Wenn ein Wehenbelastungstest ansteht

Schwangerschaft

Wenn ein Wehenbelastungstest ansteht

Wenn das Baby auch zehn Tage nach dem errechneten Geburtstermin immer noch nicht zur Welt kommen will, macht der Arzt einen Wehenbelastungsstest. Er stellt sicher, dass es dem Baby noch gut geht. Was Sie dabei genau erwartet, lesen Sie hier.

Mit einem Wehenbelastungstest kann überprüft werden, ob der Mutterkuchen noch gut genug arbeitet, um das Kind auch bei einer alltäglichen Belastung wie zum Beispiel Treppensteigen oder unter Wehen ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Das ist bei einer Terminüberschreitung von mehr als zehn Tagen notwendig oder wenn bei einer CTG-Kontrolle die kindliche Herzfrequenz von der Norm abweicht.
Wehenbelastungstests werden meistens im Krankenhaus durchgeführt. Sehr wahrscheinlich wird man Sie bitten, dazu morgens nüchtern zu bleiben. Zuerst werden Sie eine halbe Stunde lang mit einem Wehenschreiber, auch Kardiotokograph (CTG) genannt, verkabelt. Dabei werden die Herztöne des Babys gemessen und kontrolliert, ob sie bereits Wehen haben.
Bei einem normalen CTG wird Ihnen dann über eine Kanüle im Arm eine Infusion angelegt, die eine bestimmte Konzentration des Wehenhormons Oxytocin enthält. Der Wehenbelastungstest heißt deshalb auch Oxytocinbelastungstest (OBT). Bei kontinuierlicher Aufzeichnung der kindlichen Herztöne wird die Dosierung im halbstündigen Rhythmus erhöht, bis Wehen auftreten oder, sollte dies nicht der Fall sein, die festgelegte Höchstdosierung erreicht ist. Nach 30 Minuten regelmäßiger Wehentätigkeit wird der Test, wenn alles in Ordnung ist, beendet, Sie dürfen dann wieder herumlaufen und auch endlich etwas essen.
In vielen Fällen reicht die Gabe des Oxytocins beim Wehenbelastungstest aus, um die eigene Wehentätigkeit anzuregen: Die Geburt nimmt dann ihren Lauf. Passiert dagegen nichts, kann nach zwei Tagen ein erneuter OBT durchgeführt werden. Oft sind die Kinder dann aber doch schneller und kommen dem zweiten Test zuvor.
Nach den Mutterschaftsrichtlinien sind in einer normal verlaufenden Schwangerschaft 3 sonographische (Ultraschall-)Untersuchungen vorgesehen. Diese können nur vom Arzt durchgeführt werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Vorsorgekosten (sowohl in Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz), gleich, ob Sie sich für Hebamme, Arzt oder eine abwechselnde Betreuung entscheiden.


© Birgit Laue: 1000 Fragen an die Hebamme, 560 S., 19,90 € (UVP), ISBN 9783833812095
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