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Fotobuch Test 2020: Acht Anbieter sind "mangelhaft"

Stiftung Warentest

Fotobuch Test 2020: Acht Anbieter sind "mangelhaft"

Der letzte Familienurlaub, die Entwicklung eures Babys oder das Erinnerungsalbum für die Schulzeit: Mit Fotobüchern konserviert ihr ganz besondere Momente. Im Fotobuch Test prüfte Stiftung Warentest verschiedene Anbieter – mit erschreckenden Ergebnissen.

Was man als Familie nicht so alles erlebt ... Manchmal vergeht die Zeit so schnell und es passiert so viel, dass man vieles auch wieder vergisst. Wäre es da nicht schön, wenn man Erinnerungen einfrieren könnte? Schon viele Generationen vor uns bewahrten Fotos, die damals noch entwickelt wurden, in Fotoalben auf und viele davon stehen auch heute noch bei den Großeltern im Regal. Doch seit der Digitalisierung der Fotos werden zwar unendlich viele Bilder geknipst, aber kaum einer schaut sie sich noch ein zweites oder drittes Mal an. Schade eigentlich!

Eine tolle Möglichkeit, die Fotos noch einmal aufzubereiten und zu sammeln, sind Fotobücher, die ihr ganz bequem online zusammenstellen könnt. Die Ergebnisse sind wunderschön – nur leider bergen die entsprechenden Fotoservices gigantische Sicherheitslücken, wie Stiftung Warentest nun herausfand.

So lief der Fotobuch Test der Stiftung Warentest ab

Stiftung Warentest testete insgesamt zwölf Anbieter, die online Fotobücher verkaufen und per Post zusenden. Die Auswahl erfolgte nach Google-Ranking sowie unter Berücksichtigung verschiedener Marktsegmente, u. a. Druckereien, Drogerien, Supermärkte oder Online-Spezialisten. Stiftung Warentest bestellte jeweils acht hochformatige Hartcover-Fotobücher in DIN-A4-ähnlicher Größe in Standard- und Premiumqualität. Im Test wurde bei den Fotobüchern die Qualität (20 %), die Abwicklung (35 %), die Vielseitigkeit des Angebots (10 %) sowie der Datenschutz (15 %) überprüft.

Fotobuch Test: Die Testergebnisse im Überblick

Das erschreckende Ergebnis: Auch wenn die Qualität fast aller Fotobücher gut war, fielen acht der zwölf getesteten Fotobücher mit einem "mangelhaft" im Test durch. Das lag vor allem an gravierenden Sicherheitslücken: Die Anbieter schickten versehentlich Fotos anderer Kunden oder machten es Hackern oder Stalkern leicht, private Bilder zu klauen. Zu den Verlierern gehörten auch beliebte Fotobuch-Anbieter wie Cewe, Pixum oder PosterXXL. Allerdings reagierten alle mangelhaften Dienste positiv auf die Ergebnisse von Stiftung Warentest und kündigten an, ihre Sicherheitsmaßnahmen rasch zu stärken.

Die Testsieger: Lidl hat die Nase vorn

Im Test gab es aber auch vier Anbieter, die die Gesamtnote "gut" erhielten, drei davon wurden auch in puncto Datenschutz mit einem "gut" bewertet. Auffällig: Die Supermärkte haben hier ganz klar die Nase vorn. Auf dem ersten Platz mit der Gesamtnote 2,0 landet der Fotodienst von Lidl. Dicht dahinter landen Aldi Foto und der Fotoservice Saal Digital. Bei diesen drei Anbietern stimmen sowohl die Sicherheitsrichtlinien als auch die Qualität der Fotobücher sowie die Abwicklung.

Die drei Testsieger beim Fotobuch Test im Detail

Lidl-Foto

Fotobuch Lidl
Bildquelle: Lidl

Auch wenn die Vielseitigkeit des Angebots bei Lidl nur "befriedigend" ist, so stimmt beim Fotoservice des Discounters der Rest: Die Bildqualität wurde mit der Note 2,4 für das Standard-Buch und mit 1,7 für das Premium-Buch bewertet. Auch die Abwicklung lief laut Stiftung Warentest gut und für den Schutz der persönlichen Daten erzielte Lidl gemeinsam mit Aldi sogar das beste Ergebnis im Test (Note 1,6). Durchschnittlich sieben Tage beträgt die Lieferzeit für ein Standard-Fotobuch, auf das Premium-Buch lässt Lidl seine Kunden sogar nur drei Tage warten. Dafür kostet das Premium Fotobuch auch etwa 5 € mehr, nämlich 19,90 € statt 14,90 € für 24 bis 26 Seiten. Die Bücher können sowohl mit einer Software oder direkt im Browser erstellt werden.

Aldi-Foto

Kaum schlechter schneiden die Fotobücher von Aldi ab (Gesamtnote 2,1). Auch hier stimmte die Bildqualität beim Standard- und beim Premium-Fotobuch (Note 2,3 und 1,9). Auch für die Abwicklung und die Datensicherheit gab es die Note "gut". Die Lieferzeit für das Standardbuch beträgt etwa sechs Werktage, beim Premiumbuch dauert es im Schnitt acht Tage. Preislich unterscheidet sich Aldi kaum von Lidl, 24 Seiten in Standardqualität kosten 14,95 €, für 26 Seiten Premiumqualität zahlen Kunden 19,95 €. Vorteil von Aldi: Das Fotobuch lässt sich auch über eine App am Handy erstellen. Lidl-Fotobücher lassen sich nur per Browser oder Software einrichten.

Saal Digital Fotoservice

Ebenfalls die Note 2,1 gab es für den Fotoservice Saal Digital. Wie auch bei Lidl gab es hier nur ein "befriedigend" für die Vielseitigkeit des Angebots, die übrigen Testbereiche wie Bildqualität oder Sicherheit wurden aber mit "gut" bewertet. Bei Saal Digital lassen sich Fotobücher nur in Premium-Qualität drucken und das hat seinen Preis: Mit 34,99 € für 26 Seiten ist der Anbieter deutlich teurer, als Lidl oder Aldi. Laut Stiftung Warentest ist die Qualität hier aber nicht besser. Fotobücher lassen sich bei Saal Digital entweder über eine Software oder über eine App gestalten, im Browser geht das nicht.

Die vollständigen Testergebnisse der Stiftung Warentest gibt es hier.

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Lisa Purrio
Das sagtLisa Purrio:

Mein Fazit

Auch ich habe schon bei verschiedenen Anbietern Fotobücher bestellt und muss ehrlich zugeben, dass ich mir über den Bereich Datenschutz dabei nie wirklich Gedanken gemacht hat. Gerade bei privaten Fotos sollte dieser aber natürlich gewährleistet sein. Beruhigend ist, dass die mangelhaft getesteten Fotobuch-Anbieter jetzt an ihren Sicherheitskonzepten arbeiten wollen. Schade, dass es dafür erst einen Test der Stiftung Warentest braucht.

Bildquelle: Getty Images/AndreyPopov

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