Selbstbefriedigung in der Schwangerschaft: Eine gute Idee?

Lust in der Schwangerschaft ist oft ein Tabu. Doch was tun, wenn es dir trotzdem in den Fingern kribbelt – was geht und was solltest du lieber lassen?


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Sex und Selbstbefriedigung in der Schwangerschaft sind Themen, über die selten offen gesprochen wird – zum Glück ändert sich das langsam. In der Schwangerschaft wird der Körper mit Hormonen geflutet. Sie lassen das Kind wachsen, bereiten die Frau auf Geburt und Mutterschaft vor – und Hormone machen mehr Lust auf Sex. (Manche Frauen haben jetzt gar keine Lust auf Sex – auch das ist in völlig normal und kein Grund zur Besorgnis.) Von dieser ungestümen Lust sind manche Frauen überrascht und bisweilen überfordert. Sie fragen sich, wie sie mit dem Begehren umgehen sollen. Sind Sex und Selbstbefriedigung okay oder könntest du deinem Kind damit schaden?

Selbstbefriedigung in der Schwangerschaft

Selbstbefriedigung in der Schwangerschaft entspannt


© Getty Images

Hab keine Berührungsängste

Die gute Nachricht: In einer gesunden Schwangerschaft spricht erst einmal nichts gegen Sex, im Gegenteil. Du kannst unbesorgt Sex genießen, denn es entspannt und hilft, den Körper auf die Geburt vorzubereiten. Und alles was dir guttut, tut auch dem Baby gut. Das gilt für Sex mit dem Partner ebenso wie für Selbstbefriedigung.

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Der Körper ist jetzt besonders empfänglich für Streicheleinheiten, denn wegen des ungeborenen Babys fließt mehr Blut als gewöhnlich durch deine Adern. Dadurch sind auch Vagina und Klitoris besser durchblutet – das verspricht intensivere Orgasmen. Das Baby bekommt davon übrigens nichts mit, falls du ein komisches Gefühl dabei hast. Höchstens erfreut es sich an den Endorphinen, die die glückliche Mutter mit ihm teilt. Darum solltest ruhig Hand anlegen, wenn dir danach ist.

Wann ist Selbstbefriedigung doch riskant?

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn du durch eine Risikoschwangerschaft mit Gefahr einer Frühgeburt gehst. Dann könnte ein Orgasmus vorzeitige Wehen auslösen, was es zu vermeiden gilt. Eine Neigung zu frühzeitigen Wehen sowie Blutungen sind ebenfalls Gründe, die gegen Selbstbefriedigung in der Schwangerschaft sprechen können.

Falls Geschlechtsverkehr und Orgasmus in deinem Fall schaden könnten, sollte deine Ärztin oder dein Arzt dir das sagen. Scheue dich nicht, danach zu fragen, wenn das Thema nicht zur Sprache kommt! Hake auch ruhig nach, ob nur Geschlechtsverkehr tabu ist oder ob du auch von Masturbation die Finger lassen solltest. Wir sind sexuelle Wesen, auch in der Schwangerschaft, und es ist absolut nichts Verwerfliches daran, auch in dieser Zeit an Sex zu denken.

Die Vorzüge von Selbstbefriedigung in der Schwangerschaft

•   Wenn dir Sex mit dem Partner nicht reicht: Vielleicht hast du, Hormonen sei dank, so viel Sehnsucht nach Streicheleinheiten, dass dein Partner nicht mithalten kann? Selbst ist die Frau – dann hast du eben zwischendurch auch mal allein Spaß.

•   Wenn dein Partner keinen Sex möchte: Oder du hast einen Mann, dem Sex mit deinem Babybauch irgendwie unheimlich ist – manche Männer haben Angst, dem Baby zu schaden, andere können den Gedanken nicht abschalten, dass ihr beim Sex zu dritt statt nur zu zweit seid. Und einige finden schwangere Frauen leider nicht sexy, das heißt aber nicht, dass du auf lustvolle Gefühle verzichten musst.

•   Wenn dein Babybauch im Weg ist: Gerade in der späten Schwangerschaft kann der Babybauch so groß sein, dass ihr Probleme habt, eine bequeme Stellung zu finden. In diesen Fällen kann Masturbation, ob allein oder zu zweit, eine wunderbare Alternative oder Ergänzung sein.

•   Wenn dich Schwangerschaftsbeschwerden plagen: Manchmal lassen sich Probleme wie Übelkeit, Rückenschmerzen, Ischiasbeschwerden oder geschwollene Füße durch Selbstbefriedigung lindern – probier‘s aus.

Falls du während der Selbstbefriedigung Kontraktionen und Krämpfe spürst oder hinterher einen harten Bauch bekommst, sollte das bald vorübergehen. Natürlich solltest du auf die Signale deines Körpers hören und nicht weitermachen, wenn du dich unwohl fühlst oder das Gefühl hast, dass es dir nicht guttut.

Sexspielzeug in der Schwangerschaft

Falls du dich mit einem Vibrator oder Dildo vergnügen möchtest, solltest du dann etwas zurückhaltender sein, wenn deine Ärztin oder dein Arzt dich gewarnt hat, dass deine Plazenta tiefer liegt oder dein Gebärmutterhals schwach ist. In letzterem Fall kann sich der Muttermund auch ohne Wehen öffnen – befriedige dich sicherheitshalber lieber nur oberflächlich mit der Hand.

Liegen solche Einschränkungen nicht vor, kannst du so Spaß haben, wie es dir gefällt. Hygiene ist dabei immer wichtig, aber ganz besonders während der Schwangerschaft. Reinige deine Sex Toys nach dem Sex immer gründlich mit geeigneten Reinigungsmitteln und auch zwischendurch, falls du zwischen vaginaler und analer Penetration wechseln solltest.

Deinen Liebeskugeln solltest du während der Schwangerschaft übrigens eine Pause gönnen. Wenn du deine Beckenboden in der Schwangerschaft stärken möchtest, gibt es jetzt bessere Übungen. Die Liebeskugeln könnten den Muttermund reizen oder vorzeitig Wehen auslösen.

Selbstbefriedigung stellt einen lustvollen und intimen Weg dar, den eigenen Körper zu erkunden, der sich gerade so stark verändert. Je mehr du dich mit diesen Wandlungen vertraut machst, desto wohler fühlst du dich in deiner Haut. So kannst du die Schwangerschaft entspannt genießen.



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