Zuckertest in der Schwangerschaft

Schwangerschaftsdiabetes gehört zu den häufigsten Begleiterkrankungen vor einer Geburt, deshalb ist der Zuckertest so wichtig. Wann steht der Test aber an? Und was verraten einem die Werte?


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Immer mehr schwangere Frauen können den durch die Nahrung aufgenommenen Zucker bei der Verdauung nicht richtig umsetzen, ihre Körperzellen reagieren weniger auf das Hormon Insulin, das den Blutzucker senkt. Die Folge: Gestationsdiabetes, allgemein als Schwangerschaftsdiabetes bekannt, von der laut einer Studie, die 2017 im deutschen Ärzteblatt veröffentlicht wurde, über 5 Prozent aller Schwangeren betroffen sind. Damit diese schnellstmöglich behandelt werden können, gehört seit 2012 der Zuckertest standardmäßig zu den Voruntersuchungen dazu. Die Ergebnisse werden sogar im Mutterpass eingetragen.

Der Zuckertest für Schwangere gehört mittlerweile zur Voruntersuchung.


© Getty Images

Ablauf und Zeitpunkt des Zuckertest?

Normalerweise findet die Untersuchung zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche statt - bei Risikopatientinnen mit erhöhtem Übergewicht bei einem BMI über 30, hohem Blutdruck und Diabetes in der Familie kann er schon früher passieren. Der Test startet ganz einfach: man trinkt einen Zuckersirup, das kann auf nüchternen Magen passieren, muss aber nicht sein. Eine Stunde später wird Blut abgenommen und der Blutzuckergehalt gemessen. Liegen die Werte bei unter 135mg/dl, liegt keine Gefährdung vor. Liegt er darüber, muss ein sogenannter Glukosetoleranztest gemacht werden.

Der Glukosetoleranztest

Dafür muss die Schwangere nüchtern zum Test kommen, was bedeutet, dass sie acht Stunden vorher nichts essen darf. Damit die Ergebnisse aussagekräftig sind, sollte sie auch drei Tage vorher nicht ihre normalen Ess- und Trinkgewohnheiten geändert haben. Auf körperliche Überanstrengung vor dem Test sowie Medikamente, die den Insulinhaushalt verändern können, sollte man ebenso verzichten.

Für den Test sollte man ein bisschen mehr als zwei Stunden einkalkulieren. Zunächst wird Blut abgenommen, um den nüchternen Blutzuckerspiegel zu bestimmen. Danach trinkt man 300 Milliliter Zuckersirup. Nach einer Stunde wird wieder das Blut abgenommen, um die Werte zu bestimmen und nach einer weiteren Stunde passiert es noch einmal.

 
Diese Werte sollten nicht überschritten werden:
    •    nüchtern (vor dem Trinken der Glukoselösung): < 92 mg/dl
    •    eine Stunde nach Trinken der Lösung: < 180 mg/dl
    •    zwei Stunden nach Trinken der Lösung: < 153 mg/dl

Allgemein gilt, dass es sich bei einem Wert beim Nüchternblutzuckerspiegel zwischen 92-125mg/dl um Schwangerschaftsdiabetes handelt. Liegt er sogar noch höher, könnte dies bedeuten, dass die Schwangere an Diabetes-Typ-2 erkrankt ist. Dann steht ein erneuter Test an.

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Schwangerschaftsdiabetes ist nicht zu unterschätzen, sie kann dazu führen, dass das Baby überproportional wächst und die Entbindung nur mit Kaiser-oder Dammschnitt oder Saugglocke vollzogen werden kann. Das Risiko einer Frühgeburt erhöht sich. Für die Mutter selbst kann es bedeuten, dass sie bei Nichtbehandlung Diabetes-Typ-2 entwickeln könnte.

Schuldgefühle bringen nichts

Bei all dem Schock, den die Schwangerschaftsdiabetes-Diagnose bringen kann, sollte man sich nicht in Schuldgefühlen ergehen, sondern sich auf das Positive konzentrieren. Gestationsdiabetes lässt sich nämlich gut im Zaum halten. Man bekommt ein Messgerät, mit dem man selbst den Blutzuckergehalt bestimmen kann und lernt so langsam, welche Gerichte die Wert hochschnellen lässt und welche nicht. Allgemein sollte man auf Zucker verzichten, ebenso auf Weißmehlprodukte. Vollkornprodukte sind angesagt. Quark mit Obst ist zum Beispiel eine gute Alternative für das Wurstbrötchen am Morgen. Mehr Bewegung schadet auch nicht.

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Bringt der Zuckertest die unliebsame Diagnose, bedeutet das nicht das Ende der Welt. Mit Disziplin kann man auch diese Klippe umschiffen und nach der Geburt stellt sich der Blutzuckerspiegel bei 90 Prozent der Frauen auch auf den Normalwert wieder ein.



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