Massage in der Schwangerschaft?

Entspannen, abschalten, sich verwöhnen lassen. Gerade in der Schwangerschaft hat manche Frau dieses Bedürfnis. Eine Massage erscheint da ideal. Doch ist sie für jede Schwangere zu empfehlen?


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden
In der Schwangerschaft verändert sich der Körper und er muss einiges leisten. Je größer der Bauch, umso schwerer der Körper und desto unbeweglicher. Die Beine werden schwer, der Rücken schmerzt und der Nacken ist verspannt. Wie schön wäre da eine entspannende Massage: leise Musik, angenehmer Duft, Stille, warme Hände auf der Haut, angenehme Berührungen ... Doch darf ich das, in meinem Zustand?, wird sich manche Frau fragen. Sie darf, denn Massagen sind wohltuende Streicheleinheiten für Körper und Seele und können etliche Schwangerschaftsbeschwerden lindern. Doch nicht nur das: Sie helfen auch, neue Kraft zu tanken und die Akkus wieder aufzuladen. Es gibt allerdings auch einige Einschränkungen, damit die Massage nicht nur Mami, sondern auch dem Baby gut bekommt.

Massagen in Seitenlage sind für Schwangere eine wohltuende Entspannung


© Getty Images

Was eine Massage in der Schwangerschaft bewirken kann

Bei einer normalen Schwangerschaft ohne Komplikationen ist eine Massage kein Problem. Im Gegenteil, denn sie entspannt nicht nur den Körper, sondern ist zudem ein äußerst wirksames Mittel für mehr Ruhe und Gelassenheit.
 
So wirkt eine Massage auf Körper und Seele:
• lindert und löst Verspannungen in Schulter, Nacken, Rücken, Po
• entlastet die Gelenke
• mindert Kopfschmerzen und Müdigkeit
• beugt Schlafstörungen vor
• reduziert Anspannung und Verkrampfung
• verbessert die Durchblutung und die Hautelastizität
• regt den Kreislauf an
• unterstützt eine besser Körperhaltung
• reduziert Wassereinlagerungen, etwa in den Beinen
• verbessert die Körperwahrnehmung
• unterstützt die Geburtsvorbereitung
 
Es gibt allerdings auch Fälle oder Situationen, in denen von einer Massage während der Schwangerschaft abzuraten ist. Dazu zählen:
• ansteckende Krankheiten wie Erkältung oder Grippe
• Fieber
• Diabetes
• Autoimmunkrankeiten wie Schuppenflechte, rheumatoide Arthritis
• Krampfadern
• vorzeitige Wehen
• Erkrankungen der Plazenta
• Wachstumsstörungen
• Wassereinlagerungen, Ödeme
• Entzündungen, Verletzungen, Hautausschläge

 Das könnte Sie interessieren: Tipps zur Entspannung während der Schwangerschaft

Hier unsere Tipps, damit Sie entspannt und möglichst ohne Stress gut durch die Schwangerschaft kommen.



Nicht jede Massage ist auch für Schwangere geeignet

Kurz vor der Geburt, in den letzten zwei bis drei Schwangerschaftswochen vor dem errechneten Geburtstermin, sollte eine Bauchmassage nur noch möglichst sanft ausgeführt werden. Bei Neigung zu vorzeitigen Wehen ist es besser, in dieser Zeit besser ganz auf die Bauchmassage zu verzichten. Außerdem sollten nur ausgebildete Masseure mit fundierten Kenntnissen über Anatomie und Physiologie in der Schwangerschaft massieren. Empfehlung: Frau sollte sich die Zertifikate zeigen lassen. Und natürlich kann sie sich auch in einer Hebammenpraxis massieren lassen. Ansonsten gilt auch hier: Bei Fragen – fragen! Wer sich unsicher ist sollte den Arzt oder die Hebamme konsultieren.

Worauf bei der Massage in der Schwangerschaft zu achten ist

Da eine Massage im Körper einiges bewirkt und auslöst ist es auf jeden Fall wichtig, vor der Massage auf die Schwangerschaft hinzuweisen, auch und erstrecht im frühen Stadium, wenn man noch nicht viel sieht. Empfehlenswert ist es darüber hinaus, mit dem Masseur zu besprechen, welche Körperregionen eventuell Beschwerden verursachen.
 
Während der Bahndlung sollten die folgenden Punkte beachtet werden:
• nicht auf dem Bauch liegen, weil nicht nur unbequem, sondern gefährlich fürs Kind
• auch bei Spezialliegen mit Loch wird der Druck auf Gebärmutter und Baby zu groß
• bestimmte Druckpunkte sind in der Schwangerschaft tabu, da sie vorzeitige Wehen auslösen könnten
• auch der Bauch sollte nicht einmassiert werden, um Komplikationen zu vermeiden
• am besten funktioniert eine Schwangerschaftsmassage in der Seitenlage, unterstützt durch Lagerungskissen oder in einer entspannten Sitzhaltung

 Das könnte Sie interessieren: Babymassage

Die Berührungen während der Babymassage machen Ihr Baby glücklich. Was außerdem in Babys dabei vorgeht



Besonders wohltuend sind Öl-Massagen. Die Einölung tut Mutter und Baby gut, das Öl spendet Feuchtigkeit und verbessert die Hautelastizität. Es sollte jedoch das richtige Öl sein, da es Düfte und Gerüche gibt, die manche Frauen mit Beginn der Schwangerschaft als unangenehm empfinden. Diese Geruchsempfindlichkeit kann auch auf Aromaöle zutreffen. Vorsicht bei ätherischen Ölen wie Kampher- und Anisöl: Sie können vorzeitige Wehen auslösen.

Eine neue Art der Massage ist die perinatale Massage

Speziell für schwangere Frauen wurde eine besondere Massageform entwickelt, die perinatale Massage. Sie ist ganz auf die Bedürfnisse von Schwangeren ausgerichtet und wirkt gezielt auf die klassischen Schwangerschaftsbeschwerden. In den USA gehört sie schon zum Standard-Massage-Programm. In Deutschland wird sie bislang noch nur von Hebammen angeboten. Sogar zwischen den Wehen und während der Geburt kann eine Hebamme mit Massage des Damms oder manueller Therapie am Becken die Geburt erleichtern. Studien belegen sogar, dass Frauen, die eine Massage während der Geburt bekamen, weniger Angst und Schmerzen hatten und später seltener unter Wochenbettdepressionen litten.

 Das könnte Sie interessieren: Körperwahrnehmung bei Kindern

Pflegen, wärmen, trösten: So vermitteln Sie Ihrem Kind eine positive Körperwahrnehmung und stärken sein Selbstbewusstsein.



Der Partner als Masseur

Es muss auch nicht immer die Massagepraxis sein. Zuhause tun auch Partnermassagen gut, und die werdende Mutter genießt diese wohltuenden Streicheleinheiten für Körper und Seele. Die Partnermassage sollte mit einem schönen, leicht angewärmtem Öl und sanften Bewegungen erfolgen, möglichst ohne Druck. Als angenehm wird von Schwangeren oft auch ein Igelball empfunden, der das Gewebe anregt und die Muskeln entspannt.
 
Ob mit Partner, ausgebildetem Masseur oder Hebamme: Massagen in der Schwangerschaft können eine angenehme Entspannung und hilfreiche Linderung sein, die Mutter und Kind gut tun.