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Laufrad-Test: Stiftung Warentest bewertet nur zwei Laufräder mit "gut"

Laufrad-Test: Stiftung Warentest bewertet nur zwei Laufräder mit "gut"

Am Rad drehen

Laufräder sind für unsere Kinder der erste Schritt in Richtung fahrende Mobilität – und sie lieben es! Aber sind die Laufräder auch sicher? Das hat die Stiftung Warentest in ihrem Laufrad-Test überprüft und kam zu erschreckenden Ergebnissen.

Nur zwei Laufräder "gut"

Von Geburt an ist das Motto unserer Kinder “Höher, schneller und weiter”. Nach dem Drehen kommt das Krabbeln, dann das Laufen und schon folgt das erste Rad – das Laufrad! Stiftung Warentest hat in Ausgabe 12/2021 13 Kinderlaufräder getestet. Nur zwei schnitten mit “gut” ab, eins mit "befriedigend". Die übrigen zehn fielen wegen zu hoher Schadstoffbelastung durch.

Platz Modell Bewertung Preis
1 Puky LR Light Gut (2,0) ca. 179 €
2 Early Rider Superply Bonsai 12'' Gut (2,2) ca. 170 €
3 Bandits & Angels Starter Befriedigend (3,0) ca. 70 €

Die Testergebnisse im Überblick

Von 13 Laufrädern erzielten 10 Räder ein “mangelhaft” – alle aus dem gleichen Grund: Schadstoffbelastung in Griffen, Sätteln und Reifen. Bedenkt man, dass die Schadstoffe nur mit 5 % in die Bewertung einflossen, muss die Belastung sehr massiv sein, wenn dadurch eine solche Abwertung erfolgte.

Im Laufrad-Test von Stiftung Warentest gibt es zwei eindeutige Sieger und etwas dahinter einen Drittplatzierten, der ebenfalls eine Kaufüberlegung wert sein kann. Dabei sind alle drei Testsieger aus Stahl, nur das Laufrad mit der Note “befriedigend” ist aus leichterem Kunststoff. Die vier Testsieger schnitten im Schadstofftest alle mit “sehr gut” bis “befriedigend” ab.

So hat Stiftung Warentest die Laufräder getestet

Stiftung Warentest hat für den aktuellen Test 13 Laufräder unter die Lupe genommen. Dabei spielten folgende Kriterien in unterschiedlicher Gewichtung eine Rolle: Fahren (55 %), Sicherheit und Haltbarkeit (25 %), Handhabung (15 %) und Schadstoffe (5 %). Die geprüften Laufräder wurden im Juli und August 2018 gekauft.

Die drei Laufrad-Testsieger im Detail

# Platz 1: LR Light von Puky

Puky LR Light
Credit: Puky

Super Fahrverhalten

Das Laufrad LR Light von Puky ist klarer Testsieger bei Stiftung Warentest. Das 3,6 kg leichte Aluminiumlaufrad weist gute Fahreigenschaften auf und punktet gerade bei noch recht kleinen Kindern durch einen besonders niedrigen Einstieg. So kommt man auch mit kurzen Beinchen ohne Umfall-Gefahr aufs Bike. Das Fahrverhalten ist aufgrund der großen luftgefüllten Reifen top.

Einfache Montage

Ein großer Pluspunkt ist auch die problemlose Montage. Lediglich den Lenker müssen Eltern noch gerade stellen.

Praktisches Trittbrett

Besonders beliebt bei den Kindern: Das Puky LR Light hat ein Trittbrett, sodass man bei schneller Fahrt die Füße hochstellen kann. Das war für die Kids ein deutlicher Pluspunkt. Eltern freuen sich hingegen über den bereits vorhandenen Seitenständer, der allerdings etwas niedrig montiert ist und hängen bleiben könnte.

Maße & Ausstattung:

  • Größe ca. 90 x 53 cm
  • Gewicht 3,6 kg
  • Empfohlen für Kinder ab einem Alter von 2,5
  • Rahmen mit tiefem Einstieg
  • verstellbare Sitz- und Lenkerhöhe
  • Sattelhöhe von 34 bis 42 cm
  • Trittbrett für Fortgeschrittene
  • Gepolsterte Sicherheitslenkergriffe
  • Luftbereifte Räder (50 - 203)
Charoline Bauer

Let's roll

Wir haben das LR Light von Puky gebraucht von Freunden bekommen und unser Sohn hat es vom ersten Tag an geliebt. Mit dem Fahren haben wir am zweiten Geburtstag angefangen – davor ist er bereits auf einem Pukylino durch unsere Wohnung geheizt – und es hat von Anfang an gut geklappt. Das kenne ich von Freunden auch anders. Hier zeigen sich große Unterschiede, je nach Interesse des Kindes am Laufrad fahren.

Natürlich hatte ich am Anfang Angst vor Stürzen, aber trotz der oftmals halsbrecherischen Stunts meines Sohnes ist (auch dank Helm) bisher alles heil geblieben. Das viel größere Risiko sah und sehe ich als Großstadt-Mama im Straßenverkehr, denn die Kleinen sind mit den Laufrädern so schnell, dass man als Erwachsener kaum hinterherkommt, zu Fuß schon gar nicht. Da ist Verkehrserziehung unerlässlich.

# Platz 2: Early Rider Superply Bonsai 12''

Superply Bonsai 12''
Credit: Early Rider

Aus Birkenholz und Aluminium

Das Superply Bonsai 12'' schneidet im Test mit der Note 2,2 nur minimal schlechter ab als der Testsieger von Puky. Das schicke Laufrad aus Birkenholz ist jedoch leider ein Auslaufmodell und wahrscheinlich nicht mehr lange erhältlich.

Super Luftreifen

Falls ihr dennoch eins ergattert, wird euer Kind ab etwa 3 Jahren viel Spaß damit haben. Aufgrund der großen Luftreifen soll es sich sehr gut fahren. Zudem ist es mit 3,7 kg sehr leicht. Im Gegensatz zum Puky besitzt es jedoch kein Trittbrett und keinen Ständer.

Maße & Ausstattung:

  • Größe ca. 74 x 40 cm
  • Gewicht 3,7 kg
  • geeignet von etwa 3 bis 5 Jahren
  • stufenlose Sattelhöhe von 37 bis 43 cm
  • ultraleichte Aluminium-Laufräder mit hohlen Achsen
  • Aluminium-Steuersatz für gute Haltbarkeit
  • breiter Lenker mit weichen Griffen

# Platz 3: Bandits & Angels Starter

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Credit: Bandits & Angels

Kleines Retro-Laufrad

Das im süßen Retrolook gehaltene Laufrad von Bandits & Angels ist laut Stiftung Warentest eingeschränkt empfehlenswert. So ist es beispielsweise recht klein, wodurch auch die Reifen nicht besonders groß sind. Dafür verfügt es über ein großes Trittbrett.

Tolerabler Schadstoffgehalt

Die Montage wurde als eher aufwändig empfunden, ebenso wie das manchmal schwierige Einstellen der Sattelstufe. Die Reifen enthalten zwar Schadstoffe, der Gehalt sei jedoch noch tolerabel (Note 4). Doch der große Vorteil des Bandits & Angels Starter ist definitiv der Preis, da es mehr als 100 Euro weniger kostet als Platz 1 und 2 im Test.

Maße & Ausstattung:

  • Größe 82 x 40 cm
  • Gewicht ca. 3,5 kg
  • geeignet von etwa 2,5 bis 4,5 Jahre
  • stufenlose Sattelhöhe von 29 bis 49 cm
  • Stahlrohrrahmen
  • verstellbarer Lenker
  • niedriger Einstieg und Trittbrett

Die Verlierer: 10 Laufräder im Test waren stark mit Schadstoffen belastet

Von 13 im Warentest untersuchten Laufrädern schnitten 10 mit “mangelhaft” ab. Bei allen Bikes ist die mangelhafte Bewertung auf eine zu hohe Schadstoffbelastung in den Griffen, Sitzen und Reifen zurückzuführen. Die Noten für die Schadstoffe rangieren zwischen 4,6 und 5,5.

Die folgenden Laufräder sind betroffen:

  • Bachtenkirch GoBike 12"
  • Pinolino Laufrad Johann
  • Puky LR M
  • Bikestar 12 Zoll BMX Magnesium
  • Kinderkraft Laufrad Uniq
  • Janod Little Bikloon Holzlaufrad
  • Kokua Like a Bike Jumper
  • Lionelo Bart-Laufrad
  • Hudora Laufrad Ultralight Alu
  • Micro Balance Bike Deluxe

Insbesondere im Sommer, wenn die Kinder mit kurzer Kleidung auf den Laufrädern fahren und mit schwitzigen Händen den Lenker greifen, ist die direkte Übertragung von Schadstoffen über die Haut nicht auszuschließen. Bei einigen Laufrädern waren nur die Reifen belastet, aber auch hier kommt es häufig zu Hautkontakt, weil Kinder nun mal gerne mit den Reifen spielen – wenn nicht das eigene, dann vielleicht ein krabbelndes Kleinkind im Park oder eben ein kleines Geschwisterkind. Einige Laufräder wiesen in allen drei Komponenten zu hohe Schadstoffwerte auf.

So haben die Hersteller auf die Laufrad-Kritik von Stiftung Warentest reagiert

Stiftung Warentest hat nach ihrem Laufrad-Test zehn Hersteller mit den negativen Testergebnissen konfrontiert. Daraufhin haben drei Anbieter ihren Kunden angeboten die beanstandeten Teile auszutauschen, fünf Hersteller meldeten sich bei Stiftung Warentest zurück, sahen aber keinen Handlungsbedarf und zwei Laufrad-Marken haben gar nicht reagiert.

Den gesamten Test “Laufräder” findet ihr in der Stiftung Warentest Ausgabe 12/2021. Der Artikel kann für 3 € auch online heruntergeladen werden.

Laufrad kaufen: Das Laufrad muss zum Kind passen

Beim Laufrad-Kauf dürfen weder wir Eltern noch unsere Kinder uns von coolen Designs und bunten Farben locken lassen. Das Laufrad ist ein Verkehrsmittel und deshalb steht hier die Sicherheit an erster Stelle. Deshalb unbedingt das Laufrad vor dem Kauf mit dem Kind zusammen testen, um zu schauen, ob Kind und Laufrad gut zusammen passen. Große Fahrradläden bieten mittlerweile eine große Auswahl an Laufrädern an, die man vor Ort auf kleinen Indoor-Parcours testen kann.

Laufrad fahren: Sicherheit geht vor

Klar kann es (und kommt es) beim Laufrad fahren zu dem ein oder anderen Sturz – und je nach Temperament eures Kindes vielleicht auch zu ganz vielen Stürzen. Deshalb ist ein Helm immer Pflicht – auch Eltern sollten als gute Vorbilder einen Helm tragen. Wie beim Laufrad selbst ist es beim Kinderhelm wichtig, dass er richtig sitzt. Am besten wie beim Laufrad-Kauf auch den Helm immer im Geschäft testen und dann gegebenenfalls online bestellen.

Beim Laufrad-Kauf sparen

Kinder wachsen sehr schnell, besonders zwischen zwei und vier Jahren schießen manche förmlich in die Höhe. Deshalb ist es eine Überlegung wert, ein gebrauchtes Laufrad zu kaufen. Aber auch beim Secondhand-Kauf gilt: vorher testen, ob Kind und Bike zusammen passen. Viele Modelle gibt es schon recht lange auf dem Markt, sodass man viele gebrauchte Angebote finden kann. Wer lieber ein neues Laufrad kaufen möchte, sollte die Augen nach Schnäppchen und besonderen Angeboten offen halten, so lässt sich oft jede Menge Geld sparen.

Tipp: Auch wenn Laufräder eher ein Sommerding sind, eignen sie sich ebenso prima als Weihnachtsgeschenk. Mit Schneeanzug und Handschuhen können die Kleinen selbst im Winter das Fahren mit dem Laufrad lernen – natürlich nicht bei Schnee und Eis – und so dick gepolstert, fällt es sich weicher. Aber Achtung: Helm nicht vergessen!

Was ein gutes Laufrad ausmacht? Unser Video verrät es dir!

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Bildquelle: Getty Images/Nadezhda1906 ; Puky ; Superply; Bandits & Angels

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