Kinder- und Babymatratzen Test: Testsieger der Stiftung Warentest

Sicher schlummern

Kinder- und Babymatratzen Test: Testsieger der Stiftung Warentest

Wenn wir unsere Kleinen schlafen legen, wünschen wir ihnen vor allem zwei Dinge: süße Träume – und einen sicheren Schlaf. Die Angst, dass nachts was passieren kann, gehört zum Elternsein dazu. Und es gibt einige Faktoren, die Einfluss auf die Schlafsicherheit unserer Babys haben. Zum Beispiel die Matratze im Kinderbett. Stiftung Warentest hat im Kinder- und Babymatratzen Test 2018 14 Produkte getestet.

So hat die Stiftung Warentest Baby- und Kindermatratzen getestet

Bisher mussten wir Eltern uns vorrangig auf Herstellerangaben verlassen, was die Sicherheit von Babymatratzen und Kindermatratzen angeht. Seit 2018 ist das anders: Erstmals trat mit Din 16890 eine Norm in Kraft, die Matratzen als ungefährlich kennzeichnet. Produkte müssen Kinder vor dem Ersticken, Einklemmen sowie dem Verschlucken und Einatmen von Kleinteilen schützen. Teil der Norm ist auch der sogenannte Kugeltest. Den hat Stiftung Warentest im Kindermatratzen Test 2018 bei 14 Produkten angewendet: Eine Kugel, die den Kopf eines Babys simuliert, wird mit einer Schablone auf die Kindermatratze gelegt. Sinkt sie zu tief ein, besteht für Babys, die sich auf den Bauch drehen, eine reelle Erstickungsgefahr.

Produkte, auf die das zutraf, sind als Babymatratze für Kinder unter einem Jahr nicht empfehlenswert. Das war bei sechs Kindermatratzen und bei Premium-Matratzen der Fall, die mit ihrer Kindersicherheit warben. Neben der Sicherheit wurden die Testkriterien Liegeeigenschaften, Haltbarkeit und Handhabung untersucht. Dabei wurden nicht nur Kleinkind-Dummies, sondern auch 40 kg-schwere Walzen über die Matratzen gerollt, der Matratzenkern inspiziert und die Etiketten überprüft. Ein Faktor, der nicht nicht in die Bewertung einging, aber für uns Eltern trotzdem relevant ist, ist die Schadstoff- und Umweltbelastung der verwendeten Materialien.

Babymatratzen und plötzlicher Kindstod

Von zu weichen Babymatratzen geht nicht nur eine Erstickungsgefahr aus, wenn die Kleinen mit dem Köpfchen zu tief einsinken. Auch das Risiko des plötzlichen Kindstodes (SIDS) ist erhöht, weil das Einsinken eine erhöhte Rückatmung begünstigen kann. Mit zunehmendem Alter und Körpergewicht sinkt das Risiko selbst bei den Verlierer-Matratzen wieder. Stiftung Warentest empfiehlt aber ausdrücklich, die Produkte nicht vor dem 1. Geburtstag zu verwenden.

Kinder- und Babymatratzen Test: Die Testsieger im Überblick

Vier Produkte im Test schnitten mit Testurteil “gut” ab. Und es waren nicht die teuersten! So schnitten zwei vergleichsweise günstige Kindermatratzen als Testsieger ab. Den ersten Platz mit Note 1,8 belegte Jonas vom Dänischen Bettenlager mit sehr guter Sicherheit und Handhabung. Auf dem zweiten Platz mit 2,0: Ikea Skönast, die zusätzlich sogar beim Thema Schadstoffbelastung ein “sehr gut” erhielt. Erhältlich ist Ikea Skönast für ca. 70 ‎€ auch online beim schwedischen Möbelhaus.* Platz 3 teilten sich zwei Bio-Matratzen: Hessnatur Lena (nicht mehr im Sortiment) und Prolana Kati Plus mit Note 2,2 (hier für 145 € bei Amazon*) – für Fans von nachhaltigen Kinderprodukten ein tolles Ergebnis.

Dennoch super: Beim Thema Schadstoffbelastung schnitten nicht nur die Bioprodukte mit “sehr gut” ab, alle Matratzen im Test hatten hier gute bis sehr gute Noten.

Kinder- und Babymatratzen Testsieger: Dänisches Bettenlager Jonas

Babymatratze Testsieger

Beide Seiten der Schaumstoffmatratze, die mit Note 1,9 Testsieger der Baby-und Kindermatratzen wurde, sind für Babys und Kleinkinder geeignet. Ein Plus ist die verstärkte Trittkante an der Matratze, die ihre Langlebigkeit unterstützt. Fangen die Kleinen an, sich im Bettchen hochzuziehen, verschleissen harte Kanten weniger schnell. Ein Muss sind sie aber nicht.

Kindermatratzen Test Platz 2: Ikea Skönast

Ikea Babymatratze

Die Schaumstoffmatratze war tatsächlich die günstigste Babymatratze im Test! Sie punktete mit geprüfter Sicherheit, bestand den Kugeltest und die Schadstoffprüfung mit “sehr gut”. Das sind gute Neuigkeiten für alle von uns, die mit dem Gedanken spielen, ihr Babybettchen und die passende Matratze gleich bei Ikea zu kaufen. Beim Thema Langlebigkeit schnitt Skönast nicht ganz so gut ab, beim Einfluss von Wärme und Feuchtigkeit gibt der Kern nach. Noch einen Hinweis gaben die Tester: Die Matratze knistert bei der Anwendung. Die Ikea Skönast ist hier direkt bei Ikea für ca. 70 ‎€ erhältlich.* 

Kindermatratzen Test Platz 3: Hessnatur Lena

Babymatratze Bio Hessnatur

Die Bio-Matratze aus nachhaltiger Produktion hat eine feste Babyseite aus Kokosfaser, eine weichere Kleinkindseite aus Latex. Besonders hervor stach die Langlebigkeit und Robustheit der Matratze. Mittlerweile ist die Lena nicht mehr erhältlich. Das Nachfolgermodell, die Junior Matratze mit Kokos verfügt ebenfalls über eine Kokos- und eine Latexseite, eine wärme- und feuchtigkeitsregulierende Schurwollschicht und einen waschbaren Baumwollbezug. Erhältlich ist die Junior Matratze mit Kokos für ca. 240 ‎€ direkt bei Hessnatur.*

Kindermatratzen Test ebenfalls Platz 3: Prolana Kati Plus

Prolana Kindermatratze Bio

Auch die Prolana Kindermatratze überzeugte die Stiftung Warentest mit ihrer harten Kokosseite und mittelfesten Latexseite, ihrer langen Haltbarkeit und Schadstofffreiheit. Vorsicht ist beim Waschen des Bezugs geboten, denn der lief den Testern beim Waschen ein. Die Prolana Kati Plus ist für ca. 145 ‎€ bei Amazon erhältlich.*

Kindermaratze Test: Die Verlierer

Erschreckend war, dass so viele Premiumprodukte in puncto Sicherheit durchfielen – auch, wenn beim Thema Schadstoffe und Umwelt und Ergonomie alle 14 Produkte im Test überzeugten. Die Kindermatratzen von Alvi, Julius Zöllner, MFO Matratzen, Pinolino, Träumeland und Waschbär fielen alle beim Kugeltest durch und stellten somit ein echtes Risiko für schlafende Babys dar. Die Hersteller haben auf die Resultate direkt reagiert, drei (Pinolino, Waschbär, MFO) mit sofortiger Rücknahme und dem Austausch der betroffenen Matratzen. Die anderen drei Hersteller machten eher vage Angaben zur Sicherheit. Alvi und Julius Zöllner boten keine Rücknahme an. Die wahren Verlierer im Kindermatratzen Test waren demnach vor allem die Familien, die bereits eines der mangelhaften Produkte für ihr Baby gekauft hatten. Denn selbst, wenn vielleicht nichts passiert, kann das entstehende Misstrauen in die Hersteller und ihre Produkte uns Eltern einige schlaflose Nächte bereiten.

Familie.de Kaufberatung für Kinder- und Babymatratzen:

Wenn ihr eine Babymatratze oder Kindermatratze kaufen möchtet, sind erstmal die Maße entscheidend, denn Babybettchen gibt es sowohl in Größe 120 x 60 cm als auch 140 x 70 cm. Beide sind auch für Kleinkinder passend. Checkt zuerst, ob die Matratze Din 16890 entspricht. So könnt ihr sie sicher im 1. Lebensjahr eures Babys verwenden.

Baby-und Kindermatratzen sollten vergleichsweise “hart” sein, damit Kinder auch mit ihrem geringeren Körpergewicht nicht einsinken. Trotzdem ist eine gewisse Flexibilität des Materials wichtig. Im Test schnitten Produkte der Härtegrade hart, mittel und mittel/weich als sicher ab. Weiche/sehr weiche Produkte fielen durch. Dabei ist der Härtegrad alleine aber kein Indikator: auch ein Produkt mit “mittel” war mangelhaft und verpatzte den Kugeltest. Stabile aber elastische Materialien wie (Natur-)Latex und Kokosfaser haben gute ergonomische Eigenschaften und stützen die Wirbelsäule der Kleinen. Wolle ist besonders atmungsaktiv, wärmeregulierend und gleicht Feuchtigkeit aus. Die natürlich antibakterielle Wolle und festes Latex haben auch den Vorteil, dass sie für Hausstaubmilben unattraktiv sind.

Neben der Sicherheit sind auch Pflege und Handhabung wichtig. Toll ist, wenn der Bezug abnehmbar und waschbar ist. Ein Bezug aus Baumwolle ist besonders weich und atmungsaktiv. Zwar darf laut Herstellerangaben auch Synthetik bei 60 Grad gewaschen werden, Baumwolle steckt es meist aber besser weg.

Wenn ihr zusätzlich einen Matratzenschoner verwenden möchtet, empfiehlt sich auch hier ein Produkt aus atmungsaktiver (und dennoch wasserfester) Baumwolle, z. B. die Molton-Betteinlage von Bierbaum, hier je nach Größe für ca. 14 ‎€ bei Amazon.*  Denn auch zusätzliche Polyester- und Plastikschichten verringern die Atmungsaktivität der Matratze stark und können das SIDS-Risiko erhöhen. Oft reicht es auch, eine dünne Molton-Windel im Kopf- und Windelbereich unter dem Bettlaken zu fixieren. Extra-Tipp: Eure neue Matratze am besten ein paar Tage auslüften, bevor ihr sie für euer Baby verwendet.

*gesponserter Link

Quellen:
Stiftung Warentest

Jennifer Kober
Das sagtJennifer Kober:

Unser Familien-Fazit:

Nach vielen Recherchen haben wir uns im Frühling 2017 für die Dr. Lübbe Air Plus von Julius Zöllner entschieden. Sie schien mit Abstand eine der sichersten, wenn auch teuersten Babymatratzen auf dem Markt zu sein. Neben der Schadstofffreiheit war uns besonders wichtig, dass die Matratze hart und atmungsaktiv und die Erstickungsgefahr besonders gering ist. Unser “Baby” war zur Erscheinung der Testergebnisse der kritischen Periode schon entwachsen – und auch wenn die Ergebnisse sehr erschreckend sind, war die Kindermatratze bei uns zum Glück lange kein Thema, weil wir uns nach Ankunft unseres Sohnes doch zum Co-Sleeping entschieden. Bei den Großeltern verwenden wir die zweitplatzierte Ikea Skönast, mit der wir vollends zufrieden sind – und auch kein Knirschen bemerken. Meine Kollegin Charoline hatte sich noch vor uns für den damaligen Ökotest-Sieger Kati Plus entschieden und ist froh, dass das Produkt auch im neueren Kugeltest gut abschnitt – gerade, weil ihr Sohn Bauchschläfer ist. Mein persönliches Fazit ist, dass ich umso froher bin, dass es jetzt endlich eine Richtlinie für die Matratzentauglichkeit gibt, an der wir Eltern uns unabhängig der Versprechen der Hersteller orientieren können.

Bildquelle: Getty Images, Stiftung Warentest

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