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Käse in der Schwangerschaft: Ein kleiner Käse-Ratgeber für werdende Mamas

Käse in der Schwangerschaft: Ein kleiner Käse-Ratgeber für werdende Mamas

Kalzium-Quelle

Käse in der Schwangerschaft: Ist das gesund oder sollten werdende Mamas lieber verzichten? Prinzipiell handelt es sich hierbei um ein sehr gesundes Lebensmittel. Dennoch sollten Schwangere einiges beachten und auf manche Sorten gänzlich verzichten.

Käse in der Schwangerschaft: Aus diesen Gründen empfehlenswert

Wenn du ein Käse-Fan bist, haben wir eine gute Nachricht für dich. Du musst nicht auf das beliebte Lebensmittel in der Schwangerschaft verzichten. Im Gegenteil: Käse enthält viele Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, die für dich und dein Baby sehr wichtig sind. Dazu zählen unter anderem:

Eiweiße Eiweiße (Proteine), die du mit der Nahrung aufnimmst, liefern deinem Körper essentielle Aminosäuren. Diese braucht er unter anderem für die Funktion der Organe sowie für den Aufbau von Muskeln und Knochen.
Kalzium Kalzium ist sehr wichtig für unsere Knochen und Zähne. Außerdem ist es an der Reizweiterleitung im Nervensystem sowie an der Blutgerinnung beteiligt.

Diese Lebensmittel zählen ebenfalls zu wichtigen Kalzium-Lieferanten:

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt Schwangeren übrigens, pro Tag 1000 Milligramm Kalzium zu sich nehmen. Es sei denn, du bist unter 19 Jahren. Dann werden der werdenden Mama 1200 Milligramm täglich empfohlen.

Hinweis: Vor allem Hartkäse-Sorten wie Emmentaler und Parmesan enthalten besonders viel Kalzium.

Kalium Die DGE empfiehlt Schwangeren, täglich 4000 Milligramm des Mineralstoffs zu sich zu nehmen. Kalium ist ein unentbehrlicher Bestandteil jeder Körperzelle. Es steuert unter anderem die Übertragung elektrischer Reize auf Nerven und Muskeln, damit diese ihre Funktion ausführen können. Bei einem Mangel kann es unter anderem zu folgenden Symptomen kommen:
  • Allgemeine Muskelschwäche
  • Unregelmäßigkeiten der Herztätigkeit
  • Müdigkeit
  • Verstopfung

Tipp: Bananen, Aprikosen und Honigmelone sind gesunde Kalium-Lieferanten.

Magnesium Während der Schwangerschaft benötigt dein Körper eine erhöhte Magnesiumzufuhr, damit die Gefäße und Muskeln richtig arbeiten und Stoffwechselvorgänge optimal ablaufen können.

Erfahre hier mehr über Magnesium in der Schwangerschaft.

Jod Jod zählt zu den Spurenelementen und ist für unseren Körper von enormer Wichtigkeit. Es zählt zu den Bestandteilen des Schilddrüsenhormons Thyroxin, das den Wachstum und die Entwicklung des Organismus fördert (übrigens insbesondere die Gehirnreifung bei Neugeborenen).
Vitamin A Vitamin A benötigen wir sowohl für unseren Sehvorgang als auch unser Skelettwachstum. Außerdem ist es für die Funktionstüchtigkeit unseres Immunsystems von großer Relevanz.
wichtige B-Vitamine Käse enthält auch B-Vitamine wie beispielsweise:
  • Vitamin B2, das der Körper für den Stoffwechsel und die Hormonproduktion braucht.
  • Vitamin B12, das unter anderem an der Bildung von Blutzellen beteiligt ist.

Hinweis: Ob Käse aus Kuhmilch, Schafs- oder Ziegenmilch hergestellt wurde, spielt für die Ernährung in der Schwangerschaft übrigens keine große Rolle. Käse aus Schafs- und Ziegenmilch gilt allerdings als leichter verdaulich.

In der Schwangerschaft auf Käse aus Rohmilch verzichten

Auch wenn Käse aufgrund seiner Inhaltsstoffe als sehr gesund gilt, solltest du in der Schwangerschaft darauf achten, zu welcher Sorte du greifst. Als werdende Mama ist es nämlich ratsam, auf Rohmilch-Produkte zu verzichten, da ansonsten die Gefahr bestünde, sich beispielsweise mit Listeriose oder Salmonellose zu infizieren.

Hinweis: Lang gereifte harte Käsesorten wie Parmesan bilden eine Ausnahme, da bei ihnen nicht mit gesundheitsschädlichen Bakterien zu rechnen ist.

Woher weiß ich, dass der Käse aus Rohmilch hergestellt wurde?

Das Risiko, sich zu infizieren, ist zwar nicht wirklich groß, aber Vorsicht ist gerade während der Schwangerschaft immer eine gute Strategie, um das Baby zu schützen. Wenn du nicht sicher bist, ob der Käse aus Rohmilch hergestellt wurde, reicht ein Blick auf das Etikett, da Rohmilch-Produkte immer mit den Worten "Aus Rohmilch hergestellt" gekennzeichnet werden müssen. Fehlt dieser Vermerk, ist pasteurisierte (stark erhitzte) Milch die Grundlage. Durch Hitze oder lange Reifezeiten werden Listerien zerstört. Deshalb kannst du in der Schwangerschaft die Ernährung durch Käse aus pasteurisierter Milch oder lang gereiftem Hartkäse ergänzen.

An der Käsetheke heißt es einfach nachfragen. Allerdings ist es hier empfehlenswert, den Käse im ganzen Stück zu kaufen, so dass er vorher nicht mit einer Maschine geschnitten wurde.

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Warum sollte ich die Käse-Rinde vor dem Verzehr entfernen?

Die Rinde solltest du bei der Ernährung in der Schwangerschaft allerdings konsequent bei jedem Käse großzügig abschneiden. Denn auch dort können sich Listerien befinden. Das Abschneiden empfiehlt sich noch aus einem anderen Grund: Oft ist die Rinde mit Konservierungsstoffen behandelt. Viele sind ohnehin kritisch, und zumindest einer hat sogar eine medizinische Wirkung: E 235, Natamycin.

Natamycin soll den Käse vor Verderb und Schimmelbefall schützen. Der Stoff hat aber gleichzeitig auch eine antibiotische Wirkung und wird in der Medizin eingesetzt. Bei einem übermäßigen Verzehr kann es zur Bildung von Resistenzen kommen. Ob ein Konservierungsstoff bei der Käse-Herstellung benutzt wurde, steht auf der Zutatenliste der Verpackung. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, schneidest du Rand oder Rinde eines solchen Käses mindestens fünf Millimeter breit ab.

Eine kleine Käse-Übersicht

Bei diesen Käsesorten ist Vorsicht geboten:

  • Schnitt- und Weichkäse aus Rohmilch: Das kann unter anderem auf Camembert, Brie und Roquefort zutreffen
  • Weichkäse mit Rotschmiere: z. B. Munster, Chaumes, Esrom, Limburger, Harzer, Romadur
  • Sauermilchkäse: z.B. Mainzer Käse, Harzer Käse, Olmützer Quargel
  • Weißschimmelkäse: Camembert, Chèvre, Brie, Cambozola, Chaumes, Pont-l'Évêque, Prince Jean, Taleggio, Vacherin Fribourgeois
  • Blauschimmelkäse: Bleu d'Auvergne, Bleu de Gex, Roquefort, Gorgonzola, Deutscher Edelpilzkäse, Bayerischer Blauschimmelkäse, Bergader, Stilton, Danablu, Romano, Roncal, Tomme
  • Käse aus offenen Gefäßen sowie eingelegter Frischkäse: Feta, Mozarella, Schafskäse, Mascarpone, Ricotta, Hüttenkäse
  • vorgefertigter Reibekäse

Zu diesen Käsesorten kannst du in der Schwangerschaft greifen:

  • Schnitt- und Weichkäse aus pasteurisierter Milch (bestenfalls ohne Rinde): Camembert, Tilsiter, Gouda, Butterkäse, Leerdammer, Edamer, Cheddar, Brie
  • Koch- und Schmelzkäse sowie Ofenkäse, Backcamembert, Käsefondue, Raclette
  • Hartkäse ohne Rinde: Parmesan, Emmentaler
  • Frischkäse, der industriell verpackt wurde sowie eingelegter Käse: Feta, Mozarella, Schafskäse, Mascarpone, Ricotta, Hüttenkäse

Käse in der Schwangerschaft: Auf den Fettgehalt achten

Käseliebhaber sollten auch immer den Fettgehalt im Auge behalten, denn der bestimmt den Kaloriengehalt. Bei Käse wird er als „Fett in der Trockenmasse“ (Fett i.Tr.) angegeben, weil alle Sorten während der Lagerung weiterreifen und damit Wasser und Gewicht verlieren. Beim Einkauf reicht es zu wissen, dass der absolute Fettgehalt nur etwa die Hälfte des ,Fett i.Tr.‘-Wertes beträgt. Andernfalls kann dir diese Umrechnungshilfe genauere Angaben liefern:

Multipliziere den ,Fett i.Tr.‘- Wert...

  • bei Hartkäse mit dem Faktor 0,7
  • bei Schnittkäse mit 0,5
  • bei Frischkäse mit 0,3.

So ergibt sich der ungefähre absolute Fettgehalt. Und der ist dann meist gar nicht mehr so bedrohlich hoch.

Runter mit den Pfunden nach der Schwangerschaft

Bildquelle: Getty Images/fotek LVBM, Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft

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