Wochenfluss: Keine Angst vor der Blutung nach der Geburt

Wundheilung nach der Geburt

Wochenfluss: Keine Angst vor der Blutung nach der Geburt

Die Blutung nach der Entbindung ist völlig normal - auch wenn sie stark ist. Der Wochenfluss ist ein Zeichen für eine gute Wundheilung nach der Geburt. Eines ist jetzt allerdings wichtig: die richtige Hygiene.

Dein Baby im Arm lässt dich die Unannehmlichkeiten rund um die Geburt schnell vergessen.

Wochenfluss - was ist das?

Wenn das Baby auf der Welt ist und sich mit der Nachgeburt der Mutterkuchen (Plazenta) von der Gebärmutterwand löst, entsteht dort eine große Wunde. Sie hat einen Durchmesser von ungefähr zwölf Zentimetern. In den Wochen nach der Geburt muss diese Fläche langsam wieder heilen. Blut, Wundsekret und Gewebereste wie Schleimhaut und Eihaut werden dann vaginal ausgeschieden. Dies wird Wochenfluss oder auch Lochien - von altgriechisch lóchos = Geburt - genannt. In Gang gesetzt und begünstigt wird der Wochenfluss durchs Stillen, denn das sorgt für die Ausschüttung des Hormons Oxytocin, das die Nachwehen, die Heilung und Rückbildung und somit auch den Wochenfluss fördert.

Ein starker Wochenfluss gehört dazu

In den ersten zwei bis drei Tagen nach der Geburt geht meist eine große Menge Blut ab. Doch es besteht kein Grund zur Sorge: Die Blutung ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber völlig normal. Ab dem vierten Tag ist sie meist nicht stärker als die normale Monatsblutung. Anfangs ist der Ausfluss dünnflüssig und tiefrot. An den ersten Tagen werden hauptsächlich Blut und Eihautreste ausgeschieden, auch Lanugohaare und Kindspech werden jetzt ausgespült. Erschrick nicht, wenn der Ausfluss anfangs vielleicht auch "klumpig" ist. Durch das viele Liegen nach der Geburt staut sich das Blut, gerinnt – und wird dann als Klumpen ausgeschieden. Auch das ist ganz normal – und sollte dich nicht davon abhalten, dich jetzt so viel wie möglich auszuruhen.

Nach ein paar Tagen verändert sich der Wochenfluss: Er lässt nicht nur mengenmäßig stark nach, sondern bekommt jetzt eine eher bräunliche Farbe. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass das Blut gerinnt und die Wunde gut verheilt. Nach ungefähr drei Wochen wechselt die Farbe ins gelbliche, bevor der Wochenfluss dann milchig-weiß wird – und nach ungefähr vier bis sechs Wochen ganz versiegt.

Die richtige Hygiene für den Wochenfluss

Direkt nach der Geburt sollte sich die frischgebackene Mama schonen und viel liegen. Das hilft auch dem Kreislauf, sich langsam wieder zu stabilisieren. Für die gute Heilung der großen Gebärmutterwunde ist jetzt die richtige Hygiene im Intimbereich das A und O. Denn schädliche Keime sollten nicht dorthin gelangen, sie können zu schweren Infektionen führen. Deshalb sollten du und dein Partner auch mit Geschlechtsverkehr warten, bis der Wochenfluss vorbei ist oder zumindest ein Kondom verwenden. Reinigen kannst du deinen Genitalbereich mit klarem, warmem Wasser oder einer milden Lösung aus Kochsalz oder Kamille.

Tampons sind in der Zeit des Wochenflusses keine gute Idee, denn sie erhöhen die Gefahr einer Infektion. Optimal sind spezielle Binden, die du nach der Geburt im Krankenhaus bekommst. Sie sind aus Baumwolle und wirken auf den ersten Blick beängstigend dick. Keine Sorge: Diese dicken Binden benötigst du nur in den ersten Tagen nach der Geburt. Danach verwendest du ganz normale Damenbinden und später sogar nur Slipeinlagen.

Welches Hygienematerial ist geeignet?

Am besten kaufst du eine Packung der undurchlässigen "Flockenwindeln" schon in den letzten Wochen vor der Geburt – als Vorrat für die erste Zeit zuhause. Die Vorlagen gibts in jedem Drogeriemarkt.
So sorgst du für die richtige Hygiene:

  • Wechsle die Vorlagen anfangs häufig, ungefähr alle drei Stunden.
  • Vor und nach dem Wechseln der Binden unbedingt immer die Hände waschen.
  • Verwende in der Zeit des Wochenflusses keine Duschgels und andere Hygieneprodukte im Intimbereich.
  • Sanfte Scheidenspülungen mit lauwarmem Wasser sind hilfreich.
  • Um eine Infektion zu vermeiden, solltest du in den ersten Wochen nach der Geburt keine langen Vollbäder nehmen und keinesfalls schwimmen gehen.
  • Verzichte auf Geschlechtsverkehr oder benutze ein Kondom, bis der Wochenfluss vorbei ist.

Wochenfluss nach Kaiserschnitt

Auch nach einem Kaiserschnitt gibt es Wochenfluss, jedoch ist er meist deutlich geringer und von der Dauer her wesentlich kürzer als nach einer regulären Spontangeburt. Das liegt daran, dass Plazenta und Gewebereste beim Kaiserschnitt mit entfernt werden. Schon etwa 14 Tage nach der Entbindung kann der Wochenfluss nach einem Kaiserschnitt versiegen. Das sollte jedoch immer noch mal durch einen Arzt oder die Hebamme kontrolliert und bestätigt werden, um einem Wochenflussstau vorzubeugen.

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Wochenfluss: Wann zum Arzt?

Die allermeisten Keime, die der Wochenfluss enthält, sind nicht krankheitserregend. Infektiös und dann auch gefährlich wird der Wochenfluss erst, wenn er eitrig ist und krankheitserregende Keime wie zum Beispiel Staphylokokken oder ß-Streptokokken enthält. Riecht der Monatsfluss plötzlich fischig oder eitrig, kann das ein Hinweis auf eine Infektion wie zum Beispiel das Kindbettfieber oder Wochenbettfieber sein. Dann – und wenn hohes Fieber und/oder Unterleibschmerzen auftreten, muss zwingend ein Arzt konsultiert werden.
Auch wenn der Wochenfluss abrupt und vorzeitig aufhört, ist Vorsicht geboten. Hier kann es sich um einen Wochenflussstau handeln. Als Hausmittel helfen sanfte Massagen und ein Sitzbad mit Meer- oder Kochsalz. Sollte der Wochenfluss dann nicht von selbst wieder in Gang kommen und wenn du zusätzlich Fieber oder Schmerzen hast, solltest du auf jeden Fall aktiv werden und deine Hebamme oder den Frauenarzt um Rat fragen.

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