Laufräder im Test: Testsieger bei Stiftung Warentest

Wie der Wind!

Laufräder im Test: Testsieger bei Stiftung Warentest

Laufräder sind für unsere Kinder der erste Schritt in Richtung fahrende Mobilität – und sie lieben es! Aber sind die Laufräder auch sicher? Das hat Stiftung Warentest in ihrem Laufrad-Test überprüft und kann drei Laufräder empfehlen.

Von Geburt an ist das Motto unserer Kinder “Höher, schneller und weiter”. Nach dem Drehen kommt das Krabbeln, dann das Laufen und schon folgt das erste Rad – das Laufrad! Stiftung Warentest hat in Ausgabe 12/2018 15 Laufräder getestet. Drei schnitten mit “gut” ab, elf fielen wegen zu hoher Schadstoffbelastung durch. Und auch wenn Laufräder eher ein Sommerding sind, eignen sie sich auch prima als Weihnachtsgeschenk. Mit Schneeanzug und Handschuhen können die Kleinen auch schon im Winter das Fahren mit dem Laufrad lernen – natürlich nicht bei Schnee und Eis – und so dick gepolstert, fällt es sich auch weicher. Achtung: Helm nicht vergessen!

So hat Stiftung Warentest die Laufräder getestet

Stiftung Warentest hat für seinen Test 15 Laufräder unter die Lupe genommen. Dabei spielten folgende Kriterien in unterschiedlicher Gewichtung eine Rolle: Fahren (55 %), Sicherheit und Haltbarkeit (25 %), Handhabung (15 %) und Schadstoffe (5 %). Die geprüften Laufräder wurden Juli und August 2018 gekauft.

Die Testergebnisse im Überblick

Von 15 Laufrädern erzielten 11 Räder ein “mangelhaft” – alle aus dem gleichen Grund: Schadstoffbelastung in Griffen, Sätteln und Reifen. Wenn man bedenkt, dass die Schadstoffe nur mit 5 % in die Bewertung einflossen, muss die Belastung sehr massiv sein, wenn dadurch eine solche Abwertung erfolgte. Drei Laufräder rollten mit einem “gut” ins Ziel und eines mit der Note “befriedigend”.

Die Testsieger: Gutes Fahrgefühl ohne Schadstoffbelastung gewinnt bei Stiftung Warentest

Im Laufrad-Test von Stiftung Warentest gibt es drei eindeutige Sieger und einen Viertplatzierten, der ebenfalls eine Kaufüberlegung wert sein kann. Dabei sind alle drei Testsieger aus Stahl, nur das Laufrad mit der Note “befriedigend” ist aus leichterem Kunststoff. Mit der Bewertung von “gut” (2,2) steht das Laufrad LR1 von Puky für ca. 73 €* ganz oben auf dem Siegertreppchen. Den zweiten Platz teilen sich, ebenfalls mit der Note “gut” (mit 2,5 aber nur noch knapp “gut”) die beiden deutlich günstigeren Laufräder Run Ride 100 von B'Twin für 35 €* und das Speedy 10 von Kettler für 40 €*. Das befriedigende Laufrad BMXie-RS Chillafish kostet hingegen stolze 89 €*.

Die vier Testsieger schnitten im Schadstofftest alle mit “sehr gut” bis “befriedigend” ab.

Die drei Laufrad-Testsieger im Detail

Laufrad-Test: Stiftung Warentest Puky LR 1

LR1 von Puky

Das Laufrad LR1 von Puky ist klarer Testsieger bei Stiftung Warentest. Das 4,5 kg schwere Stahllaufrad weist gute Fahreigenschaften auf und punktet gerade bei noch recht kleinen Kindern durch einen besonders niedrigen Einstieg. So kommt man auch mit kurzen Beinchen ohne Umfallgefahr aufs Bike. Die Reifen bestehen aus Kunststoff und federn gut. Allerdings weisen sie ein geringes Profil auf, wodurch es bei Nässe oder glatten Böden rutschig werden kann. Der Lenker hat keine Einschlagbegrenzung, was die Kinder im Test als deutliche Erleichterung beim Lenken empfanden. Er ist sogar serienmäßig mit einem Reflektor ausgestattet.

Besonders beliebt bei den Kindern: Das Puky LR1 hat ein Trittbrett, sodass man bei schneller Fahrt die Füße hochstellen kann. Das war für die Kids ein deutlicher Pluspunkt. Eltern freuen sich hingegen über den bereits vorhandenen Seitenständer – so kann das Laufrad ordentlich abgestellt werden und verschrammt nicht so schnell.

Maße & Ausstattung:

  • Größe: ca. 34 x 87 cm
  • Gewicht: etwa 5,2 kg
  • Laufrad mit tiefem Einstieg und Trittbrett für Fortgeschrittene
  • Empfohlen für Kinder ab dem dritten Lebensjahr
  • Kugelgelagerte Räder und Lenker
  • Bremssystem
  • Gepolsterte Sicherheitslenkergriffe
  • Luftbereifte Räder (50 - 203)

Preis: Das Testsieger-Laufrad LR1 von Puky ist ab ca. 73 € (in verschiedenen Farben) erhältlich*.

Laufrad-Test: Stiftung Warentest B'Twin Run Ride 100

Run Ride 100 von B’Twin

Das Laufrad von B’Twin schneidet im Test mit der Note 2,5 zwar etwas schlechter ab als der Testsieger von Puky, aber dafür punktet es im Preis. Es kostet mit 35 € nur knapp die Hälfte des LR1. Das Run Ride 100 hat ebenfalls einen Stahlrahmen, wiegt aber nur knapp 3 kg. Es hat eine Lenkereinschlagbegrenzung von 60 Grad, was unsicheren Kindern Halt geben kann, aber auch für weniger Wendigkeit sorgt. Das schmälert den Fahrspaß für fortgeschrittene Kinder. Ein Trittbrett zum Füße hoch stellen und einen Seitenständer hat das Run Ride 100 nicht und die Gebrauchsanweisung ist nur auf den Karton gedruckt – also nicht gleich nach dem Auspacken wegwerfen.

Maße & Ausstattung**:

  • Gewicht 3 kg
  • 10-Zoll-Vollreifen aus Schaumstoff
  • Sattelhöhe von 33 bis 41 cm
  • Lebenslang (Rahmen, Vorbau, Lenker, Gabel) Garantie
  • Mindestverfügbarkeit von Ersatzteilen: 2 Jahre
  • Chassis 100 % Stahl

Preis: Das Laufrad Run Ride 100 von B'Twin ist für ca. 35 € bei Decathlon in verschiedenen Farben erhältlich*.

Laufrad-Test: Testsieger Stiftung Warentest Kettler Speedy 10

Speedy 10 von Kettler

Auch das gut bewertete Laufrad Speedy 10 von Kettler hat einen Stahlrahmen, ist mit 3 kg aber dennoch recht leicht. Seine Fahreigenschaften sind in allen getesteten Bereichen wie Fahrdynamik, Aufheben und Aufsteigen sowie Fahren auf unbefestigtem Untergrund befriedigend. Bei Letzterem spielen vor allem die kaum federnden und recht profillosen Kunststoffreifen eine Rolle. Der Einstieg ist beim Speedy 10 höher als beim LR1 von Puky, was das aufs Rad schwingen für kleine Kinder erschwert. Der Sattel lässt sich in Höhe und Winkel gut anpassen, allerdings ist der Lenker nicht verstellbar, was eher ungünstig ist. Auch das Speedy 10 kommt ohne Trittbrett und Ständer.

Maße & Ausstattung**:

  • 94 x 43 x 57 cm
  • Gewicht 4,54 g
  • Altersempfehlung ab 24 Monaten
  • Stahlrohrrahmen mit kratzfester Polyesterbeschichtung
  • Komfortabler Tiefeinstieg
  • NEU: Gekapselte, gegen Schmutz geschützte Kugellager für einen ruhigen Lauf bei geringerem Rollwiderstand
  • 12,5"-Räder mit Luftbereifung für mehr Komfort

Preis: Das Laufrad Speedy 10 von Kettler kostet ca. 50 €*.

Laufrad-Test: Testsieger Stiftung Warentest Chillafish BMXie-RS

BMXie-RS von Chillafish 

Trotz der Fertigung aus Plastik ist das drittplatzierte Laufrad BMXie-RS von Chillafish mit 3,9 kg schwerer als das Stahllaufrad auf Platz zwei. Die Fahreigenschaften des Laufrades sind befriedigend, ebenso die Schadstoffbelastung (hier wurden in den Reifen Schadstoffe gefunden). Stiftung Warentest bemängelte, dass die Sattelhöhe sich nicht sehr weit ausfahren lässt, sodass das Laufrad nur für Kinder bis ca. vier Jahre geeignet ist. Auch der Lenker ist nicht verstellbar, dafür aber mit relativ großem Griffumfang, was für kleine Hände Probleme beim sicheren Greifen machen kann. Der Sattel ist kaum gepolstert und kann besonders bei längeren Fahrten oder bei unebenen Strecken zu schmerzenden Kinderpopos führen. Dafür hat das Laufrad von Chillafish ein Minitrittbrett, das sich bei Bedarf abnehmen und unter dem Rahmen verstauen lässt. Das Fazit von Stiftung Warentest: “Etwas unbequemes Laufrad für Kleine mit großen Händen.”

Maße & Ausstattung**:

  • 80 x 43,9 x 47 cm
  • Gewicht 3,9 kg
  • Altersempfehlung 24 Monate bis fünf Jahre
  • Maximalgewicht 34,9 kg
  • Laufrad im BMX-Stil
  • Sitzhöhe ohne Werkzeug verstellbar (zwischen 32 cm und 39 cm)
  • Trittbrett kann abgenommen und verstaut werden
  • Mit Aufklebersatz für individuelles und „cooles“ Aussehen
  • Mit abnehmbarem Nummernschild vorne

Preis: Das Laufrad BMXie-RS von Chillafish ist ab ca. 60 € in verschiedenen Designs erhältlich*.

Die Verlierer: 11 Laufräder im Test waren mit Schadstoffen belastet

Von 15 im Warentest untersuchten Laufrädern schnitten elf mit “mangelhaft” ab. Bei allen Bikes ist die mangelhafte Bewertung auf eine zu hohe Schadstoffbelastung in den Griffen, Sitzen und Reifen zurückzuführen. Die Noten für die Schadstoffe rangieren zwischen 4,5 und 5,5. Insbesondere im Sommer, wenn die Kinder mit kurzer Kleidung auf den Laufrädern fahren und mit schwitzigen Händen den Lenker greifen, ist die direkte Übertragung von Schadstoffen über die Haut nicht auszuschließen. Bei einigen Laufrädern waren nur die Reifen belastet, aber auch hier kommt es häufig zu Hautkontakt, weil Kinder nun mal auch gerne mit den Reifen spielen – wenn nicht das eigene, dann vielleicht ein krabbelndes Kleinkind im Park oder eben ein kleines Geschwisterkind. Einige Laufräder wiesen in allen drei Komponenten zu hohe Schadstoffwerte auf.

Stiftung Warentest hat die betroffenen Laufrad-Hersteller um eine Stellungnahme bzw. eine mögliche Lösung gebeten: Hudora, Kokua und Strider bieten Kunden einen Austausch belasteter Teile an. Star-Trademarks (Bikestar) entscheidet individuell mit dem Kunden, ob Teile oder das gesamte Laufrad getauscht werden.

Die Firmen Cube, Early Rider, Kellys Biycles und Project Sports bieten mit der Begründung, dass ihre Laufräder ausreichend kontrolliert sind und die rechtlichen Grenzwerte nicht überschreiten, keinen Um- oder Austausch an.

Die negativ getesteten Laufräder von Specialized und Coolmobility (Laufrad SCool) wollen die Ergebnisse von Stiftung Warentest erst selbst noch einmal überprüfen und je nach eigenem Resultat gegebenenfalls nötige Schritte einleiten. Puky will nur die belasteten Reifen austauschen, die die gesetzlichen Grenzwerte überschreiten (betrifft nicht den Testsieger LR1, dieses Laufrad wies keinerlei Schadstoffe auf).

Den gesamten Test “Laufräder” findet ihr in der Stiftung Warentest Ausgabe 06/2018. Der Artikel kann für 1,50 € auch online heruntergeladen werden.

Familie.de-Kaufberatung für den Laufrad-Kauf

Beim Laufrad-Kauf dürfen weder wir Eltern noch unsere Kinder uns von coolen Designs und bunten Farben locken lassen. Das Laufrad ist ein Verkehrsmittel und deshalb steht hier die Sicherheit an erster Stelle. Deshalb unbedingt das Laufrad vor dem Kauf mit dem Kind zusammen testen, um zu schauen, ob Kind und Laufrad gut zusammen passen. Große Fahrradläden bieten mittlerweile eine große Auswahl an Laufrädern an, die man vor Ort auf kleinen Indoor-Parcours testen kann.

Laufrad fahren: Sicherheit geht vor

Klar kann es (und kommt es) beim Laufrad fahren zu dem ein oder anderen Sturz (und je nach Temperament eures Kindes vielleicht auch zu ganz vielen Stürzen), deshalb ist ein Helm immer Pflicht. Wie beim Laufrad selbst ist auch beim Kinderhelm wichtig, dass er richtig sitzt. Am besten immer im Geschäft ein passende Modell auswählen und dann online bestellen, z. B. den Cratoni Maxster Pro Kids für ca. 40 €*.

Beim Laufrad-Kauf sparen

Kinder wachsen sehr schnell, besonders zwischen zwei und vier Jahren schießen manche förmlich in die Höhe. Deshalb ist es eine Überlegung wert, ein gebrauchtes Laufrad zu kaufen. Aber auch beim Secondhand-Kauf gilt: vorher testen, ob Kind und Bike zusammen passen. Viele Modelle, wie z. B. den Testsieger LR1 von Puky gibt es schon recht lange auf dem Markt, sodass man viele gebrauchte Angebote finden kann.

** Alle Angaben vom Hersteller bzw. Amazon.

Charoline Bauer
Das sagtCharoline Bauer:

Unser Familien-Fazit

Unser Sohn war von seinem Laufrad kaum runter zu kriegen und das kleine Gefährt erleichterte bzw. beschleunigte den Weg in die Kita sehr, als das Kind partout nicht mehr im Kinderwagen sitzen wollte.

Wir haben das LR1 von Puky gebraucht von Freunden bekommen und unser Sohn hat es vom ersten Tag an geliebt. Mit dem Fahren haben wir am zweiten Geburtstag angefangen – davor ist er bereits auf einem Pukylino durch unsere Wohnung geheizt – und es hat von Anfang an gut geklappt. Das kenne ich von Freunden auch anders. Hier zeigen sich große Unterschiede, je nach Interesse des Kindes am Laufrad fahren. Natürlich hatte ich am Anfang Angst vor Stürzen, aber trotz der oftmals halsbrecherischen Stunts meines Sohnes ist (auch dank Helm) bisher alles heil geblieben. Das viel größere Risiko sah und sehe ich als Großstadt-Mama im Straßenverkehr, denn die Kleinen sind mit den Laufrädern so schnell, dass man als Erwachsener kaum hinterherkommt, zu Fuß schon gar nicht. Da ist Verkehrserziehung unerlässlich. Auch heute, nach zwei Jahren Fahrpraxis, rufe ich noch bei jeder Straßenkreuzung, der wir uns nähen, dass angehalten werden muss – rechtzeitig, nicht erst an der Bordsteinkante! Unser Sohn macht das gut und zuverlässig (trotzdem bekommen die Großeltern beim Besuch regelmäßig Herzrasen). Mit knapp drei ist unser Sohn übrigens auf eigenen Wunsch aufs Fahrrad umgesattelt und hat das Fahren damit dank Laufrad-Training innerhalb von 30 Minuten erlernt. Wir finden Laufräder großartig!

Bildquelle: Getty Images/ Fotografie | Christoph Klug, Amazon, Decathlon

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