Geburten in Deutschland: Die Statisik 2009

Wie viele Kinder werden in Deutschland außerhalb einer Ehe geboren und wie alt sind Frauen, wenn sie ihr erstes Kind zur Welt bringen? Zahlen zum Thema Geburten in Deutschland.


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Geburten in Deutschland

Individualisierungsprozesse führen zu Lebensformen ohne Kinder. Foto: Thinkstock


2009 sind in Deutschland 665.126 Kinder zur Welt gekommen. Die meisten von ihnen im Juli. Im Vergleich dazu wurden 1964 1.357.304 Kinder geboren. Der sogenannte ‘Baby-Boom‘ erreichte seinen Höhepunkt. Von da an ging es bergab. Die 1961 eingeführte Antibabypille verbreitete und die Einstellung zur Familie veränderte sich.

Geburten pro Frau*


Während 1964 Frauen in Deutschland noch 2,5 Kinder zur Welt brachten, bekamen Frauen 2009 nur noch 1,4 Kinder im Schnitt.
Die in den 60er Jahren geborenen Kinder sind die geburtenstarken Jahrgänge der Mittvierziger heute. In den alten und neuen Bundesländern sank die Geburtenziffer in den folgenden Jahren ab und hielt sich auf dem Niveau. In der ehemaligen DDR schafften staatliche Fördermaßnahmen für Familien mit Kindern dann 1980 wieder einen Anstieg der Geburtenziffer. Die wirtschaftlichen und sozialen Umbrüche der Wiedervereinigung sorgten allerdings in den 90er Jahren wieder für einen starken Abfall auf 0,8. 2009 lag die Geburtenziffer der alten Bundesländer bei 1,35 und in den neuen Bundesländern bei 1,40.
Altersspezifische Geburtenhäufigkeit
Mit Abnahme der durchschnittlichen Kinderzahl verschob sich die höchste Geburtenhäufigkeit, die Anfang der 70er Jahre bei den 20 – 24-Jährigen lag, 2009 auf die Gruppe der 30 – 34-Jährigen. In den alten Bundesländern nahm die Geburtenhäufigkeit bei den 20 – 24-Jährigen schon Mitte der 70er stark ab, hielt sich lange bei den 25 – 29-Jährigen und landete schließlich bei den 30 – 34-Jährigen. In den neuen Bundesländern zeichnete sich dieser Trend erst im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung ab. Im Schnitt bekamen 2009 Frauen in den alten Bundesländern mit 29 Jahren ihr erstes Kind und in den neuen Bundesländern mit 27.
Geburten in und außerhalb einer Ehe
2009 kamen 665.126 Kinder zur Welt. 217.758 davon sind Kinder nicht miteinander verheirateter Eltern.
1964 waren 80.631 nicht-eheliche Kinder zur Welt gekommen. Die Zahlen begründen sich, weil 1998 die Rechtstellung ehelicher und nicht-ehelicher Kinder weitestgehend angeglichen wurde. Darüber hinaus zeigen die Verschiebungen, dass sich die Lebensformen in der Bevölkerung verändert haben. Im Osten Deutschlands nahm der Anteil nicht-ehelicher Kinder schon Ende der 60er Jahre zu, wofür wahrscheinlich staatliche Unterstützungen für Alleinerziehende verantwortlich sind. Mittlerweile werden in den neuen Bundesländern mehr uneheliche Kinder geboren als eheliche. In den alten Bundesländern stammen ungefähr ein Drittel der Neugeborenen aus nicht ehelichen Verhältnissen.
Fazit
Der Trend der letzten fünfzig Jahre zeigt, dass immer weniger Kinder geboren werden, dass immer mehr uneheliche Kinder zur Welt kommen und, dass Mütter später gebären. Die Ursachen:

● Antibabypille
● Fortschreitende Individualisierung unserer Gesellschaft
● Gleichstellung ehelicher und unehelicher Kinder im Jahr 1998
● Wunsch nach veränderten Lebensformen

* Statistisch betrachtet sind Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren gebärfähig. Frauen, die früher oder später Kinder bekommen, fallen demnach nicht in diese Statistiken, die geborenen Kinder sind aber in der Gesamtzahl der Geburten enthalten. Quelle: Statistisches Bundesamt.