser eine gute Alternative.

Yoga zur Geburtsvorbereitung

Seit den letzten Jahren auch bei Schwangeren besonders beliebt: Yoga. Werdende Mütter, die vor der Schwangerschaft noch nie Yoga praktiziert haben, merken schnell, wie die Übungen ihre körperliche und seelische Verfassung positiv beeinflusst. Gerade für Unerfahrene ist es wichtig, geleitete Kurse speziell für Schwangere zu besuchen. Angeboten gibt es in Yoga-Studios, im Fitnessstudios und auch immer öfter direkt von Hebammen in Geburtshäusern und –kliniken. Teilweise übernimmt bei letzteren auch die Krankenkasse die Kosten. Wer schon Yoga-Erfahrung hat, kann auch Onlinekurse zu hause machen.

 

Schwangerschaftsgymnastik zur Vorbereitung auf die Geburt

Ähnliches gilt auch für die normale Schwangerschaftsgymnastik. Auch hier ist es ganz wichtig, dass werdende Mütter auf ihren Bauch hören und keine Übung erzwingen. Die Schwangerschaftsgymnastik entlastet die beanspruchten Muskelpartien im Rücken, Bauch und sensibilisiert und stabilisiert den Beckenboden. Dadurch beugst du auch Rückenschmerzen gezielt vor. Als idealer Einstieg gilt der vierte Schwangerschaftsmonat. Die Kurse bieten unter anderem Entbindungskliniken und Hebammenpraxen an. Die Krankenkasse übernimmt dafür teilweise die Kosten.

Geburtsvorbereitung im Wasser

Wassergymnastik ist mindestens ebenso effektiv wie normale Schwangerschaftsgymnastik, doch wirkt sie ganz besonders entspannend und entlastend auf den Körper. Der natürliche Auftrieb des Wassers entlastet die Gelenke, Bandscheiben und die gesamte Rückenmuskulatur. Durch fallen die Übungen auch leichter. außerdem trainiert Wassergymnastik die Ausdauer und Muskulatur. Die auf die Bedürfnisse von Schwangeren abgestimmt Gymnastik arbeit oft auch mit Atemübungen. Zudem machen die Übungen den Beckenboden dehnfähiger und begünstigen eine schnelle und problemlose Rückbildung des Gewebes nach der Geburt.

Wassergymnastik eignet sich für den ganzen Zeitraum der Schwangerschaft.

Natürlich ist Sport in der Schwangerschaft kein Muss. Schon regelmäßige Spaziergänge stärken den Kreislauf und helfen, beweglich zu bleiben. Schöner Nebeneffekt: Die erhöhte Sauerstoffaufnahme unterstützt die Entwicklung des Kindes. Den inneren Schweinehund zu überwinden, rentiert sich also gleich doppelt.

Welche Art der Entbindung passt zu mir?
Charoline Bauer
Das sagtCharoline Bauer:

So war unsere Geburtsvorbereitung

Wir haben uns bei der ersten Schwangerschaft bewusst für einen Hypnobirthing-Kurs zur Geburtsvorbereitung entschieden und es keine Sekunde bereut. Der Geburtsvorbereitungskurs fand in einer kleinen Runde mit nur drei anderen Paaren statt und es war viel Raum und Zeit für persönliche Fragen. Die Atmosphäre war locker und wir sind danach völlig entspannt in die Geburt gegangen. Wir würden es jedes Mal wieder so machen und einen Hypnobirthing Kurs einem klassischen Kurs vorziehen – aber das ist eindeutig Geschmackssache. Ich fand den Kurs nicht besonders esoterisch oder was man auf den ersten Blick sonst mit dem Begriff in Verbindung bringen mag, sondern einfach nur informativ, unaufgeregt und sehr hilfreich.

Bei der zweiten Schwangerschaft jetzt haben wir uns für einen individuellen Auffrischungskurs bei unserer Hypnobirthing-Kursleiterin entschieden. In ein bis zwei privaten Stunden werden wir vergessenes Wissen auffrischen und durchgehen, wie unsere persönlichen Erfahrungen bei der letzten Geburt waren und was wir dieses Mal anders oder besser machen können und wollen.

Wir hatten auch kurz über einen Geburtsvorbereitungskurs nach der Achtsamkeitslehre nachgedacht, weil wir das Konzept interessant finden. Aber am Ende waren wir mit dem Hypnobirthing so zufrieden, dass wir uns dieses Mal auch wieder darauf konzentrieren wollen.

Bildquelle: Getty Images/ Ridofranz

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