Raclette Grill Test: Stiftung Warentest empfiehlt diese Raclette Grills

Gut gegrillt

Raclette Grill Test: Stiftung Warentest empfiehlt diese Raclette Grills

Damit ein Raclette Essen so richtig lecker wird, braucht es einen guten Raclette Grill. Stiftung Warentest hat im Raclette Grill Test 2019 herausgefunden, dass viele Geräte zwar Käse zum Schmelzen bringen, die Grillplatten jedoch eher Warmhalteplatten sind. Wir haben die genauen Ergebnisse und die Testsieger.

Silvester oder Weihnachten ohne Raclette? Für viele von uns unvorstellbar! Aber auch das gesamte Jahr über kann ein gemütlicher Racletteabend mit der Familie ein echtes Highlight sein: Gemeinsam die Pfännchen nach eigenen Vorlieben füllen und während der Käse vor sich hin brutzelt, können die Kleinen spielen. Doch der gemeinsame Schmaus kann schnell getrübt werden, wenn das Fleisch auf der Grillplatte einfach nicht gar werden will oder ein kleiner Defekt sich nicht beheben lässt. Um Verbraucher vor zukünftigen Fehlkäufen zu schützen, hat Stiftung Warentest Raclette Grills nun auf Herz und Nieren getestet.

So hat Stiftung Warentest die Raclette Grills getestet

Stiftung Warentest hat für den Raclette Grill Test 2019 zwölf Raclette Geräte mit Tischgrill unter die Lupe genommen. Überprüft wurde dabei der Vorgang des Raclettierens, also Temperatur, Dauer und Gleichmäßigkeits des Schmelzens (35 %), das Grillen auf der oberen Platte (15 %), die Handhabung (25 %), die Langlebigkeit (10 %) und die Sicherheit (10 %). Gekauft wurden die Geräte im Juni und Juli 2019. 

Raclette Grill Test: Die Testergebnisse im Überblick

Die gute Nachricht: Keines der Geräte fiel im Test durch. Acht der insgesamt zwölf Raclette Grills schnitten bei Stiftung Warentest mit “gut” (1,7 bis 2,5) ab, die anderen vier Geräte erhielten immerhin die Gesamtwertung “befriedigend” (2,6 bis 3,5). Sie alle (bis auf das Gerät “Alaska” von Real) wurden beim im Pfännchen schmelzen als "gut" bewertet, in puncto Sicherheit erhielt ebenfalls jedes Gerät ein “gut”, manche sogar ein “sehr gut”. 

Die Testsieger: Rommelsbacher und Stöckli grillen gut

Im Test hatte letztlich das Gerät von Rommelsbacher die Nase leicht vorne und erhielt eine Gesamtwertung von 1,8 (gut). Die Gleichmäßigkeit der Temperaturverteilung beim Raclettieren bewertete die Stiftung als “sehr gut”. Von allen Geräten grillt es am besten, daher gab es für die Grillfunktion auch ein “gut”. Für Langlebigkeit und Sicherheit gab es je die Note 1,4, da es sehr gut verarbeitet ist und mit Standardwerkzeug sehr gut reparierbar ist. Reparierbar ist ein Gerät z. B. dann, wenn sich das Gehäuse öffnen lässt, und Netzwerkkabel, Heizelemente, Schalter und Regler ausgetauscht werden können oder Ersatzteile bestellbar sind. 

Das Modell Twinboard von Stöckli schaffte es im Raclette Grill Test auf den zweiten Platz. Trotz mittelmäßiger Temperaturverteilung gab es für den Punkt “Raclettieren” noch ein “gut” (2,1), für das Grillen gab es sogar die Note 1,9 (ebenfalls “gut). Das Modell lässt sich mit Standardwerkzeugen gut reparieren, wenn ein Teil defekt ist. Mit einem Preis von knapp 180 € für zwei 2-er Geräte (z. B. über Amazon), ist das Gerät mit Abstand das teuerste.*

Ebenfalls ein “gut” (2,1) gab es für das Modell Vista2 Plus von Küchenprofi. Mit 120 € ist das Gerät schon deutlich günstiger als die beiden Testsieger. Es verteilt die Temperatur sehr gleichmäßig beim Raclettieren, auch beim Grillen klappt das gut: Der Käse schmilzt schnell, das Grillen dicker Steaks dauert jedoch recht lang. Auch dieses Gerät ist mit Standardwerkzeugen reparierbar.

Preis-Leistungs-Sieger ist der Raclette Grill 6435 aus dem Hause Cloer (Note “gut”). Das Raclettieren ist hier etwas langsam, aber gut, die Grillfunktion ist dafür mittelmäßig und etwas langsam. Schönes Highlight: Vertiefungen für Crêpes! Der Grill lässt sich laut Stiftung Warentest “halbwegs reparieren”.

Die vier Testsieger des Raclette Grill Tests im Detail

Das Rommelsbacher Raclette Set RC 1600

Der Raclette Grill von Rommelsbacher konnte im Test gleich aus mehreren Gründen überzeugen: Sowohl für den Vorgang des Raclettierens als auch für die Grillfunktion auf der oberen Platte bekam das Gerät die Note "gut". Außerdem grillt Rommelsbacher von allen getesteten Raclette Geräten am besten: sehr schnell und heiß. Das liegt u. a., an der hochwertigen 2-Lagen-Antihaftbeschichtung "Xylan Plus", die gleichzeitig eine leichte Reinigung ermöglicht. Durch weitere gute Noten, z. B im Bereich "Handhabung", erhielt das Gerät die Gesamtnote 1,7 (gut). Praktisch: Es gibt ein Parkdeck für noch heiße oder unbenutzte Pfännchen. Auch im Bereich Nachhaltigkeit kann das Gerät punkten, denn es kann mit Standardwerkzeug repariert werden. Der Rommelsbacher Raclette Grill bekam für den Bereich "Sicherheit" außerdem die Note 1,4 (sehr gut), da sowohl die Pfännchen als auch das Gerät so gut verarbeitet sind, dass keine Verbrennungsgefahr besteht. So können auch Kinder sorglos mitmachen.

Preis: Zwei Raclette Grills von Rommelsbacher (für insgesamt acht Pfännchen) gibt es im Set z. B. bei Amazon für 169 € zu kaufen.*

Stöckli Raclette Twinboard Set

Ebenfalls die Gesamtnote “gut” (1,8) erhielt dieses Gerät der Marke Stöckli. Trotz mittelmäßiger Temperaturverteilung beim Raclettieren reichte es für diesen Punkt noch für ein "gut" (1,8), beim Grill waren die Ergebnisse etwas besser. Steaks und Co gelingen auf der heißen Platte schnell und gut, daher gab es hier eine 1,9 (gut). Auch dieses Gerät kommt mit einem Parkdeck zur Pfannenablage daher. Da kleinere Macken gut selbst repariert werden können und das Gerät außerdem sehr gut verarbeitet ist, gab es für den Test Bereich "Langlebigkeit" eine 1,6. Für größere Familien ist das Gerät aber wohl nicht die beste Wahl: Da es nur Platz für zwei Pfännchen hat, eignet es sich eher für Pärchen- oder Single-Haushalte. Als Achter-Set kommt man hier schnell auf ca. 350 €.

Preis: Im Set mit zwei Geräten, die für vier Pfännchen reichen, kostet das Gerät 179,90 €, z. B. über Amazon.* 

Küchenprofi Raclette VISTA2 PLUS

Ebenfalls die Gesamtnote "gut" (2,1) bekam das Raclette Gerät der Marke Küchenprofi. Im Pfännchen-Bereich verteilt es die Temperatur sehr gleichmäßig, sodass der Käse schnell schmilzt. Da das Grillen dicker Steaks auf der oberen Platte recht lang dauert, gab es für diesen Bereich nur ein "befriedigend". Überzeugen konnte die Grillplatte trotzdem, da sie wendbar ist: Das kann für eine Konstellation aus Fleischessern und Vegetariern sehr praktisch sein. Für die Handhabung und Langlebigkeit bekam der Raclette Grill im Test jeweils ein "gut". Zwar hat das Gerät wie das von Stöckli auch nur Platz für zwei Pfännchen, bei einem Preis von knapp 40 € pro Gerät ist ein Setkauf hier aber deutlich günstiger.

Preis: Der Raclette Grill von Küchenprofi mit Platz für zwei Pfännchen kostet 39,99 €, z. B über Amazon.* 

Cloer 6435 Raclette Grill

Klarer Preis-Leistungssieger im Raclette Grill Test wurde das Gerät von Cloer. Das Gerät, das gleich Platz für acht Pfännchen bietet, kostet gerade mal 50 €. Im Test erhielt es ebenfalls die Gesamtnote "gut" (2,1). Dank gleichmäßiger Temperaturverteilung 
beim Raclettieren gab es für diesen Bereich die Note 2,2, beim Grillen überzeugte das Gerät allerdings nicht so sehr. Fazit der Stiftung Warentest: Grillt nur mittelmä-
ßig und etwas langsam. Allerdings ist die Grillplatte trotzdem ein Highlight, da sie geteilt ist: Eine Seite wurde aus aus Aluminiumdruckguss und einer Seite aus Naturstein angefertigt. Für die Aluminiumseite wird ein Aufsatz mitgeliefert, der fünf Vertiefungen für Crêpes hat. Perfekt also für alle, die nach Käse en masse noch etwas Süßes schlemmen möchten. Für die Sicherheit gab es ein "sehr gut", für Handhabung und Langlebigkeit die Note "gut". Mit Standardwerkzeug ist es reparierbar.

Preis: Der Cloer 6435 Raclette Grill mit Platz für acht Pfännchen ist z. B. über Amazon erhältlich und kostet 50,99 €.* 

Die Verlierer: Grillplatte eignet sich nur zum Aufwärmen

Verlierer des Raclette Grill Tests wurde das Gerät "Alaska" von Real. Es erhielt die Gsamtnote 3,5 (befriedigend), da die Grillplatte maximal zum Aufwärmen von Essen dient und kein Grillen ermöglicht. Daher gab es für diesen Test Bereich eine 4,5 ("ausreichend"). Ein weiteres "ausreichend" gab es für die Langlebigkeit, da die Verarbeitung nur mittelmäßig ist und das Gerät nicht reparierbar ist. Auch der Vorgang des Raclettierens erhielt nur ein "befriedigend". Einziger Vorteil des Geräts scheint der Preis zu sein: Für gerade mal 40 € kann man das Gerät, in dem man Platz für acht Pfannen findet, kaufen.

Familie.de-Kaufberatung für Raclette Grills

Besonders freut uns, dass die vier Testsieger (und noch weitere Geräte) ein hohes Maß an Sicherheit haben. Gerade wenn wir mit unseren Kleinen am Tisch sitzen, hat das schließlich Priorität. Die Griffe der Pfännchen sind gut verarbeitet, sodass keine Verbrennungsgefahr besteht. Auch freut uns, dass die Testsieger alle gut reparierbar sind. Schließlich wird das Thema Nachhaltigkeit für die meisten Menschen immer wichtiger, außerdem schonen Geräte, die lange halten, unsere Familienkassen. Raclettekäse & Co. sind schließlich schon teuer genug.

Damit am Raclette-Abend nichts schief geht, haben wir noch ein paar Tipps für euch:

  • Tipps für Hochstapler:  Achtet darauf, die Pfännchen nicht zu hoch zu befüllen.  Wenn sie zu voll sind, läuft schnell Käse in das Gerät, was sich während des Raclette Essens nur schwer beseitigen lässt und nach einiger Zeit stinkt. Hochstapler sollten am Besten zum Gerät von Cloer greifen, da es mit einer maximalen Ladehöhe von 4,2 cm die höchste der vier Testsieger hat. 
  • Finger weg: Stellt vor dem Raclettieren sicher, dass euer Gerät ideal steht. Ist es einmal heiß, solltet ihr es nicht mehr anfassen, denn das Gehäuse kann schnell mal eine Temperatur von hundert Grad erreichen. Damit keine unschönen Flecken auf dem Tisch entstehen, solltet ihr zur Sicherheit noch Untersetzer verwenden. Wichtig: Das Essen aus den Pfännchen ist extrem heiß. Habt also einen Blick auf eure Kleinen, die es meist gar nicht abwarten können, ihre fertige Kreation zu vertilgen.
  • Kabel locker lassen: Besonders wenn Kinder dabei sind, sollte das Kabel auf keinen Fall stramm gespannt sein. Sollte es zu kurz sein, nutzt eine Verlängerungskabel. Beklebt es mit buntem Klebeband, um darauf aufmersam zu machen und so Stolperfallen zu verhindern.
  • Kinder sind ungeduldig: Gerade die ganz Kleinen haben oft keine Lust, lange auf ihr Essen zu warten. Stellt also sicher, dass es genug Dinge gibt, die auch ohne Garen im Raclette Gerät schmecken: Kartoffeln, Salat, Brot und Gürkchen und Co. sind gute Pausenfüller.

Quelle: Stiftung Warentest

Lisa Purrio
Das sagtLisa Purrio:

Mein Fazit

Fakt ist: Ein Raclette Gerät gehört zu den Luxusgütern, die sich die meisten von uns irgendwann im Leben einmal gönnen. Da ein gutes Gerät mit langer Lebenszeit die Familienkasse aber ganz schön belasten kann, lautet mein Tipp: Kauft euch ein Gerät doch einfach gemeinsam! Egal, ob mit Nachbarn, Freunden oder Verwandten – ein gemeinsamer Kauf lohnt sich für euch alle. So könnt ihr euch das Gerät gegenseitig ausleihen oder noch besser: Ihr macht gleich eine Tradition aus einem gemeinsamen Raclette-Abend! Dass der Grillplatte auf den Geräten in diesem Test so viel Aufmerksamkeit gewindmet wurde, kann ich allerdings nicht wirklich nachvollziehen. Bei keinem meiner Raclette Abende kam bisher jemand auf die Idee, oben drauf ein Steak zu grillen. Wieso auch? Pfännchenweise Raclettekäse und Beilagen wie Kartoffeln oder Brot füllen den Magen doch schon mehr als genug (so gut, dass mein Lifehack an alle Frauen lautet: Zieht eine Strumpfhose an, weil dehnbar). Und wer auf seinen Fleisch-Snack nicht verzichten möchte, der kann doch einfach Speck, Salami oder Schinken in sein Pfännchen füllen. Oder sich oben drauf eine Scheibe Fleischwurst anbrutzeln. Daher hat eine obere Platte zum Aufwärmen bei mir bislang immer ausgereicht.

Bildquelle: Getty Images/beats3

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