Schokolade in der Schwangerschaft: Darum dürfen Sie beruhigt naschen!

In der Schwangerschaft stellen sich Frauen immer wieder diese eine Frage: Darf ich das essen? Geht es um unsere heißgeliebte Schokolade lautet die Antwort ganz klar: Ja, sie dürfen! Und aktuellen Studien zufolge sollten Sie sogar – zumindest in Maßen.


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Wer kann zu einem Stück Schokolade schon Nein sagen? Wir auf jeden Fall nicht und damit sind wir nicht alleine. 2015 ergab eine Umfrage, dass die Deutschen zusammen mit den Schweizern das Europaranking an Schokoladenkonsum anführen: Demzufolge vernascht jede(r) Deutsche etwa zehn Kilogramm Schokolade im Jahr!* Vor allem Frauen hat es die Süßigkeit angetan. Studien zeigen immer wieder, dass Frauen stärker auf Schokolade reagieren als Männer – und zwar mit seligen Glücksgefühlen. Und weil alles, was den Appetit angeht, in der Schwangerschaft ein bisschen extremer ist als normal, entwickeln viele Frauen in dieser Zeit auch einen regelrechten Heißhunger auf Schokolade.

Schokolade in der Schwangerschaft ist erlaubt!


© iStock
Die gute Nachricht dabei: Schokolade ist in der Schwangerschaft völlig ungefährlich für das ungeborene Baby – zumindest solange sie in Maßen genossen wird! Naschen ist also erlaubt!

Schokolade in der Schwangerschaft hat medizinische Vorteile


Nicht nur, dass Schokolade in der Schwangerschaft eindeutig nicht schädlich ist, sie scheint auch noch medizinische Vorteile zu haben! Das zumindest lassen einige Studien vermuten, die in den letzten Jahren zu dem Thema durchgeführt worden sind. Eine davon in Kanada, mit 129 Schwangeren, deren (beneidenswerte) Aufgabe es war, zwölf Wochen lang täglich 30 Gramm Schokolade zu essen. Das Ergebnis verblüffte die Wissenschaftler: Es zeigte sich, dass die verzehrte Schokolade einen positiven Einfluss auf die Durchblutung der Plazenta und die fetale Entwicklung hatte. Dabei machte es keinen Unterschied, ob die Frauen helle oder dunkle Schokolade genascht hatten. Frühere Studien jedoch geben Hinweise darauf, dass insbesondere Schokolade mit einem hohen Gehalt an Flavonoiden (Pflanzenstoffe) die Plazentatätigkeit fördern und sogar das Risiko einer Präeklampsie senken kann. Und woran erkennt man Schokolade mit hohen Flavonoide-Gehalt? Ganz einfach: Je dunkler, das heißt bitterer, die Schokolade ist, desto höher ist der Anteil an den enthaltenen Pflanzenstoffen.

Andere Studien, zum Beispiel in Finnland, hatten bereits vor einigen Jahren zum Ergebnis, dass Frauen, die in der Schwangerschaft hin und wieder zur Schokolade griffen, sich weniger gestresst fühlten. Zudem stellten die Forscher einen Zusammenhang zum Temperament der Kinder her: Babys von Frauen, die während der Schwangerschaft Schokolade gegessen hatten, machten mit sechs Monaten einen glücklicheren Eindruck und lachten mehr, als Babys von Frauen, die in der Schwangerschaft auf Schokolade verzichtet hatten.

Ganz abgesehen von der glücklich-machenden Wirkung von Schokolade enthält die braune Nascherei außerdem Magnesium, Kalzium und Antioxidantien – alles Dinge, die der Körper in der Schwangerschaft in erhöhtem Maße braucht. 

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Auch in der Schwangerschaft gilt: Schoki nur in Maßen genießen!

Das klingt ja alles wunderbar für Naschkatzen wie uns, allerdings darf man diese Studienergebnisse nicht als Freifahrtschein für hemmungsloses Schlemmen sehen! Denn Schokolade enthält neben den wertvollen Pflanzen- und Nährstoffen leider auch jede Menge Zucker und Fett und kann – in hohem Maße verzehrt – zu einer Schwangerschaftsdiabetes, hohem Blutdruck und einer übermäßigen Gewichtszunahme und allen damit verbundenen Komplikationen führen. Zudem enthält Schokolade Koffein (ca. 50 mg pro 50 g dunkle Schokoalde), wovon Sie entsprechend der Empfehlung der WHO in der Schwangerschaft nicht mehr als 300 mg pro Tag zu sich nehmen sollten.

Das heißt: Hin und wieder ein Stückchen (dunkle) Schokolade kann Ihnen und Ihrem Baby durchaus gut tun. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie sich ansonsten gesund und abwechslungsreich ernähren und es mit der Schokolade nicht übertreiben.

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* Quelle: Pro-Kopf-Konsum von Schokoladenwaren in Europa nach Ländern im Jahr 2015 (in Kilogramm)




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