Babytragen im Test: Stiftung Warentest empfiehlt Tragetücher

Gut gebunden!

Babytragen im Test: Stiftung Warentest empfiehlt Tragetücher

In Babytragen und Tragetüchern sind Babys am Geschehen immer hautnah dabei, fühlen sich geborgen, kommen eher zur Ruhe. Aber nicht alle Produkte erfüllen die ergonomischen Voraussetzungen und sind gesundheitlich unbedenklich.

Babytragen Test: So hat die Stiftung Warentest getestet

Im Babytragen und Tragetücher Test 2019 wurden elf Babytragen zum Schnallen und vier Tragetücher zum Binden auf Handhabung, Ergonomie und Schadstoffe geprüft. Denn Babytragen müssen noch mehr können, als sich leicht anlegen zu lassen: Babys kommen hautnah, teils über viele Stunden, mit dem Material in Kontakt. Und weil sie so lange in der Babytrage stecken, ist die richtige Anhock-Spreizhaltung der Beine, die die Wirbelsäule unterstützt und ein ausreichender Halt im Nacken essenziell. Während alle Tragetücher bei richtiger Bindung die Kriterien einhalten, fallen einige Babytragen zum Schnallen leider durch.

Babytragen Testsieger: Tragetücher sind besonders empfehlenswert

Tragetücher waren die klaren Testsieger im Babytragen Test: Drei von vier schnitten besser ab als die elf Babytragen zum Schnallen! Klarer Gewinner war das Amazonas Carry Sling mit Note 1,7, gefolgt von Didymos Prima und Manduca Sling. Das Amazonas Carry Sling (Babywalz) aus 100 % Baumwolle ist nicht dehnbar, aber auch für Anfänger leicht zu binden, während das Didymos Prima besonders dick und strapazierfähig ist. Das dehnbare Manduca Sling ist weich und nachgiebig und somit auch besonders für Tragetuch-Neulinge empfehlenswert.

Bei den Babytragen lag Nabaca Regular von Hoppediz (Babymarkt) mit Note 1,9 vorn. Die Halbschnallentrage vereint Elemente von Babytrage und Tragetuch: Die Träger werden über Schnallen gesichert, der Bauchgurt gebunden. Die Vollschnallentrage Manduca XT (Babywalz) mit Note 2,0 war bei den klassischen Babytragen besonders empfehlenswert. Wir haben uns die besten jeder Kategorie angesehen:

Babytragen Test: Die Testsieger im Detail

Babytragen Testsieger: Bestes Tragetuch Amazonas Carry Sling

Amazonas Tragetuch Test

 

Allen voran schnitt das Amazonas Carry Sling im Tragehilfen Test mit Note 1,7 ab: Es überzeugt in Ergonomie, Schadstofffreiheit und auch unter den Tragetüchern besonders in der Handhabung, denn das Binden kann anfänglich ganz schön tricky sein. Verarbeitet aus 100 % Bio-Baumwolle ist das Amazonas nicht dehnbar, aber dünn genug, um sich auch von Anfängern leicht binden und nachziehen zu lassen.

Das Amazonas Carry Sling ist bei Babywalz derzeit für 49,99 € zu haben.

Beste Babytrage mit Halbschnallen: Hoppediz Nabaca Regular

Hoppediz Babytrage Test

Der Unterschied zu Volltragen ist, dass sich Halbtragen teils leichter und schneller an verschiedene Träger anpassen lassen. Bei der Nabaca muss nur eine Schnalle verstellt werden, der Rest wird ruck zuck gebunden. Verwendbar ist die Trage ab Geburt, ab Kleidergröße 86 kann ein separater Tragepanel zur Erweiterung nachgekauft werden. Die Nabaca überzeugte die Stiftung Warentest sowohl in den Bereichen Ergonomie als auch Schadstofffreiheit.

Die Hoppediz Nabaca ist z. B. bei Babymarkt für 149,99 € erhältlich.

Beste Babytrage mit Vollschnallen: Manduca XT

Manduca Test

Auch die Manduca XT fördert die ideale Anhock-Spreizhaltung von Geburt an. Die Babytrage hat Gurte und Schnallen an Schultern, Rücken, Hüfte und Vorderseite, sodass die korrekte Einstellung sehr leicht geht. Mit der Manduca könnt ihr euer Baby vor dem Bauch, ab drei Monaten auch auf der Hüfte oder dem Rücken tragen. Verwendbar ist die Manduca XT ab Geburt bzw. von 3,5 kg bis 20 kg. Im Test überzeugt die Trage neben der Ergonomie auch durch ihre sehr gute Schadstofffreiheit, die fast keine der anderen Vollschnallen-Tragen aufweisen konnte.

Die Manduca XT ist bei Babywalz derzeit ab 114,99 € zu haben. 

Babytragen Test: Die Verlierer

Echte No-Gos für die Tester waren Schadstoffe im Material und fehlende Sicherheit: So fielen zwei Produkte von Fillikid und Stokke durch, weil große Mengen an krebserregendem Formaldehyd bzw. allergieauslösendem Flammschutzmittel gefunden wurden. Zwei weitere Produkte der Marken Fidella und Limas versagten im Test, weil Babys nicht genügend gesichert waren und ggf. herausfallen könnten. Hier legten die Hersteller bereits nach und fügten zusätzliche Brustgurte bei.

familie.de-Kaufberatung: Die wichtigsten Kaufkriterien

Art der Trage: Tragetuch ist am flexibelsten

Ihr könnt euch bei der Auswahl der besten Tragehilfe nicht entscheiden? Babytragen sind toll, wenn es schnell gehen muss, aber Schnallen und Gurte müssen vor dem ersten Gebrauch und beim Abwechseln mit Papa, Oma und Co. auch aufwendig eingestellt werden. Dazu nehmen die dick gepolsterten Träger viel Platz unter Jacken weg.

Halbtragen sind eine gute Mischung: Es muss nur wenig eingestellt, dafür mehr gebunden werden. Beide Varianten sind gerade dank Polsterung bei schweren Kindern für Rücken und Schultern sehr angenehm. Allerdings stehen Tragetücher der viel beworbenen Rückenfreundlichkeit von Babytragen in nichts nach. Im Gegenteil: Gut gebundene Tücher entlasten auch unsere Wirbelsäule und Muskulatur optimal.

Tragetücher sind die Klassiker der Tragehilfen und haben – neben den tollen Testergebnissen – einige Vorzüge: Sie sind pflegeleicht und anschmiegsam, nichts zwickt oder drückt. Auch für unterwegs sind sie schnell in Tasche oder Kinderwagen verstaut. Und das Schöne: Die bevorzugte Art zu Binden lässt sich ganz individuell entscheiden. Ob Kreuztrage, Wickelkreuztrage, seitlicher Hüftsitz oder Känguru: Wir haben alle Anleitungen für euch parat.

Wichtig zu wissen: Am Anfang ist etwas Übung gefragt, damit euer Kleines gut und sicher sitzt. Bei Fragen könnt ihr euch auch an eure Hebamme oder eine Trageberatung wenden.

Kindgerechte Haltung: Optimale Stützung der Wirbelsäule

Essenziell ist, dass die Tragehilfe eurer Wahl die natürliche Anhock-Spreizhaltung des Babys unterstützt: Die Beinchen dürfen nicht gerade herunterbaumeln, sondern müssen M-förmig angehockt sein. In der Regel wird die Eignung auf der Packung vermerkt. Auch, wenn es in einigen Babytragen möglich ist: Das nach vorne gerichtete Tragen verhindert die kindgerechte Haltung und wird deswegen generell nicht empfohlen. Das Tragen auf den Rücken und auf der Hüfte kann, wenn es eure Tragehilfe ausdrücklich unterstützt, aber eine tolle Abwechslung sein.

Besonders wichtig ist auch die kindgerechte Stabilisierung des Nackens, denn gerade in den ersten Monaten können Babys ihren Kopf noch nicht selbstständig halten. Bei einigen Produkten kann ein Nackensteg für Neugeborene nachgekauft werden.

Schadstofffreiheit

Babys und Kleinkinder haben zur Tragehilfe viel Hautkontakt, sie schwitzen, atmen nahe am Material und lutschen auch gerne am Stoff. Eine Schadstofffreiheit ist deshalb besonders wichtig – gerade, wenn die Kleinen täglich viele Stunden in der Trage verbringen. Ein Öko-Tex-Standard-100-Siegel und die Verwendung von Bio-Baumwolle sind ein gutes Zeichen. Aus denselbem Grund auch besonders wichtig: Die Waschbarkeit in der Maschine.

*gesponserter Link

Quelle: Stiftung Warentest

Windel-Wissen-Quiz: Was weißt du über Pampers und Co.?
Jennifer Kober
Das sagtJennifer Kober:

Mein Fazit

Babytragen sind super: So ist das Kleine immer dabei und ganz nah bei uns. Unser Sohn war ein richtiges Tragebaby und im ersten Jahr fast nur auf dem Arm oder in der Trage glücklich. Wir haben uns die Manduca Sling für mich und die Manduca XT für Daddy zugelegt und hatten beide intensiv im Gebrauch. Ich fand an der Sling (neben dem Bio-Zertifikat) super, dass sie elastisch war: Das Binden ging so gerade am Anfang kinderleicht. Später muss man dann immer mal nachziehen, aber halb so wild. Ich selbst bevorzuge das Tragetuch, weil ich mein Baby so besonders passgenau am Körper tragen kann und uns beide nichts drückt. An der Babytrage ist toll, dass sie besonders schnell angelegt ist. Für uns war die Kombination also genau richtig, ich selbst habe die Trage aber kaum verwendet.

Bildquelle: Getty Images/Newman Studio, Stiftung Warentest

Lies auch